Liebe & Psyche

Dating-Tipps Tipps: Wie aus dem ersten Date die ganz große Liebe wird

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Fast noch aufregender als ein erstes Date ist die Nachbereitung, am besten bei vielen Gläsern Rotwein. Dann wird munter drauflosseziert: Wie war er, was hat er gesagt – habt ihr euch (mehr als) geküsst? Bis irgendeine die Frage aller Fragen stellt: Seht ihr euch wieder? Und man voller Kribbeln im Bauch denkt: Ja, von mir aus, aber … WAS, wenn er nicht will? Zack, öffnet sich die Büchse der Pandora, und heraus kriecht das gemeine Virus des großen Zweifelns. Die Symptome: ständige Handykontrolle (ist es aus Versehen auf stumm geschaltet?), nervöses Hoffen und inneres Ihn-Entschuldigen (vielleicht ruft er nicht an, weil er auf Dienstreise musste) …

Die möglichen Gründe, warum auf ein erstes kein zweites Date folgt, liegen grob geschätzt im sechsstelligen Bereich. Leider bekommen wir die wahren Beweggründe auch selten auf einem Silbertablett serviert. Stattdessen Funkstille. Ein Trend unserer Zeit, sagen Experten: Noch nie gab es so viele erste Dates wie heute – und noch nie verliefen so viele im Sande. Dem Online- Dating sei Dank findet sich der Traumpartner einerseits nur einen Mausklick entfernt, andererseits lauert die Konkurrenz ein paar Klicks weiter. „Zudem bringen Singles heute viel mehr Beziehungserfahrung als in früheren Zeiten mit, entsprechend lang gestaltet sich ihre Checkliste. Da wird eben schnell aussortiert“, erklärt die amerikanische Psychologin und Autorin Rachel Greenwald („Warum ruft er mich nicht an? Alles, was Frauen über Männer wissen müssen“, Goldmann, 368 S., 9,99 €.)

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Wie schafft man es da noch, übers erste Date hinaus die große Liebe einzufangen? Oder um es zeitgemäßer zu formulieren: Ihre Dating- Software ist veraltet und hängt sich ständig auf? Kein Problem, Zeit für ein kleines Update! Sage und schreibe 1000 (!) Männer befragte Greenwald, um herauszufinden, wie es heute gelingt, sich in sein Flirtgedächtnis zu brennen – und welche Fettnäpfchen wir besser umschiffen, um nicht im Spam-Ordner zu landen. Die gute Nachricht vorab: Wir können die üblichen Annahmen über missglückte Dates und warum er sich anschließend nicht meldet von der Festplatte löschen.

Allen voran: Er war noch nicht bereit für eine feste Beziehung. Reden wir uns gern ein, stimmt aber fast nie. Auch nicht, dass er total beschäftigt war und darum nicht anrief. Er hatte Angst vor Nähe. Ein totaler Klassiker von Frauen – und meist falsch. Er spürte, dass ich nicht so interessiert war. Klar! Da hat er natürlich sofort die Flinte ins Korn geworfen. Ein gutes Argument, um sich nicht so mies zu fühlen.

Mann malt Herz
Völlig daneben liegen Frauen übrigens mit der Annahme, es habe an ihrer Nase oder ihrem BMI gelegen – schon vor dem ersten Date hat der Mann sich in der Regel von den Äußerlichkeiten überzeugt. Nur: Woran liegt es dann?

Tatsächlich daran, dass die Frau an irgendeiner Stelle irgendetwas gesagt oder getan hat, was ein schiefes Bild ihrer Persönlichkeit erzeugte. Game over! Oft hängt es an vielen kleinen Signalen, die, einmal ausgesendet, im Raum stehen. Unwiderruflich, unlöschbar. In ihren Interviews fand Greenwald heraus: „Es geht nicht darum, sich zu verbiegen oder verstellen. Aber zu Beginn sollten Sie mit bestimmten Worten und Taten sparsam umgehen. Sonst zieht der Mann sofort die falschen Schlüsse, bevor er Sie richtig kennengelernt hat.“ Du meine Güte, müssen die Männer von heute mit Samthandschuhen angefasst werden? „Ein biss chen schon, zumindest in der ersten Phase des Kennenlernens“, so die Expertin. Also, stellen wir uns den Tatsachen.

Als Erstes sollte man die 5 größten Abtörner kennen und lernen, wie wir sie umprogrammieren, damit der Typ, den wir richtig gut finden, wieder anruft. Platz Nummer 1 belegt mit Abstand dominantes Verhalten. Ein kleiner Schlagabtausch hier, ein paar scharfzüngige Bemerkungen dort – Hauptsache, die Runde geht an Sie! Außerdem stellen Sie gleich klar: „Campingurlaube sind nichts für mich.“ Oder: „Aus dem Ikea- Alter bin ich nun wirklich raus, ich mag es individuell.“ Schön, dass Sie wissen, wo Sie stehen, trotzdem ist es keine gute Idee, dem anderen als Erstes die eigenen Überzeugungen aufs Brot zu schmieren. „Wer gleich im ersten Moment

