Liebe & Psyche

Fremdgehen in Gedanken Der Ersatz-Lover im Hinterkopf

Glücklich liiert und dann das: Ein anderer Mann geht uns nicht mehr aus dem Kopf. Fremdgehen ist zwar tabu – doch manchmal träumen wir von unserem Ersatz-Lover im Hinterkopf und fragen uns: „Was wäre, wenn…“
Frau hat Mann im Hinterkopf
     

Eine glückliche, harmonische Beziehung, das ist es doch, wonach wir uns alle sehnen, oder? Sicherheit, Vertrauen, Verlässlichkeit, einen Partner, mit dem es sich gut und richtig anfühlt. Aber wenn wir endlich den Mann gefunden haben, der uns all unsere Harmonie-Träume erfüllt – dann fehlt uns manchmal doch wieder etwas. Was genau, wissen wir meist gar nicht. Bis jemand in unser Leben tritt, der es uns gibt: das prickelnde Flirten, das wir schon fast vergessen hatten. Das Gefühl, wahnsinnig sexy und interessant zu sein. Bewunderung und gern auch ein bisschen Begehren, ein dickes Stück Sahnekuchen für unser Ego eben. Der Mann, der all das in uns auslöst, ist nur nicht der Mann fürs Leben – den haben wir ja schon. Er ist der Mann für spezielle Aufgaben, der Verwöhner, der Mann, der dafür sorgt, dass wir uns (mal wieder) gut fühlen.

Carsten ist so ein Mann in Katharinas Leben. „Dich wollte ich schon immer mal kennenlernen“, sagte er damals zu ihr, als die beiden sich vor zwei Jahren zufällig bei einer Lesung trafen. Die 36- Jährige ist Pressereferentin bei einem kleinen Verlag, er freier Lektor. „Unser erstes Gespräch war ein Flirt. Aber gleichzeitig kam es mir so vor, als würde ich einen alten Freund wieder treffen. Alles fühlte sich sicher und warm an“, schwärmt sie. Katharina war damals seit drei Jahren verheiratet, Carsten lebte in Scheidung. Und gab Vollgas: Gleich am nächsten Tag meldete er sich. Katharina willigte zu einem Date ein. „Ich fühlte mich sicher, weil ich fest gebunden war“, begründet sie den Schritt. Trotzdem war sie damals nervös: „Als verheiratete Frau trifft man sich ja nicht oft mit Männern. Ich entschied mich, klar zu signalisieren, dass ich nur flirten will – und anregende Gespräche über Literatur führen. Aber ich fragte mich schon: Was will er eigentlich von mir?“ Nun, Carsten hatte Interesse, das über einen Flirt hinausging, wie Katharina bei Linguine mit Miesmuscheln und etwas zu viel Lugana feststellte. „Natürlich merkte ich, dass er mich attraktiv findet“, sagt sie. „Aber ich hatte auch das Gefühl, er nimmt etwas von mir wahr, das über den Sex-Appeal hinausgeht: mich, meine Persönlichkeit.“

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Schlagworte
Fremdgehen | Liebe | Partnerschaft | Sex | Treue
Autor
Jurate Baronas