Liebe & Psyche

Partnerschaft Der Honeymoon-Effekt

Was können wir tun, um die prickelnden Flitterwochen-Gefühle in unserer Beziehung zu erhalten? Der amerikanische Zellbiologe Bruce Lipton ist auf erstaunliche Antworten gestoßen.
Verliebtes Paar
  

Denken Sie einmal an die tollste Liebesaffäre Ihres Lebens zurück. An jene wundervolle Zeit, in der Sie sich tagelang liebten, in der Sie nichts zu essen und kaum etwas zu trinken brauchten und doch endlos Energie zu haben schienen – jenen Flitterwochen- beziehungsweise Honeymoon-Effekt, der ewig zu halten verspricht: Das Leben ist so schön, dass man es kaum erwarten kann, am nächsten Morgen aufzuwachen und dem Universum zu danken, dass man lebt. Doch irgendwann wird aus der heißen Romanze oft alltägliches Genörgel. Manche lassen sich scheiden, andere schalten auf Durchhalten. Aber so muss es nicht enden.


Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt der amerikanische Zellbiologe Bruce Lipton. Ausgerechnet ein bekennender Skeptiker mit Ehephobie. „Ewige Liebe? Glücklich für alle Zeit? Vergiss es!“, tönte der Forscher und Bestsellerautor einst, bis er vor dem Hintergrund seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einem anderen Schluss kam: Es sei nicht sein Schicksal, immer wieder vor einem Beziehungs-Aus zu stehen. „Ich hatte jede gescheiterte Beziehung meines Lebens selbst kreiert. Und genau wie ich selbst für das Scheitern verantwortlich bin, so kann ich auch die wunderbare Beziehung erschaffen, die ich mir wünsche.“ Lipton zufolge sind es nicht unsere Gene oder eine suboptimale Kindheit, die uns davon abhalten, tolle Lieben mit Happy End zu erleben – es sind unsere Überzeugungen. „Sie denken vielleicht, Ihre große Liebe sei ein Zufall und ihr unglückliches Ende Pech gewesen. Irrtum! Wenn Sie wissen, wie Sie den Honeymoon-Effekt erzeugen und wie Sie ihn verloren haben, können Sie wie ich aufhören, über Ihr schlechtes Beziehungskarma zu jammern. Und stattdessen eine anhaltende, glückliche Beziehung leben“, sagt der Autor („Der Honeymoon-Effekt“, Koha, 192 S., 14,95 Euro, erscheint am 14. Februar).

Liebe ist Chemie

Aus Sicht der Biochemie geht es in der Liebe um Zaubertränke, genau dosierte neurochemische und hormonelle Cocktails, die durch unsere Adern fließen, wenn wir uns verlieben. Bruce Lipton behauptet sogar, dass der Honeymoon-Effekt eine Art Sucht ist. Denn im Zustand der Verliebtheit wird der Belohnungskreislauf des Gehirns aktiviert. In dem Moment betritt neben zahlreichen anderen Hormonen der Neurotransmitter Dopamin die Bühne. Er bringt uns dazu, angenehme Erfahrungen zu wiederholen, bis der durch die Dopamin-Schwemme ausgelöste Glücksmoment wichtiger ist als alles andere im Leben. Wir sind quasi ständig auf Droge. Es stimmt schon. Wer je neben dem Telefon auf einen Anruf des Geliebten gewartet hat, oder seinen Job aufgab, um seinem Liebsten zu folgen, den dürfte das kaum verwundern. Doch wir brauchen keine Sklaven unserer Hormone zu sein. Wir sind vielmehr die Produzenten unseres Liebesrausches, fand der Zellforscher heraus. Denn unsere Gedanken erzeugen die Liebesdrogen, die unsere etwa 50 Billiarden Zellen unseres Körpers beeinflussen. „Wenn unser Verstand die Erfahrung der Liebe wahrnimmt, schüttet das Gehirn neurochemische Stoffe aus, auf die unsere Zellen mit Wachstum reagieren“, erklärt der Forscher. Angst verursacht dagegen die Freisetzung von Stresshormonen, die zum Absterben vieler Zellen führen. „Ihre Biochemie im Gehirn entspricht genau Ihrer Wahrnehmung. Wenn Sie die richtige Zauberdroge finden wollen, um Ihr Leben zu verschönern, dann müssen Sie Ihr Denken ändern.“

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Beziehung | Liebe | Partnerschaft