Liebe & Psyche

Bye-Bye Binde Jetzt kommt die Menstruationstasse

Sie ist klein, trichterförmig, in allen Regenbogenfarben erhältlich – und sieht irgendwie ein bisschen so aus wie eine Kondomspitze: Die Menstruationstasse. Wild umworben und als praktischste Erfindung gehypt: Wir wägen ab und finden für Sie heraus, ob das kleine Tässchen wirklich so ein Wunderprodukt ist.
Eine Menstruationstasse ist bunt, nachhaltig und praktisch
     
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Schwupps, schon ist sie in den tiefsten Katakomben unseres weiblichen Geschlechtsorgans verschwunden - die kleine und biegsame Menstruationstasse aus Silikon. Momentan als optimale und nachhaltige Alternative zu Binden und Tampons gehandelt, wurde sie allerdings schon 1937 erfunden. Doch erst jetzt erlebt sie ihr richtiges Coming-out. Mit der Trichteröffnung nach oben, soll sie unser Menstruationsblut auffangen. Ist sie vollgelaufen, zieht man sie einfach an dem kleinen Pinöppel heraus, wäscht sie ab – und danach ist sie wieder voll einsatzbereit. Nachhaltigkeit lautet das Stichwort - und nachhaltig ist sie definitiv. Denn abhängig von der richtigen Pflege, halten die Tassen laut Hersteller mehrere Jahre, bis sie gewechselt werden sollten. Wir erklären Ihnen, was die "Menstruationskappe" noch so alles kann, wie sie am besten benutzt wird und ob es sich wirklich lohnt, zukünftig zur Menstasse zu greifen, statt zu Tampons und Co.

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Die Sache mit den Tampons ...

Ob zu Hause, unterwegs oder im Restaurant: Wenn einem plötzlich die Tampons oder Binden ausgehen, sitzt man ganz schön in der Falle. Schnell eine selber basteln? Lagen über Lagen Toilettenpapier in den Slip stopfen und schnell zum nächsten Drogeriemarkt laufen? Keine wirklich gute Lösung. Und dann, wenn man es irgendwie mit Ach und Krach an die Kasse des nächsten Tamponhändlers geschafft hat, bleibt dennoch die Frage: Wie konnte die letzte Packung so schnell aufgebraucht sein? Und warum muss ich jetzt schon wieder 4 Euro für die nächsten 25 Stück blechen? Irgendwie haben wir Frauen uns mit solchen und ähnlichen Quälereien (Scheidentrockenheit, Infektionen, fehlender Mülleimern) irgendwie abgefunden. Doch jetzt hat die Menstruationstasse ihren großen Auftritt und könnte ganz schnell Abbhilfe schaffen. Nie wieder Unsummen an Geld für Tampons ausgeben und dabei nachhaltig handeln? Klingt doch super!

Die Vorteile der Menstruationstasse

  1. In verschiedene Größen erhältlich, ist sie für unterschiedlich starke Regelblutungen geeignet. Zwar sieht sie gewöhnungsbedürftig aus und auch die Vorstellung, ein Tässchen Blut mit sich rumzutragen, ist vorerst irritieren - aber hat man sich an den Gedanken gewöhnt, ploppen die Vorzüge des Menstruationstässchens auf und überwiegen jegliche Zweifel wie rosarote Zuckerwattewolken. 
  2. Mit circa 16 Euro im Einzelhandel und einer Haltbarkeit von mehreren Jahren (bei guter Pflege), sparen wir im Jahr… verdammt, ich verzichte freiwillig auf die Rechnerei, doch es ist offensichtlich: Unser Portemonnaie wird sich mit Applaus bedanken und die Umwelt klatscht gleich mit. Soweit, so gut. Medizinisches Silikon hat sich gegenüber Kunststoff oder TPE am meisten bewährt, deswegen wird es überwiegend genutzt. Das hat zur Folge, dass laut einer Studie 9 von 10 Frauen das weiche Tässchen einem Tampon hinsichtlich Tragekomfort vorziehen würden. Chapeau.
  3. Außerdem: Da die Mondtasse das Menstruationsblut nur auffängt und nicht aufsaugt, hat das Tragen keine negativen Auswirkungen auf die Scheidenflora – und schützt sogar vor eindringenden Keimen. Unterm Strich ist das Bakterienwachstum niedriger als bei Tampons oder Binden. Bis zu 30 ml Fassungsvermögen hat das „Menstruationsglöckchen“ und kann somit bis zu 12 Stunden dem Auslauf-Alarm vorbeugen. Voraussetzung ist allerdings, dass es richtig sitzt und sich gut entfaltet hat. Das kann mit dem Finger nach dem Einführen abgetastet werden. 

Menstruationsbecher gut pflegen, bitte!

All diese praktischen Hygiene-Vorteile wie die lange Haltbarkeit des Ladycups sind natürlich nur garantiert, wenn Sie das Tässchen richtig pflegen. Was Sie dafür brauchen? Wasser, Reinigungstücher und einen Kocher, mit dem Sie nach dem Kauf – und dann jeweils vor und nach der Periode - das Menstruationstässchen auskochen und sterilisieren. Sind alle Keime abgetötet, kann’s wieder von vorne losgehen. Während der Periode reicht es, wenn Sie das Tässchen nach dem Ausleeren in der Toilette mit Wasser reinigen (unbedingt eine Flasche Wasser in der Handtasche mit sich tragen) und mit Toilettenpapier oder einem Tuch auswischen und erneut einführen. Dabei sollten die Hände immer absolut sauber sein.

Abschlusssatz und Trommel-Tusch: Das Fazit zur Menstruationstasse

Einige Ärzte kritisieren die „aufwändige“ Pflege und den möglichen Stau im Trichter, der entsteht, wenn man die Menstasse nicht regelmäßig entleert, und der negative Auswirkungen auf unsere Scheidenflora haben könnte. Befürworter und echte Fans der kleinen Tasse bezeichnen die Frauen, denen die Nachhaltigkeit und auch der eigene Körper am Herzen liegen, als Pionierinnen, die fortschrittlich mit ihrer Weiblichkeit umgehen und ökologisch bewusst leben. Jede Frau hat ihre eigene Schmerzgrenze, ihre eigene Bequemlichkeit un ihre eigene Geldbörse. Von all diesen Faktoren hängt die Nutzung des Menstruationstässchen ab. Fakt ist, dass wir mit unserer Umwelt erheblich schonender umgehen würden, wenn wir dem Tässchen einfach mal eine Chance geben würden.

Hersteller der Menstruationstasse – und was Sie sonst noch so wissen sollten

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Schlagworte
Körperpflege | Liebe Home
Autor
Julia-Marie Fischer