Liebe & Psyche

Jetzt verliebe ich mich! Fünf Strategien, um endlich den Richtigen zu finden

Verliebtes Paar am winterlichen Strand

Man kann an seinen Speckröllchen arbeiten, an der Karriere, sogar gegen die ersten Fältchen lässt sich etwas machen. Nur in der Liebe, so scheint es, sind wir unserem Schicksal ausgeliefert. Bei einigen funktioniert das ganz prima. In vielen Fällen fühlt es sich jedoch so an, als säße man als Kassenpatient im überfüllten Wartezimmer eines Orthopäden. Und zwar ohne Termin! Ständig wird jemand anderes aufgerufen und kommt dran. Nur man selbst wartet und wartet und wartet... Ab und zu macht einem die Sprechstundenhilfe etwas Hoffnung, aber am Ende sitzt man da allein auf seinem unbequemen Stuhl, und nichts passiert. Es wird also Zeit, dem doch recht behäbig arbeitenden Schicksal etwas auf die Sprünge zu helfen. Deshalb haben wir ein paar Tricks und Kniffe gesammelt, mit denen Sie es schaffen, Amors Pfeil etwas mehr in Ihre Richtung zu lenken.

Chat ins Glück?
Internet-Liebe

Tipp 1: Gehen Sie die Sache offensiv an

Sie haben also von Ihrem Singleleben die Nase voll? Dann geben Sie es ruhig offen zu! Wer wirklich auf der Suche nach einem neuen Partner ist, hat keinen Grund, anderen zu erzählen, wie schön es doch sei, allein zu sein. Zum einen ist es bekanntlich Quatsch, seinen Freunden und damit irgendwie auch sich selbst etwas vorzumachen. Zum anderen kann so ein offen ausgesprochenes "Ich bin auf der Suche“ sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, möglichst bald Mr. Right zu begegnen. Je mehr Menschen Sie nämlich von Ihrem Vorhaben erzählen, desto größer werden Ihre Chancen, dass vielleicht jemand dabei ist, der wiederum jemanden kennt, der jemanden kennt, Sie wissen schon. Einen, der auch noch hervorragend zu Ihnen passt. Unterschätzen Sie nicht die Möglichkeiten von Klatsch und Tratsch! Mit jedem Gespräch, das nicht nur mit Ihnen, sondern auch noch über Sie geführt wird, dringen Sie immer tiefer in das ein, was Experten den „verdeckten Liebesmarkt“ nennen. Anders als auf dem offenen Liebesmarkt, zu dem Online-Partnerbörsen oder überfüllte Bars zählen, müssen Sie sich hier nicht mit diversen Nebenbuhlerinnen herumschlagen. Im Gegenteil: Freunde oder Bekannte präsentieren Ihnen ganz exklusiv Ihren potenziellen Traummann – keine Fake-Profile, keine Konkurrenz. Freuen Sie sich also ausnahmsweise, wenn hinter Ihrem Rücken geredet wird. Vielleicht springt ja ein Date dabei heraus.

Frau Spiegel
Liebe Dich selbst!

Tipp 2: Die richtige Körpersprache

"Winkeärmchen", "Enten-Po", "Waschbärbauch“ oder "Wohlfühlspeck“ – was im ersten Moment wie eine frech angehauchte Nettigkeit klingt, ist eigentlich nichts anderes als eine blumige Gemeinheit. Und die hören wir nicht etwa Tag für Tag von irgendwelchen Menschen um uns herum. Nein, wir selbst finden mit diesen pseudoliebevollen Wortschöpfungen immer wieder neue Bezeichnungen für das, was wir an uns selbst als Schwachstellen empfinden. Auch wenn sie einzeln zunächst nur harmlos klingen, können sie doch in der Masse das Bild, das wir von uns im Kopf haben, stark negativ beeinflussen. Völlig unbegründet fangen wir dann an, uns in unserer Haut nicht mehr wohlzufühlen. Den Blickkontakt mit dem gut aussehenden Unbekannten im Bus werten wir plötzlich nicht mehr als das, was es ist: ein Flirtversuch. Stattdessen tasten wir möglichst unauffällig unser Gesicht ab, ob nicht irgendwo noch Reste vom Frühstückscroissant hängen. Natürlich vergessen wir dabei völlig, vielleicht kurz zurückzulächen. Nein, je härter wir mit uns selbst ins Gericht gehen, desto unsicherer werden wir. Und das sieht man uns auch an: herunterhängende Schultern, scheuer Blick oder sogar die komplette Vermeidung von Blickkontakt. Ohne dass wir es bemerken, verrät unser Körper heimlich alles, was wir selbst über uns denken. Um wieder offener auf andere zugehen zu können, lohnt es sich daher, unseren inneren Dialog genau zu überprüfen. Gehe ich eher wohlwollend mit mir um und kann mir kleine Fehler verzeihen? Oder bin ich mir selbst gegenüber unnachgiebig und nachtragend? Es reicht schon, an uns selbst dieselben Anforderungen zu stellen wie an andere, um zufriedener zu sein. Denn obwohl wir selbst immer nach Perfektion streben, erwarten wir das nie von unseren Freunden und Bekannten. Und die mögen wir doch trotzdem. Oder gerade deswegen...