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streitlustig und wettbewerbsorientiert rüberkommt, löst bei seinem männlichen Gegenüber eher Fluchtins - tinkte aus.“ Und vielleicht den Eindruck, er hätte Sie gern als Scheidungsanwältin – aber nicht als Freundin. Sparen Sie sich das oder schalten Sie mal einen Gang runter. Wenn er Sie später besser kennt, wird er all das an Ihnen zu schätzen wissen – und über vieles hinwegsehen. Aber dazu müssen Sie ihn erst wiedersehen. Also nicht gleich das ganze Pulver verschießen und die hyperselbstbewusste Chefin rauskehren. „Be tough but don’t forget to be soft“ – lautet das Motto. Das heißt konkret, Bemerkungen etwas sanfter vorzubringen und versöhnliche Zwischentöne einzustreuen, ein „Ich glaube“ oder „Vielleicht“ oder „Manchmal“. Lieber anfangs etwas tieferstapeln.

Das gilt auch für den Abtörner Nr. 2: falsche Erwartungen oder auch die Lockvogel taktik. Klar, dass man gefallen will, aber es bringt nichts, beim Date mit einem Galeristen zu behaupten, man interessiere sich rasend für Kunst, obwohl der letzte Museums - besuch schon fünf Jahre zurückliegt. Oder im Online-Profil zu schreiben: „Ich treibe regelmäßig Sport“, wenn sich der Bewegungsdrang im gelegentlichen Fußweg zur Arbeit erschöpft. „Kaum etwas bringt aufflammendes Interesse so schnell zum Erliegen wie (Ent-)Täuschungen. Besser ist es, Offenheit für ein Hobby zu signalisieren“, so Greenwald. In etwa: „Da machst du mich aber neugierig, vielleicht wäre das ja auch was für mich“ könnte ein passender Satz sein, damit er die Enter-Taste drückt.

Um das zu erreichen, meiden wir auch Abtörner Nr. 3: Dramen. „Ex-Beziehungen en detail („So fies, wie der mich behandelt hat!“) haben beim ersten Date nichts zu suchen“, so die Expertin. Es mag verführen, wenn er danach fragt, aber eine kurze, ehrliche Antwort genügt: „Ich bin seit drei Jahren Single, der Richtige war eben noch nicht dabei.“ Danke, nächstes Thema. An irgendeinem verregneten Sonntag, während Sie gemeinsam an Ihrem Tee nippen, lassen sich auch die dunkleren Kapitel der Vergangenheit näher beleuchten. Aber bitte geben Sie dem Mann die Chance, erst mal sicheres Terrain unter die Füße zu kriegen. Um Nieselregen und Schnee zu ertragen, muss er zunächst mit Ihnen barfuß über eine Sommerwiese laufen. Dasselbe gilt für Lebenskatastrophen („Ich war vier, als mein Vater uns verließ“) oder Krankheiten (OPs, chronische Allergien, es sei denn, er schlägt fürs erste Date die besten Scampi der Stadt vor, in dem Fall muss eine Schalentier - allergie natürlich erwähnt werden) sowie Klagelieder („Das Leben als Single ist so einsam“).

Dazu passt bestens Abtörner Nr. 4: das taktische Überholmanöver. Schon beim ersten Treffen (oder zweiten oder dritten!) eifrig Beziehungsziele zu definieren oder Anspielungen auf eine gemeinsame Zukunft zu machen bringt sein System zum Absturz! Also bitte Ankündigungen wie „Ach was, Skifahren macht total Spaß, das bringe ich dir bei“ vermeiden.

Ähnlich verhält es sich mit Abtörner Nr. 5, der Damenwahl, also wenn wir es sind, die direkt am nächsten Morgen Danke-für-den-tollen- Abend-Mails oder subtile Ich-will-dich-SMS von der Sorte „Wie hieß das Buch noch, das ich unbedingt lesen soll?“ schicken. Damit senden Sie die klare Botschaft: „Ich habe mich längst entschieden, also komm schon!“ Das wirkt verzweifelt. Auch im Online-Zeitalter gilt: Lassen Sie ihn kommen, sonst fällt er vor Schreck in den Ruhe-Modus! Ungünstig, verfolgen wir doch das Ziel, dass am Morgen nach dem Date als Erstes ein Fenster mit unserem Bild in seinem Kopf aufploppt, oder? Gerade beim ersten Têteà- Tête ist daher alles an Gesprächsthemen erwünscht, was sein Herz öffnet, erfreut und gute Laune macht. Wie ein leichtes süßes Dessert. Kleine nette Geschichten, die Ihr Leben geschrieben hat: „Paris? Ist ja so schön. Bin ich mit 20 mal ganz spontan in meinem ersten Wagen hingefahren. Mein geliebter VW Golf …“ Er wird es lieben – wie alles, was schöne Erinnerungen weckt und positive Bilder im Kopf erzeugt. Wenn’s dann rundläuft, gibt’s als i-Tüpfelchen noch den Spiegel-Trick. Dabei ahmen Sie ganz dezent seine Körpersprache nach. Ob er sich nach vorn lehnt oder die Hände ineinander verschränkt oder ein Bein über das andere schlägt – die Imitation der Körperhaltung erzeugt beim Gegenüber ein woh - liges Gefühl von Vertrautheit. Im Idealfall passiert das ganz von allein –und dann kann es (bald) schon Liebe sein.

