Liebe & Psyche

Liebe Was die Liebe wirklich stark macht

Wir haben etwas für Sie, nach dem Sie schon lange gesucht haben: Ein paar handfeste Strategien, mit denen Sie glücklich werden und bleiben. Hier kommen Love-Booster für Frischverliebte und frische Ideen für Langzeitliebende. Von Friederike Schön.
Tipps die Liebe stark zu machen
  

Offene Beziehung führen
Liebe – was für ein schönes Gefühl. Aber auch ein zartes, manchmal flüchtiges. Aus Rosenblättern werden Merkzettel (Die Milch ist alle), aus Liebesschwüren nüchterne SMS (Denkst du bitte an die Hausratsversicherung?). Seien wir ehrlich: Wahrscheinlich gibt es kein Paar auf diesem Planeten, das nicht irgendwann beginnt, das Leben zu zweit mehr zu managen, als zu genießen. Weil es kein Patentrezept gibt, und – fassen wir uns mal an die eigene Nase – weil wir ein bisschen faul sind. So viel zu den schlechten Nachrichten.

Nun zu den guten: Es gibt Neuigkeiten aus der Liebesforschung! Genauer gesagt: Der amerikanische Psychologieprofessor John M. Gottman, einer der einflussreichsten Paarforscher der Welt, beobachtete über vier Jahrzehnte Tausende Paare dabei, wie sie sich streiten, wie sie ein Problem lösen, über das Weltgeschehen und Alltägliches diskutieren. Dabei hat Gottman ihren Puls und ihre Hirnströme gemessen und jeden Wortfetzen analysiert – und berechnet. Er stieß auf erstaunliche Zahlen und Wahrheiten, das Beste aber: auf kleine und große Wunderwaffen, die wie Schutzschild und Medizin in einem wirken. Ein paar homöopathische Dosen, und nichts kann mehr schiefgehen. Aus seinen Erkenntnissen filterten wir die wichtigsten Tipps und teilten diese für Sie in zwei Gruppen auf. Zum einen hätten wir die „Liebes-Booster“ für Frischverliebte, also Tipps für diejenigen, deren Liebe ein wenig Pflege braucht, damit sie groß und stark wird. Und dann hätten wir noch die „Liebesverstärker“ für Langzeitpaare – also praktische Ratschläge für alle, die ihre Bindung schützen und festigen möchten.


Übrigens: Wenn Sie in einer längeren Beziehung stecken und jetzt meinen, dass man sich die Tipps für Frischverknallte dann ja sparen kann – nichts da! Wir raten dazu, am besten alle Punkte mitzunehmen, denn profitieren werden Sie garantiert von jedem ...

Die Love-Booster:
AUFMERKSAMKEIT KENNT KEINEN AUFSCHUB.

Dazu zunächst eine interessante Zahl aus der Wissenschaft: Die Bitte um Aufmerksamkeit wird in glücklichen Beziehungen zu 86 Prozent erfüllt. In unglücklichen nur zu 33 Prozent. Dahinter steckt die simple Idee, den anderen wirklich zu sehen. Und zwar immer. In den ersten Tagen hat man, als wäre man auf LSD, jedes Zucken seiner Gesichtsmuskeln aufgesaugt, jede winzige Reaktion beobachtet. Was mag er und was nicht, worüber lacht er? Nicht schleifen lassen! Sorgen wir lieber dafür, dass der Partner niemals unsichtbar wird.


DIE FÄHIGKEIT ZUR SELBSTBERUHIGUNG.

In der Ruhe liegt die Kraft! Gottman fand heraus, dass ein ruhiger Puls während Diskussionen darüber entscheidet, ob ein Paar langfristig glücklich und zusammen bleibt. Und die Fähigkeit zur Selbstberuhigung nimmt einem Streit seine zerstörerische Kraft. Selbst wenn man es einigen Streithähnen nicht ansieht, schreibt Gottman, schießt der Puls bei einem Konflikt schnell in die Höhe, die Finger schwitzen, das System kollabiert, und man sagt und tut Dinge, die einem hinterher leidtun. Was hilft: Ruhiges Ein- und Ausatmen, ähnlich wie bei einer Meditation gleich. Dabei die Bauchmuskeln bewusst entspannen – spüren, wie die Muskeln angenehm schwer werden. Das ist reine Übungs­sache, die, wenn sie gelingt, dafür sorgt, dass man durchschnauft, einen kühlen Kopf bewahrt und nicht reflex­artig zurückzuschießt.


WOHLWOLLENDER HUMOR.

Da wird aus einer Kabbelei plötzlich bit­terer Ernst. Ist das dann gleich ein schlechtes Zeichen? Wenn es während einer Diskussion gelingt, den Ernst der Lage auch mal durch ein Lachen zu durchbrechen (Da ist es wieder, dein Grübchen, wenn du dich aufregst!), an etwas Gutes zu erinnern, können Sie sich so oft fetzen, wie Sie wollen. In der Zahlensprache heißt das: Fünf positive Momente stehen einem nega­tiven gegenüber – dann überwinden Paare die unangenehmen Phasen ihrer Beziehung nicht nur, sondern gehen gestärkt daraus hervor. Wenn sie beherzigen, dass weniger rosige Momente nicht nur zum Leben zu zweit dazugehören, sondern in gewis­ser Weise unabdingbar sind.


AUFRICHTIGKEIT STEHT ÜBER HARMONIE.

Einer der größten Irrtü­mer in der modernen Beziehungs­geschichte: Es gilt das oberste Prinzip, sich gut zu fühlen. Studien belegen et­was anderes. Wenn seine neue Hose schlecht sitzt und seine Nackenrasur seltsam an Kim Jong­un erinnert, dann muss er das – wenn man ihm das ins Gesicht sagt – auch schlucken. Umgekehrt darf er äußern, dass er das Quinoa ­Rezept supereklig findet, das man immer kocht, weil man es für köstliches Superfood hält. Der Letzte, bei dem man seine Gedanken krampf­haft zensiert, sollte der Mensch sein, den man liebt. Und der darf auch ehr­lich und aufrichtig sagen, wenn wir seiner Meinung nach danebenliegen. Oder wenn er jetzt mal Zeit für sich braucht, obwohl man liebend gerne mit ihm kuscheln würde. Die vielen guten Momente entstehen auf Dauer nur, wenn es Platz für Offenheit gibt.


WENN’S BEI DIR DRÜCKT, HALTE ICH DIE WELT AN.

Und habe nur Ohren für dich – so sollte das un­ sichtbare Beziehungsmotto von Be­ginn an lauten. Kennen Sie dieses Kinderspiel, bei dem man die Augen schließt und sich einfach fallen lässt? In dem Urvertrauen, dass der andere einen auffängt. Man kichert, obwohl das Risiko ziemlich hoch ist, denn man könnte dabei ganz schön auf die Nase fallen. Heißt in der Praxis: Nicht jeder Gefallen muss umgehend erfüllt, nicht jeder Bitte stante pede Folge ge­leistet werden. Aber wenn einer von beiden sich wirklich in Not befindet, zählt nur das. Und kein wichtiges Meeting, kein Telefonat und keine Whatsapp stinkt dagegen an.

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Beziehung | Liebe | Partnerschaft