Sex-Kolumne

Straffen und korrigieren Warum Schönheits-OPs im Intimbereich nötig sind

Geht das? Opertationen im Intimbereich

Eigentlich bin ich kein Fan von Schönheitsoperationen. Egal ob sich eine Frau die Brüste vergrößert, die Lider straffen oder die Lippen aufspritzen lässt. Ich liebe die Natürlichkeit an Frauen und denke, dass es nichts gibt wofür sich Frau schämen muss. Allerdings kann ich verstehen, dass sich Frauen operieren lassen, wenn sie unter ihrem Körper leiden. Ich selbst fühle mit Männern, die unter ihrem kleinen Penis leiden und über eine Penisvergrößerung nachdenken. Immerhin definiert sich ein Mann eben auch über sein Geschlechtsteil. Nun bin ich keine Frau und weiß nicht, ob Frauen ihre Weiblichkeit auch beispielsweise über die Brüste definieren. Allerdings kann ich es mir vorstellen. Und wenn sich eine Frau aufgrund von Unwohlsein ihre Brüste vergrößern lässt, kann ich das nachvollziehen. So verhält es sich dann eben auch mit Operationen im Genitalbereich.

Warum Schönheits-OPs im Intimbereich nötig sind

Alexander Scherb

Alex ist Germanist mit Leidenschaft und bei der Petra für die Themen Sex und Liebe zuständig. Was ihn daran fasziniert? Ganz einfach: Nichts kann so schön aber auch so schmerzvoll sein.

Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei unterschiedlich lange Schamlippen. Die eine hat eine ganz normale Länge und sieht völlig natürlich aus. Die andere aber ist sehr lang und dick. Sie finden diese Schamlippe hässlich und leiden unter ihr. Würden Sie sich operieren lassen, wenn Sie könnten? Vermutlich ja und daran ist auch nichts Verwerfliches. So geht es in Deutschland immer mehr Frauen. Sie lassen sich aus den unterschiedlichsten Gründen den Intimbereich operieren. Gerade die Schamlippenverkleinerung ist einer der häufigsten Eingriffe. Und eine solche Intimkorrektur hat nicht nur ästhetische Gründe. Zu große Schamlippen können Schmerzen beim Fahrradfahren, Laufen oder im schlimmsten Fall sogar beim einfachen Sitzen hervorrufen. Wie soll man mit einem andauernden Schmerz leben? Dass sich Frauen dann für eine Verkleinerung entscheiden ist absolut nachvollziehbar.

Ebenso verhält es sich mit dem Gegenteil, der Schamlippenvergrößerung. Die Natur hat Schamlippen ja nicht umsonst erfunden. Sie schützen die empfindliche Vagina vor äußeren Einflüssen. Sind die Schamlippen allerdings zu klein, ist dieser Schutz nicht vorhanden. Ständige Blasenentzündungen und andere Krankheiten können die Folge sein. Kann man solchen Frauen verübeln, wenn sie sich die Schamlippen vergrößern lassen und damit dem ewigen Schmerz entkommen wollen? Wohl nicht. Auch eine Scheidenstraffung ist oftmals ein notwendiger Eingriff. Nach einer Geburt kann es nämlich vorkommen, dass die Muskulatur der Vagina nicht mehr richtig arbeitet. Inkontinenz ist die Folge. Eine Vaginalstraffung kann in solchen Fällen Abhilfe schaffen. Oftmals haben Schönheits-OPs im Intimbereich also eher einen gesundheitlichen Faktor als einen Ästhetischen.

Die Dringlichkeit von Schönheits-OPs im Intimbereich abwägen

Natürlich gibt es auch genügend Frauen, die sich der Intimchirurgie nur der Eitelkeit wegen unterziehen. Sich den Venushügel wegen ein paar Fältchen straffen zu lassen ist nicht nur albern, sondern birgt auch noch unnötige Gefahren. Denn natürlich ist der Intimbereich eine ganz besonders empfindliche Körperregion. Man sollte ihn nicht zusätzlich noch mit mehr oder minder schweren Eingriffen strapazieren. Ich bin für die Akzeptanz des eigenen Körpers. Und Schönheit liegt auch im Auge des Betrachters. Was für den einen hässlich ist, kann für einen anderen wunderschön sein. Zumal ich der Meinung bin, dass das Akzeptieren des eigenen Körpers mit den vielen schönen Stellen, aber eben auch mit den nicht der Norm entsprechenden Regionen zu einem gesunden Selbstverständnis gehören sollte. Denn kann man seinen Körper so nehmen, wie er ist, lebt es sich gleich viel leichter.

Besonders gefährlich wird es dann, wenn junge Mädchen über eine Schönheits-OP im Intimbereich nachdenken. Denn der Körper ist noch lange nicht voll entwickelt und unterliegt gerade in den letzten Jahren der Pubertät enormen Veränderungen. Hier sollte von Operationen dringend abgeraten werden. Man kann noch gar nicht einschätzen, wie der eigene Körper beispielsweise in einem Jahr aussieht. Die einstmals langen Schamlippen können plötzlich eine völlig normale Länge besitzen. Stellen Sie sich vor so ein Mädchen hat sich dann vorher die Schamlippen verkleinern lassen. Eine weitere OP ist quasi vorprogrammiert. Das alles lässt sich dann ein bisschen mit einer Fettabsaugung vergleichen. Ist ein Eingriff wirklich notwendig, wenn sich der Körper vielleicht selbst arrangieren kann? Am Ende gilt wie immer: So oder so sollte eine Schönheits-OP im Intimbereich vorher sorgfältig und gewissenhaft abgewogen werden. 

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Schlagworte
Beauty | Kolumne | Lust | Sex
Autor
Alexander Scherb