ONLINE GETROFFEN BEIM ERSTEN DATE VERLIEBT

ERST VERTRAUEN, ABER DANN …

Anikó Arzner (32) & Martin Klöber (28)

Kennengelernt über: die Flirt-App Lovoo. Das erste Date Er sagt: „Wir gingen in ein Dresdner Café direkt in der Altstadt. Es war ein ungezwungener Abend, wir saßen uns gegenüber, nur wenige Gäste um uns herum. Mich beeindruckte ihre selbstsichere, freundliche Art. Es fühlte sich dann schnell vertraut an.“ Wann hat’s gefunkt? Sie sagt: „Nicht sofort. Ich merkte aber, dass er mich neugierig machte, ihn besser kennenzulernen. Worüber wir genau gesprochen haben, weiß ich gar nicht mehr. Ich denke, dass wir eher unverbindlich geplaudert haben, um uns erst mal gegenseitig zu beschnuppern. Als er dann ein paar Wochen später in den Ski - urlaub fuhr und ich ihn richtig vermisste, war mir klar – du bist verliebt!“

DAS GANZ GROSSE KRIBBELN

Marion (49) & Ralf Schwarz (52)

Kennengelernt über: Parship. Das erste Date Er sagt: „Wir haben im Biergarten gesessen und wurden nach einem langen Abend mehr oder weniger vor die Tür gesetzt. Wir sprachen über uns, unsere Träume und Gott und die Welt. Und fanden kein Ende. Wow, du sitzt hier mit einer Frau, die im Leben steht und einen so nimmt, wie man eben ist. Und das hat sich bestätigt!“ Wann hat’s gefunkt? Sie sagt: „Im Grunde sofort – bei beiden. Der Eindruck, den ich am Telefon gewonnen hatte, bestätigte sich. Ein bisschen unkonventionell, dennoch erfolgreich und zielstrebig. So einen Mann hatte ich mir immer gewünscht. Mir gefiel seine schelmische Art. Beim Abschied, als ich in den Wagen stieg, kribbelte es schon, und als wenige Minuten danach eine SMS von ihm kam, wünschte ich mir das Wiedersehen schnell herbei.“

VERKNALLT VOR LAUTER AUFREGUNG

Bianca (37) & Peter Wagner (39)

Kennengelernt über: Friendscout24. Das erste Date Sie sagt: „Ich schlug vor, zu einem Eishockeyspiel zu gehen. Das erwies sich als Volltreffer, denn die Aufregung des Spiels vermischte sich mit unserer eigenen Nervosität. Das fiel dann gar nicht mehr so auf! Danach war die Stimmung locker, und wir gingen essen. Da wusste ich dann auch schon, dass wir uns nicht langweilen würden.“ Wann hat’s gefunkt? Er sagt: „Irgendwo zwischen dem Eishockeyspiel – ich hatte noch nie eins besucht und fand’s ziemlich cool – und fünf Uhr morgens. Da hatten wir die Zeit schon völlig vergessen, saßen in einer Bar und sprachen übers Tauchen, unser gemeinsames Hobby – und erzählten uns Anekdoten aus unserem Leben. Das ist es, dachte ich.“

DAS ERSTE MAL WOHIN GEHT’S?

PIMP IT

Damit das klassische Kino-Dinner-Date etwas Besonderes wird, geht’s mal nicht zum Lieblings-Italiener, sondern zum Japaner oder Peruaner. Oder in ein Restaurant, wo man auf großen Kissen auf dem Boden sitzt.

FINDE DE(I)N(EN) SCHATZ!

Liegt nicht jedem, kann aber lustig sein: Buchen Sie eine Schatzsuche. Viele Städte bieten das an. Dabei erhalten Sie via SMS Hinweise, wo Sie nach dem gesuchten Gegenstand suchen müssen, und dürfen dann gemeinsam grübeln, wo es lang geht.

ENTDECKUNGSTOUR

Spielen Sie doch mal Tourist in der eigenen Stadt: Sei es eine Hafentour per Boot, eine nächtliche Gruseltour durch die Katakomben oder eine Sightseeingtour im Doppeldecker: Sie werden sich garantiert amüsieren.

ALLES AUSSER SCHUHE

Kleine Spezialläden mit Kaffee und Wein, Flohmärkte, Weihnachtsmärkte oder verrückte Designläden – perfekt, um zusammen zu stöbern und sich dabei entspannt näherzukommen.

PROBIER MAL!

Auf einen Drink – geht immer. Aber wie wär’s mit einer Wein- oder Bierprobe oder einer Whisky-Verkostung? Damit werden Sie Eindruck schinden und zeigen Klasse.

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Schlagworte
Liebe | Liebe Home | Partnerschaft
Autor
Friederike Schön