Sex-Kolumne

Der Spaß an der Demütigung CFNM: Wenn Männer sich sexuell benutzen lassen

cfnm: Befriedigung durch Demütigung

Kulturhistorisch ist der nackte Mann weitaus öfter anzutreffen, als die nackte Frau. In der Antike und im Mittelalter galt der nackte männliche Körper als das Nonplusultra der Schönheit. Beispielsweise traten olympische Sportler im antiken Griechenland ausschließlich nackt gegeneinander an. Auch die vielen römischen Statuen zeugen von der Verehrung des männlichen Körpers. Erst in der Renaissance änderte sich diese Sicht. Der Körper der Frau rückte in den Mittelpunkt. CFNM, kurz für Clothed female, naked male, greift die alte Tradition zwar auf, geht aber noch wesentlich weiter. Hier werden Männer auch gedemütigt. Und das auf Wunsch.

Die drei Hauptarten des CFNM

Alexander Scherb

Alex ist Germanist mit Leidenschaft und bei der Petra für die Themen Sex und Liebe zuständig. Was ihn daran fasziniert? Ganz einfach: Nichts kann so schön aber auch so schmerzvoll sein.

Im Prinzip kann man von drei Arten des Clothed female, naked male sprechen. Zwar gibt es auch noch die verschiedensten Unterarten des Fetischs, allerdings tauchen diese wesentlich seltener auf. So kommt in mancher Unterart auch die Peitsche zum Einsatz, oder dem Mann wird ein Halsband umgelegt. Obwohl alle Arten des CFNM in den Sadomaso eingeordnet werden können, streifen die härtesten Ableger auch den BDSM. Wichtig ist dabei, dass die Frau immer den dominanten Teil übernimmt, während sich der Mann immer devot zeigt. Die Rollen werden hier absichtlich vertauscht, was schon an der Kleidung, beziehungsweise nicht vorhandenen Kleidung verdeutlicht werden soll. Trotzdem sind meist Männer diejenigen, welche die meiste Lust aus diesem Fetisch ziehen. 

Die drei häufigsten Formen haben sogar spezielle Bezeichnungen. So kommt "Der Benutzte" häufig bei Jungesellinnen-Abschieden zum Einsatz. Hier wird der nackte Mann von den bekleideten Frauen als Sexobjekt benutzt und der Reihe nach sexuell stimuliert, ohne dass er selbst aktiv werden darf. Den Frauen steht es dabei frei, die Stimulation bis zum Ende zu vollführen oder vorher abzubrechen. "Der Gedemütigte" muss sich dagegen bei einer Party vor einer Frauenrunde entblößen und sich selbst bis zum Orgasmus masturbieren. Die dritte Form des CFNM ist "Der Missbrauchte". Hier muss sich der nackte Mann unter dem Tisch aufhalten, an dem die bekleideten Damen sitzen. Reihum stimuliert er die Frauen entweder oral oder mit dem Finger. Er selbst erfährt allerdings keine sexuelle Stimulation.

Extreme und milde Formen des CFNM

Bei extremeren Formen dieser drei Arten wird der Mann von den anwesenden Frauen zusätzlich ausgelacht und verspottet. Auch Paare leben diesen Fetisch aus. Hierbei sind oftmals Rollenspiele mit eingebunden. So treffen sich beispielsweise beide Partner in Abendgarderobe, wobei sich im Laufe des Abends der Mann immer mehr entkleidet, aber die Partnerin bekleidet bleibt. Auch die sogenannte Domina erfüllt keinen anderen Zweck, als den nackten Mann (meist gegen Bezahlung) zu demütigen, damit dessen Gelüste ausgelebt werden. Zwar ist es unter Paaren weit verbreitet nach diesem Akt der Demütigung miteinander zu schlafen, im Falle der bezahlten Domina spielt Sex allerdings häufig keine Rolle.

Mildere Formen des CFNM sind so in unsere Gesellschaft integriert, dass sie Ihnen wahrscheinlich gar nicht auf den ersten Blick auffallen dürften. So ist das Aktzeichnen, bei denen die Künstlerinnen um ein nacktes männliches Modell stehen auch eine Form des CFNM. Allerdings gibt es hier keine sexuelle Komponente. Trotzdem gibt es Männer, die in diesen Sitzungen ihren Fetisch geheim ausleben. Auch Stripper, wie beispielsweise die Chippendales, spielen bewusst mit dem Fetisch des CFNM. Popstars gleich gelten sie zwar auch als Sexobjekte, ohne aber dominant oder devot zu sein. Auch Sadismus oder Masochismus werden nicht ausgelebt. Vielmehr erfreuen sich die weiblichen Zuschauer einzig am Körper des Mannes

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Schlagworte
Kolumne | Liebe | Lust | Sex
Autor
Alexander Scherb