Liebe & Psyche

Beziehungs-Tipps Urlaub zu zweit - Traum oder Stress?

Ihr Traumurlaub diesen Sommer? Eine gute Zeit zu zweit. Jetzt beginnen für Paare die schönsten Tage des Jahres. Oder sind es die stressigsten? Damit der Urlaub unvergesslich wird, gehören neben Sonnencreme und Bikini noch ein paar andere Dinge ins Gepäck. Wir verraten welche, und Sie kommen vielleicht verliebter zurück, als Sie je waren.
Verliebtes Paar
   

Der Moment hat etwas Magisches: Die von der Klimaanlage (und den schon vergessenen Turbulenzen) noch klamme Hand in seiner, weht uns auf der Flugzeugtreppe dieser unerwartet warme Wind ins Gesicht. Wir schließen kurz die Augen vor der gleißend hellen Sonne und atmen die fremde Luft ein. Ein bisschen ist es dann so, als ob eine neue Zeitrechnung beginnt, alles auf Reset, und jeder Tag ab jetzt vergeht in Slow Motion, endlos lang. "Es gibt im Leben viele Zeiten, das hier sind die guten", singt Philipp Poisel so treffend und schön in seiner Sommerode an den Urlaub "Im Garten von Gettis". An dieses große Gefühl. "Wir geh’n mit Sand in den Schuhen und Salz auf der Haut und Wind in den Haaren nach Haus…" (hach, was wäre so ein Urlaub zu zweit ohne den Song, den man danach noch ewig im Ohr hat?). Schon die Vorfreude bringt einen ja fast um. Ganz egal, ob auf dem Flugticket am Kühlschrank, das man schon vor Wochen, damals noch eingekuschelt in die Wolldecke auf dem Sofa, im Internet gebucht hat, Palma oder Port Louis steht – Liebe braucht Ferien! Da geht es nicht nur um Erholung und Spaß, Ausreißen aus dem Alltag, Lust auf neue Eindrücke und Freiheit. Um Zweisamkeit.

Neues ausprobieren - auch in der Partnerschaft

"Als Paar können Sie den Urlaub dazu nutzen, aus den Alltagsrollen zu schlüpfen und sich von neuen, unbekannten Seiten zu zeigen. Das Fremde erzeugt Spannung, macht attraktiv", sagt Gabriele Leipold, Paartherapeutin aus München. Den anderen noch mal in einem anderen Licht sehen, andere Seiten an ihm entdecken. Und an sich selbst. Dabei hilft: Neues ausprobieren, auch wenn sich einem bei der Vorstellung, auf ein Surfbrett zu steigen oder auf einem Elefanten durch den Dschungel zu reiten, zunächst die Nackenhaare aufstellen. "Selbst langjährige Paare verlieben sich dabei neu ineinander", verspricht die Expertin. Das heißt nicht, dass jemand mit Höhenangst dem Partner zuliebe auf den Kilimandscharo rauf muss. "Aber es kann sich lohnen, mal die Probe aufs Exempel zu machen, selbst wenn man feststellt, das ist nichts für mich", sagt Leipold. "Neue gemeinsame Erfahrungen beflügeln die Liebe. Ob Sie im Urlaub zusammen eine andere Sprache, einen Tanz lernen oder mal einen ungewöhnlichen Ausflug wagen, alles kann, nichts muss", rät die Expertin. Sätze wie "Ach, das gefällt mir sicher nicht" bleiben also schön zu Hause auf dem Stapel mit den Winterpullis.

Eine gute Planung garantiert eine gute Zeit zu zweit

"Ein guter Paarurlaub ist vor allem Verhandlungssache", sagt Leipold. "Schon bei der Planung sollte man abklären, welche Erwartungen jeder an die Reise hat. Und dann wählt man ein Ziel aus, bei dem beide auf ihre Kosten kommen." Sie will nach Mauritius, er in die Alpen? Super, dann wird es am Ende vielleicht Südfrankreich. Die Alpenüberquerung kann er ja später mit seinen Jungs machen (wir checken derweil mit den Mädels im Wellnesshotel ein). Was zunächst unromantisch klingt, erweist sich als unverzichtbarer Katastrophenschutz. Eine ungefähre Planung, was auf dem Programm stehen soll (Lesestunden, Wandertouren, die antike Ausgrabungsstätte), garantiert eine gute Zeit zu zweit.

Illustration Streit
Erfolgreich Streitfallen umgehen
Gute Pläne stehen genügend Raum für Spontanität überhaupt nicht im Weg, weiß Leipold aus Erfahrung. Bei der Unterkunft geht man schließlich auch ins Detail und lässt nicht alles auf sich zukommen ("Sehr dünne Wände, aber kooperatives Personal!") und bucht den Vorstellungen entsprechend. Paare, die alle Entscheidungen erst vor Ort treffen, geraten sich schnell in die Haare. Auch solche, bei denen nur einer (heutzutage die Frau) alles gemanagt hat ("Deine Schuld, wenn wir mit dieser Klapperkiste abstürzen, ICH wollte Lufthansa!"), enden erschöpft auf der Bettkante, aber nicht mit Kuscheln ("Das ist aber höchstens ein Drittel Meerblick"). Nein, das muss nun wirklich nicht sein, und Schuldzuweisungen sowie aufgestaute Ärgernisse von zu Hause gehören gleich bei Ankunft im Meer versenkt. Ist doch blöd, wenn – und das gilt vor allem für Langzeitpaare – ewig unter dem Deckel Gehaltenes unter der Sonne Kaliforniens hochkocht

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