Sex

Lesbische Erfahrung Sex mit einer Frau

Lesbisches Paar

Sollte ich sagen, wen ich am meisten liebe, sind meine drei engsten Freundinnen unter den Top Five. Ich liebe diese Mädels ganz sicher viel mehr als den ein oder anderen Mann, mit dem ich geschlafen habe. Für die Art, wie sie lachen, im Leben stehen, an meiner Seite sind. Ich finde, sie sehen fantastisch aus, haben einen tollen Style, wunderschöne Körper. Und wenn wir uns manchmal in den Arm nehmen, riechen sie super nach frischer Dusche und einer guten Creme. Dann umfängt mich so ein Gefühl von Frieden, Vertrautheit und ganz, ganz tiefer Liebe, deren Ende ich mir überhaupt nicht vorstellen kann. Heißt es nicht immer, dass richtig guter Sex genau diese großen Gefühle braucht? Denke ich das jetzt mal weiter, frage ich mich schon: Warum war ich noch nie mit einer Frau im Bett – und was würde es ändern? Brauche ich es? Macht eine bestimmte fremde und doch vertraute Art der Berührung, diese eine Nacht mich vielleicht zu einem Menschen, der ganz frei ist und sich vollkommen fallen lässt und jeden Sex haben kann, den er sich wünscht? Würde mich das von jeglicher Verklemmung befreien und alles neu machen?

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Viele Frauen sind neugierig auf eine lesbische Erfahrung

Ich stehe mit diesen Fragen nicht allein da: Jede zweite Frau in Deutschland trägt diese diffuse Sehnsucht in sich. In den Städten stehen Frauen mit Drinks an Bars herum und suchen eine One-Night-Lesbe. In der Szene werden sie Mode-Lesben genannt, denn ein bisschen lesbisch zu sein, das ist in. Anne Will und Lindsay Lohan sind coole Botschafterinnen der gleichgeschlechtlichen Liebe, im Kino oder auf MTV küssen sich die Ladys, streicheln sich Busen und Oberschenkel und scheinen ständig an unsere Schmetterlingsregion im Unterbauch zu funken: "Ist doch ganz normal, dass Frauen Frauen küssen, vögeln, lieben. Probier es aus." Es ist ja auch nicht so, dass es uns nicht anmachen würde – auch wenn wir uns für vollkommen hetero halten. Ein Forscherteam der Universität in Illinois zeigte Frauen erotische Filmszenen und stellte fest: Weibliche Gehirne reagierten genau gleich, egal, ob ihnen heterosexuelle oder lesbische Filme gezeigt wurden. Uns stimulieren nämlich Attraktivität und Verhalten eines Menschen oder die Situation, in der wir ihm begegnen.

Sex-Tipps

Brauchen wir Schubladen wie bi-, hetero- und homosexuell?

Für weibliche Gehirne ist das Geschlecht da fast Nebensache. Ich kann das nachvollziehen. Irgendwo in meinen 20ern habe ich eine Frau geküsst. Nadja, die ich in einem Hostel auf einer Italien-Reise traf. Sie hatte lange dunkle, dichte Locken und witzige Sommersprossen. Und auch, wenn es jetzt klingt wie aus einem Cora-Roman: Dieser eine Kuss war so weich und zart, kein bisschen drängend, sondern zärtlich und abwartend. Ich hätte das stundenlang tun können. Bis ich dachte: "Soll ich jetzt ihren Busen berühren? Ihre Scheide anfassen? Einfach weglaufen? Wie peinlich! Was mache ich hier eigentlich?" Ich knipste das Licht an und drehte die Musik lauter. Wir lachten uns kaputt und nahmen uns die letzten drei Tage der Ferien immer ganz fest in den Arm – aber nie mehr zärtlich. Ich hätte gern, aber ich konnte nicht. Also blieben die Fragen. Vor allem die über mich selbst: Gehöre ich zu den Frauen, die solche Schubladen wie bi-, hetero- und homosexuell brauchen? Vielleicht. In jedem Fall begegnete ich danach einem richtig guten Mann und verliebte mich mit Haut und Haaren. Das ist mir eben bei einer Frau nie passiert – egal, wie heiß ich sie fand oder wie gut sie duftete. Ich habe heute das ganze Paket mit gutem Sex, einer gemeinsamen Vision davon, wie die Liebe sein sollte – jetzt und in Zukunft. In meinem Leben gibt es eine echte Nummer eins, ganz viel Liebe in den Top Five und diese Fantasie. Mehr Verwirrung traue ich mich nicht.

4 Fragen zum Thema Sex unter Frauen

Xenia Meiske, 26, lebt in Berlin. Sie wurde in einer Nacht bekehrt und erklärt einmal kurz, wie es zwischen zwei Frauen funktioniert

PETRA: Geht Flirten mit einer Frau anders?

Xenia Meiske: Es funktioniert genauso wie mit einem Mann. Die Initiative ergreift diejenige, die Lust hat. Berührungen sind beim Flirt eigentlich nicht drin, wenn nicht absolut klar ist, dass es auf einen One-Night-Stand hinausläuft. Zwei Frauen können ewig umeinander herumschleichen. