Liebe & Psyche

Cowboy statt Couture Potrait: Ree Drummond

Bloss weg hier, dachte Ree Drummond, zog vom Land in Oklahoma nach L.A., wurde PR-Lady, liebte Sushi und schicke Clubs. Und dann? Verliebte sie sich in einen Cowboy aus ihrem Heimatdorf! Jetzt hat sie eine Ranch, vier Kinder und bloggt über ihr Leben. Und ganz Amerika liebt sie dafür.
Ree Drummond
   

Heute hat Ree Drummond ihren vier rotwangigen Kindern und dem Cowboy, der ihr Ehemann ist, ein gigantisches Steak gebraten. Mit Whiskey-Sahne- Sauce und Kartoffeln. Danach gibt es einen Kuchen, mit extra viel Butter. Später geht’s zu den Kälbchen in den Stall, ein Berg Wäsche wartet auch noch – und dann wird sie dem Rest der Welt von ihrem sorgenfreien Leben als Countrygirl, Mutter und „The Pioneer Woman“ erzählen. Warum das weiter erwähnenswert ist? Weil Rees Blog „Confessions of a Pioneer Woman“ (Bekenntnisse einer Pioniersfrau) der beliebteste in ganz Amerika ist: 4,4 Millionen Menschen rufen die Seite 23,3 Millionen Mal im Monat auf, um Geschichten aus dem Leben der 42-Jährigen zu lesen, die mit ihrer Familie auf einer großen Rinderfarm irgendwo in Oklahoma lebt.

Es sind Geschichten aus einer Welt, wo der nächste Nachbar 15 Kilometer weit weg wohnt. In der Kinder reiten lernen, bevor sie richtig laufen können, oder Auto fahren, bevor sie zur Highschool gehen. Es ist eine Welt, in der keiner Kalorien zählt, aber alle an Gott glauben. Und in der Männer große Cowboyhüte tragen und Frauen sich nur mit einer einzigen Frage herumschlagen: Was koche ich heute? Ree Drummond gewann mit ihren Geschichten aus dieser Welt 2009 den „Bloggie“, den begehrtesten Blogger-Preis überhaupt. Auf Platz zwei und drei landeten PerezHilton.com und die Onlinezeitung „Huffington Post“. In der Woche vor der Preisverleihung hatte Promiblogger Hilton über neue Saufeskapaden von Lindsay Lohan berichtet, die „Huffington Post“ über den Krieg im Irak. Und Ree? Postete einen längeren Text über einen kleinen Hund, der ihr zugelaufen war. Der Artikel wurde tausendfach kommentiert und weitergeleitet. Er war einer ihrer besten.

Klar, im ersten Moment klingt das irgendwie gaga und schrecklich anachronistisch. Auch wie Ree aussieht, so ein bisschen mopsig und mit diesen amerikano-spießigen Cheerleader-Locken und Colgate-Lächeln, ist nicht gerade en vogue. Man will nicht so recht glauben, dass sie der neue Shootingstar des Internets ist. Und wenn man zum ersten Mal auf ihren Blog schaut und Fotos ihres achtjährigen Sohnes entdeckt, mit lauter Rotz an der Nase, und darunter steht: „Mommy hat dich so lieb, dass es wehtut“ – man würde definitiv nicht auf den Gedanken kommen, dass das der neueste heiße Scheiß aus den Staaten sein soll.

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