flirtendes Paar
Richtig flirten

Tipp 3: Nehmen Sie sich Zeit für die Partnersuche

Überstunden im Büro, danach noch Yoga-Session im Fitnessstudio, und die verpassten Folgen der Lieblingsserie müssen ja auch endlich wieder aufgeholt werden – Single zu sein bedeutet in den meisten Fällen nicht unbedingt, an Langeweile und zu viel Freizeit zu leiden. Schließlich lassen sich auch ohne Partner persönliche Interessen herrlich verfolgen. Manchmal sogar noch besser. Und genau da liegt das Problem: Viele glauben, die Partnersuche zwischen zwei Termine quetschen zu können. Das ist am Ende von so wenig Erfolg gekrönt wie ihr letzter Versuch, mal eben während des Kochens noch die Nägel zu lackieren und dabei parallel die Strumpfhose anzuziehen. "Prüfen Sie deshalb genau, wie viele Stunden Sie pro Tag oder Woche für die Liebessuche reservieren können“, so der Rat von Liebes- und Karrierecoach Janine Berg-Peer. "Es ist wichtig, eine feste Zeitspanne dafür festzulegen.“ Alles, was Sie in Liebesdingen in dieser Zeit erledigen, können Sie zur Motivation auch auf einer Art Checkliste ab haken. Eine neue Visitenkarte? Ein Häkchen für einen neuen Erfolg. Sie haben eine alte Freundin als Liebesmentorin rekrutiert? Häkchen! Mit jedem Häkchen kommen Sie Ihrem Ziel ein wenig näher. Von der festgelegten Zeitmenge wird später auch abhängen, wann und vor allem wie intensiv Sie sich auf die neue Liebesbeziehung einlassen können. Allerdings haben die festen Zeitvorgaben laut Berg-Peer auch noch einen anderen Vorteil: "Sie werden Sie disziplinieren. Wenn Sie 15 Stunden eingeplant haben, dann sollten Sie das auch einhalten.“

paar auf der Parkbank
Was wollen Männer beim ersten Date?

Tipp 4: Was kostet die Partnersuche?

Leider ziemlich viel. Selbst die Suche nach Mr. Right bildet da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Neue Schuhe, schicke Klamotten und Cocktails in der angesagten Bar auf dem Szenekiez fressen ein ziemliches Loch ins Portemonnaie. Sogar die meisten Online-Partnerbörsen verlangen für ihre Dienste Geld. "Sie müssen also unbedingt ein Budget für Ihre Liebessuche festlegen“, rät Liebescoach Janine Berg-Peer. Aber nur so viel, wie Sie sich auch leisten können. Schließlich sollen ja die roten Herzen in Ihren Augen blinken und nicht die roten Zahlen auf Ihrem Konto. Überlegen Sie sich deshalb auch, auf welche Dinge Sie in der Zeit Ihrer Suche verzichten können. So können Sie sich vielleicht einen kleinen Puffer aufbauen. Es wäre schließlich sehr ungünstig, wenn Sie die Verabredung mit einem charmanten Mann ausschlagen müssten, nur weil Sie sich die Taxifahrt zum Restaurant nicht leisten können, oder nicht?

Frau und Mann flirten in Limousine
Persönlichkeitstest

Tipp 5: Eine Wunschliste erstellen

Mit welchem Ernst und welcher Inbrunst haben wir früher in Krakelschrift unsere Wunschzettel geschrieben? Ein Ritual, das wir unbedingt wieder einführen sollten. Einfach mal den Traummann backen! Kein Witz, wer einen Partner sucht, muss zunächst einmal wissen, was er sucht. "Das Prinzip ähnelt dem bei einer Wohnungssuche, da gehen Sie doch auch systematisch vor und machen sich ganz bewusst, was Sie brauchen“, sagt die Flirtexpertin Tatjana Strobel. „Da überlegen Sie sich genau, ob Altbau oder Neubau, Erdgeschoss mit Garten oder 6. Stock mit Balkon. Szeneviertel oder ruhige Wohnlage? Worauf kann ich verzichten, was ist mir extrem wichtig?“, so der Liebescoach. Genauso funktioniert es in Sachen Liebe: mit einem Schuss Rationalität. Für Schmetterlinge ist dann immer noch Zeit. Schreiben Sie eine Liste, und definieren Sie Ihre Wünsche ganz klar. Dann verankern sich diese im Bewusstsein. Und Sie tappen nicht immer wieder in dieselbe Liebesfalle – Mist, schon wieder so ein Schluffi, der keine Verantwortung übernehmen will. "Im zweiten Step füllen Sie dann die einzelnen Punkte mit Inhalt“, rät Liebescoach Strobel. „Nehmen wir an, ich habe 'humorvoll‘ ganz oben auf dem Wunschzettel. Dann frage ich mich als Nächstes: Was meine ich denn damit genau? Stehe ich auf plumpe Witze, Albernheiten, oder liebe ich Sarkasmus? Jeden Punkt sollte man sich ganz in Ruhe und mit all seinen Facetten anschauen.“ Und sich überlegen, ob man das, was man erwartet, dem künftigen Partner auch selbst bieten kann. Bin ich eine Lustige, kann ich über mich selbst lachen? Und ganz wichtig: Welche Interessen habe ich, und welche möchte ich unbedingt mit einem Partner teilen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, können Sie IHN auch an den entsprechenden Orten finden: im Museum, in einer Jazzbar – oder im nächsten Urlaub an einem Kitesurfing-Hotspot…

Promotion
Anzeige
Schlagworte
Beziehung | Liebe | Partnerschaft | Single | Tipp
Autor
Yvonne Adamek