Sex-Kolumne

Sehr sexy, doch auch sehr gefährlich Sexting: Vorsicht beim Versenden heißer Bilder

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Alexander Scherb

Alex ist Germanist mit Leidenschaft und bei der Petra für die Themen Sex und Liebe zuständig. Was ihn daran fasziniert? Ganz einfach: Nichts kann so schön aber auch so schmerzvoll sein.

Als ich mich letztens mit einem Kumpel auf einen Kaffee traf, grinste er über das ganze Gesicht. Er erzählte mir, dass er eine Frau auf Tinder kennengelernt habe. Es hätte zwischen den beiden ganz schön gefunkt und jetzt würden sie seit Tagen heiße Textnachrichten austauschen. Auch pikante Bilder wären schon verschickt worden. Etwas verdutzt fragte ich ihn, ob er keine Angst habe sie würde die Nacktbilder ihren Freundinnen zeigen. „Frauen machen sowas nicht“, war seine knappe Antwort. Er ist eben ein Optimist.

Sexting: Heiße Sprüche, scharfe Bilder

Sexting heißt das Zauberwort. Und ist momentan in aller Munde. Es ist die Zusammenführung der beiden Worte Sex und Texting. Und der neuentstandene Begriff lässt keinen Spielraum. Jedem dürfte klar sein, was damit gemeint ist. Mittlerweile verdient eine ganze Branche mit Sexting ihr Geld. Apps wie Snapchat sind speziell auf einen schnellen Austausch von Bildern ausgelegt. Selbst Whatsapp hat nachgezogen und neben Textaustausch auch das Versenden von Fotos und Videonachrichten hinzugefügt.

Ich möchte Snapchat nicht unterstellen, speziell für Sexting entworfen worden zu sein. Schließlich kann man seinem Herzblatt auch das Lieblingsgericht schicken. Dass sich die Bilder nach ein paar Sekunden selbst vernichten, macht die Argumentation für einen anderen Gebrauch als Sexting allerdings etwas dünn. Schließlich muss der Burger nicht gelöscht werden. Nacktselfies dagegen schon.

Kein Blitz, kein Sexting

Es ist natürlich falsch zu glauben, Sexting wäre ein Produkt der Neuzeit. Schon Goethe verschickte erotische Briefe an seine damalige Liebe Friederike. Was früher allerdings ausschließlich schriftlich ausformuliert wurde und unter Umständen Wochen dauerte bis es beim Empfänger ankam, geschieht heute in Sekunden. Und schreiben muss man auch nicht mehr viel. Ein Foto vom geöffneten BH oder der offenen Hose sagt eben mehr als tausend Worte.

Ich muss gestehen, dass ich Sexting selbst noch nicht ausprobiert habe, allerdings stelle ich mir das Ganze auch etwas umständlich vor. Eine Hand in der Hose, die Andere am Auslöser der Handykamera? Klar, dass nicht viel Zeit zum Schreiben bleibt. Da wird höchstens noch ein schnelles Emoji mitversendet. Und gut sehen diese Nacktaufnahmen bestimmt auch nicht aus. Aber wen interessiert das in dem Moment schon.

Einmal verschickt, ewig gespeichert

So sehr ich meinen Kumpel für seinen Optimismus bewundere, ich bleibe skeptisch. Zu oft schon habe ich von Menschen gelesen, deren Nacktbilder auf einmal im Internet auftauchten. Mein Kumpel hat da eine einfache Lösung. Einfach das Gesicht nicht mit aufnehmen. Klar, wer sollte seinen Penis auch sonst erkennen? Ihn zwischen anderer Pornografie auf RedTube zu sehen, finde ich allerdings auch nicht gerade erbaulich.

Und weil eben genau dieses Problem in den letzten Jahren überhandgenommen hat, gibt es mit Klicksafe sogar eine europaweite Hilfeseite für Betroffene. Dort werden gerade Jugendliche auf die Gefahren von Sexting hingewiesen. Denn so aufregend der lustvolle Austausch erotischer Bilder auch ist, ganz sicher kann man sich nie sein, dass mit den versendeten Bildern kein Schindluder getrieben wird

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Schlagworte
Erotik | Multimedia | Sex
Autor
Alexander Scherb