Liebe & Psyche

Leben "Liebe Dich selbst"-Fahrplan: Tag 1 - 4

Wir sind nett, nachsichtig, aufbauend, geduldig und meistens verständnisvoll. Wenn es um andere geht. Nur bei uns selbst kennen wir keine Gnade. Wie schafft man es, sich selbst samt Macken und Fehlern zu lieben – und wie sieht man endlich auch die eigenen Schokoseiten? Versuchen Sie es doch mal mit unserem 10-Tage-Plan …
Frau Spiegel
  

"Piep, piep, piep, ich hab mich ja so lieb!“ Keine Angst: Wir raten Ihnen jetzt nicht, Ihrem Spiegelbild morgens peinliche Sätze vorzutragen – oder zehnmal hintereinander in Schönschrift zu schreiben, wie sehr Sie sich mögen. Stattdessen haben wir mit Life Coach Martina Frisch aus Hamburg einen 10-Tage-Plan erstellt, der dabei hilft, sich kleine Schwächen zu verzeihen, etwas Druck aus dem täglichen Wahnsinn zu nehmen und das schlechte Gewissen zu vergessen. Weil es doch irgendwie verquer ist, dass wir über die Macken anderer hinwegsehen – und von uns selbst Perfektion erwarten. Dass wir die Pfunde der Freundin sexy finden – uns aber strikte Diäten verordnen. Dass Kollegen die Kritik des Chefs locker verkraften, während wir noch ewig dran knabbern. Eignen Sie sich mit unseren Tipps eine lässige Attitüde an – und sind künftig etwas netter, nachsichtiger und entspannter, wenn es um Sie selbst geht. All die aufmunternden Sätze, die Sie anderen gern sagen, dürfen Sie jetzt mal auf sich anwenden. Dann können Sie den Blick im Spiegel nämlich auf das richten, was man selbst gern vergisst: dass man eine liebenswerte und anziehende Person ist.

TAG 1: Gut siehst du aus!

Passt mein Po in diese Jeans?! Im Schummelspiegel der Umkleidekabine sah sie ja noch scharf aus – aber jetzt… Sitztest, Profilcheck und Schokoladenverteufelung. Irgendwie sind wir mit unserer Figur ja nie ganz zufrieden. Bizarr nur, dass wir zwanghaft den Bauch einziehen, während wir JLos Hintern bewundern und es bedauern, wenn Beyoncé abspeckt. "Statt ständig an dem herumzudoktern, was Sie an sich nicht so mögen, sollten Sie Schönes unterstreichen – und dafür Komplimente einheimsen", rät Life Coach Martina Frisch. Aufgabe für heute: Schmeißen Sie alles aus Ihrem Kleiderschrank, was Ihnen nicht mehr gefällt, noch nie wirklich stand oder worin Sie sich nicht wohlfühlen.

TAG 2: Mach dir nichts draus!

Okay, das Meeting gestern lief ziemlich mies. Und der Chef war richtig in Rage. Ist aber noch lange kein Grund, sich verrückt zu machen – oder gar an sich zu zweifeln. Erstens hatte er schlechte Laune. Zweitens kriegt er sich wieder ein. Und drittens: "Nehmen Sie Abstand von der Erwartungshaltung, dass sich immer alles mit ,sehr gut‘ absolvieren ließe", so Frisch. "Niemand ist jeden Tag imstande, gleich gute Leistungen abzuliefern." Zwar lohnt es, noch mal zu reflektieren, wie es beim nächsten Mal besser ginge. Aber dann darf man den Tag auch getrost abhaken – und zum Aufmunterungsprogramm übergehen: Ziehen Sie Ihren heißesten Fummel an, rufen Sie Ihre Mädels an – und wie hieß noch mal Ihr Lieblingsgetränk? Das wird als Erstes in der Bar bestellt. Und danach können Sie den Rumpelstilzchen-Auftritt Ihres Chefs getrost vergessen.

TAG 3: Ja, der meint mich!

Da versucht so ein gut aussehender Typ ganz offensichtlich mit Ihnen zu flirten – und Sie reden sich ein, dass er bestimmt eine andere meint. Schade! Dann gehören Sie bestimmt auch zu denjenigen, die Komplimente entkräften ("Ach, das Kleid ist doch schon alt") und eigene Leistungen relativieren ("Ach, das war doch halb so wild"). Martina Frisch rät: "Nehmen Sie heute jedes nette Wort ganz stolz und dankbar an." Sie können auch mal zwei Wochen Buch darüber führen. Dadurch steigt Ihr Bewusstsein dafür, wie gut Sie bei anderen eigentlich ankommen. Und was Sie in Sachen Charisma noch aus sich rausholen können, wenn Sie sich nicht verstecken.

Mehr Charisma
Mehr Charisma

TAG 4: Du schaffst das schon!

Das Zweifel-Z auf Ihrer Stirn macht Harry Potters Narbe Konkurrenz. "Wie konnte ich mich bloß darauf einlassen?", Das ist doch drei Nummern zu groß für mich, denken Sie – und sehen sich im Geiste schon wahlweise als Hochstaplerin oder als Häufchen Elend. Warum eigentlich nicht als strahlende Siegerin? Jedem anderen würden Sie doch auch Mut zusprechen, wenn er eine Herausforderung annimmt oder schwierige Zeiten durchmacht. "Seien Sie ruhig mal ein wenig mutiger und begegnen Zweifel mit einem ,Ich mache es trotzdem!'", rät der Coach. Und damit Sie der Mut nicht verlässt: Kaufen Sie sich ein Einweckglas, in dem Sie positives Feedback, Fotos, Erfolgsmeldungen und Danksagungen sammeln. Bei Durchhängern in das Glas greifen und freuen.

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Schlagworte
Charakter | Persönlichkeit | Psychologie | Relax
Autor
Katja Bosse