Liebe & Psyche

Leben Ich will mehr vom Leben! So finden Sie Ihr Glück.

Und das sollen Sie haben: Was Ihnen dafür den 
Weg weisen könnte? Herz, Bauch und sieben Fragen, die sich jede Frau irgendwann mal beantworten sollte...
Frau blickt in die Zukunft
   

Manche Fragen piksen so hartnäckig wie Krümel im Bett. Hin- und herwälzen, Augen verschließen und ignorieren, damit lässt sich Zeit schinden, aber besser wird’s nicht. Meist sind die Quälgeister ja auch gleich zu mehreren und geben keine Ruhe, bis wir uns aufrappeln. "Ist es das jetzt?", sticht die erste Frage. "Wo will ich hin?" bohrt die zweite. "Was fehlt noch in meinem Leben?" Dabei ist es nichts weniger als das Glück, das da anklopft. Denn wir alle wollen uns nicht irgendwann fragen, welchen Zug wir verpasst haben, an welcher Stelle wir hätten umsteigen sollen. Jeden Tag entscheiden wir uns, das Leben bewusst auszurichten. Zweifeln an unserem Lebensentwurf, gleichen Träume mit dem Istzustand ab. Gut so! Wer sich nicht zufriedengibt, ist auf dem besten Weg, dem Glück auf die Spur zu kommen. Wie die Teile eines Puzzles ergeben sie zusammen das, was wir sein wollen. Willkommen im Spiel des Lebens, hier sind unsere Fragen...

Führe ich das Leben, das ich will?

Da haben wir schon viel gelebt, viel geliebt und viel gestrampelt. Der Job ist da, ein Mann vielleicht auch. Trotzdem scheint noch alles offen zu sein. Zeit, die Weichen zu stellen: steile Karriere oder Teilzeit mit mehr Freiraum? Viel Geld oder eher soziales Engagement? Mobil bleiben oder sesshaft werden? Jetzt bloß keine Fehler machen und nichts verpassen. Wo sich viele Optionen bieten, lauern Fehlgriffe. Oder nicht? "Es gibt keine Fehlentscheidungen", sagt Maja Storch, Psychologin und Leiterin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich. "Ich habe ständig mit Menschen zu tun, die sagen: Ich habe die Fehlentscheidung meines Lebens getroffen." Ein Beispiel: Eine Frau, die einen festen Partner hat, aber unsicher ist, ob sie Kinder will, nimmt die Chance wahr, für ein halbes Jahr im Ausland zu arbeiten – und als sie zurückkommt und sich für eine Familie entschieden hat, hat er eine Neue. "Das ist keine Fehlentscheidung", so Storch. "Wir sollten uns nicht Tag für Tag an den Pranger stellen für Dinge, deren Ausgang wir nicht vorhersagen können. Wer weiß denn schon, ob die Liebe überhaupt tragfähig war." Eine verblüffende Aussage, die Erleichterung verschafft, weil sie Schuldgefühle nimmt. "Ich habe Pech gehabt‘ ist psychologisch etwas völlig anderes, als sich einzureden: ,Ich habe Schuld‘", erklärt Psychologin Storch. Denn, hey, so oder so war es die Gelegenheit, den Mann auf den Prüfstand zu stellen, und bei dieser Prüfung ist der vermeintliche Musterschüler eben durchgefallen.

Braucht ein glückliches Leben einen Plan?

Frau mit Laufmasche
Lebe lieber unperfekt
Oft denken wir, wir bräuchten einen ausgeklügelten Plan, dann würde alles gut. Allerdings fragt sich, ob wir nicht die Folgen unserer Entscheidungen überschätzen. "In den meisten Fällen ist das so", sagt Storch. "Wir haben Angst, die falschen Weichen zu stellen, und vergessen dabei, wie viele Zufälle unser Leben bestimmen." Die sind mal unglücklich, mal glücklich – und schon ist der Plan dahin. Tja, den einen richtigen Weg zum Ziel gibt es häufig nicht. Doch das ist kein Grund zur Beunruhigung, sondern eine Einladung, findet die Expertin. So wird die Last der Verantwortung genommen – und sollte zum Experimentieren anregen. "Ich plädiere nicht dafür, sich wie eine Flaschenpost treiben zu lassen, bis man strandet", betont Maja Storch. Wir müssen aber auch nicht jede Welle kontrollieren wollen. Vielmehr braucht es einen Leuchtturm, eine Ausrichtung des eigenen Lebens im Meer der scheinbar unendlichen Möglichkeiten. Da hilft es, hin und wieder einen prüfenden Blick auf den Weg zu werfen, der hinter einem liegt. Und dann: ausprobieren, auf die Nase fallen, aufstehen. Und Spaß haben! Dabei treffen wir keine richtigen oder falschen, sondern im Idealfall kluge Entscheidungen. Solche, die sich gut anfühlen, selbst wenn der Ausgang noch so ungewiss (aber dafür spannend) bleibt.

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Schlagworte
Charakter | Persönlichkeit | Psychologie | Tipp
Autor
Friederike Schön