Liebe & Psyche

Trend-Report Feminismus Die neue Weiblichkeit

Während in der Politik gerade mal wieder die Diskussion über eine Frauenquote hochkocht, rollen wir mit den Augen. Warum? Weil wir längst einen Schritt weiter sind. Wir leben unsere Freiheit.

Die neue Weiblicheit
    

Obwohl es regelmäßig passiert, ist es doch immer wieder schön, wenn mein Freund mich nach einer Dienstreise vom Flughafen abholt. Ich mag es, am Zoll vorbei auf dieses strahlende Gesicht zuzugehen. Was ich nicht mag, ist das, was meist danach kommt. Enthusiastisch brabbelnd läuft er vor mir her und lässt mich meinen Koffer bis zum Auto selber ziehen. Gut, der Trolley hat Rollen, und es ist ebenerdig. Aber auf den Stufen hinauf zu unserer Wohnung hört der Spaß auf. Ich blicke erwartungsvoll zu ihm, doch nichts tut sich. Und wenn ich nölend am Treppenabsatz stehen bleibe, schallt mir aus dem ersten Stock nur ein „Ich denke, du bist emanzipiert und kannst alles allein!“ entgegen.

Mann! Ja, natürlich bin ich emanzipiert. Schließlich bin ich mit der Überzeugung aufgewachsen, dass alle Menschen gleich sind. Übrigens nicht nur Männer und Frauen, sondern auch Italiener, Afrikaner, Eskimos. Aber an dieser Überzeugung sind mir im Laufe der Jahre ein paar winzige Haken aufgefallen: Muskeln, Brüste, Hormone. Ich kann tun, was ich will, aber meine Arme werden immer etwas dünner bleiben als die von meinem Freund. Und nur, weil ich acht Jahre geboxt habe, darf ich ja trotzdem wohl mal schwach sein oder zumindest so tun. Das ist die neue Weiblichkeit und meiner Meinung nach nämlich das Tolle am Frausein: alle Möglichkeiten zu haben. Ich kann Managerin werden, wenn mir nach Karriere ist, oder mich als Hausfrau liebend um meine Familie kümmern.

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Schlagworte
Charakter | Frauen | Lifestyle
Autor
Yvonne Adamek