Liebe & Psyche

Geld, Partner, Beziehung Geld und Liebe

Früher war es übersichtlich: Papa ging arbeiten, Mama pflegte den Vorgarten. Heute arbeiten Frauen nicht nur, viele verdienen sogar mehr als der Partner – und Geld beeinflusst die Liebe stärker als gedacht.
Geld und Liebe
    

Barbara Schöneberger müsste man sein. Die charismatische Blondine ist nicht nur schlagfertig wie ein geladener Lady- Colt, sondern auch eine der Top-Verdienerinnen im deutschen Fernsehen – und seit Sommer verheiratet mit einem echten Grafen. Ob nur adelig oder auch vermögend: Offenbar fühlt sich der Mann weder von Frau Schönebergers Ruhm, noch von ihren Moneten gestört. Auch Heidi Klum zählt zur Gattung „Medien- Millionärin“, und ihr Kontostand dürfte den ihres Gatten Seal um einiges überflügeln. Doch die beiden scheinen sehr glücklich und setzen ein Kind nach dem anderen in die Welt.

Die meisten Nullen verzeichnet aber vermutlich Madonnas Sparbuch. Gern ließ sich Ex-Gatte Guy Ritchie bei der einen oder anderen Filmfinanzierung unter die Arme greifen. Und seit der Trennung stehen reihenweise knusprig-knackige Kerle beid er einflussreichen Amerikanerin Schlange. Wie auch immer die TV-, Mode-und Pop-Diven das hinkriegen, für „Normalo- Frauen“ ist diese Kombination leider höchst unwahrscheinlich: Finanzieller Erfolg plus glückliches Liebesleben – das gelingt nur wenigen. Alle Konsumforscher, Sozialwissenschaftler und Psychologen kommen zum selben niederschmetternden Ergebnis: Vermögende Klassefrauen sind Ladenhüter auf dem Partnerschaftsmarkt.

Mal ehrlich…

…wer schwindelt hier wen an? Tatsächlich antworten Männer und Frauen recht unterschiedlich auf die Frage nach dem Geld: So behaupten 92 Prozent der deutschen Männer, „kein Problem“ damit zu haben, wenn ihre Partnerin mehr verdient als sie selbst. Gleichzeitig beklagt sich jede dritte Frau, dass ihr höheres Einkommen Stress in der Partnerschaft verursacht. Das ergab eine repräsentative Studie der Online- Partnervermittlung PARSHIP.de. Demnach wirkt sich der Euro-Frust auch negativ auf die Sexualität aus. Übrigens: In 22 Prozent der deutschen Haushalte bringen Frauen schon heute mehr Geld nach Hause als der Partner.

Nur eine andere Personengruppe gilt als genauso schwer vermittelbar: männliche Hartz-IV-Empfänger. Fragt sich, was Deutschlands Top-Verdienerinnen falsch machen. Wieso sinkt ihr Sex-Appeal offenbar umso tiefer, je höher der Kontostand klettert?

Warum werden alle anderen vor den Traualtar geführt – während die gut und besser betuchten Erfolgsfrauen zum siebten Mal seufzend die Trauzeugin geben? Isabel aus Berlin kennt das Euro-Dilemma aus eigener Erfahrung. Die wortgewandte Hauptstädterin vom Typ Liv Tyler arbeitet in leitender Position in der Pharmaindustrie. Im Gehaltsvergleich mit Lebenspartner Chris brachte sie monatlich fast 3.000 Euro mehr nach Hause. „Bei Chris lief es einfach nicht gut. Als freischaffender Künstler musste er ganz schön knapsen“, erzählt die 42-Jährige.

„Anfangs war er erleichtert, dass wenigstens einer von uns beiden finanziell fest im Sattel saß.“ Doch nach zwei Jahren häuften sich die Abende, an denen ihr Freund nur noch wortkarg und mit düsterer Miene durch die Wohnung schlich, statt sie nachdem Arbeitstag mit einem Kuss zu empfangen. „Nichts konnte ich ihm mehr recht machen. An allem meckerte er herum, etwa an meiner Frisur oder meiner angeblich schlechten Laune.“ Erst habe sie die Fehler bei sich selbst gesucht und sich gefragt, ob sie sich etwa gehen lasse: „Aber ich war doch dieselbe wie früher, am Anfang unserer Beziehung.“ Bis es irgendwann, bei einem der vielen verworrenen Krisengespräche am Küchentisch, aus Chris herausplatzte: „Du brauchst mich doch gar nicht für dein tolles Leben, verdammt!“

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Schlagworte
Karriere | Liebe | Partnerschaft
Autor
Sylvie-Sophie Schindler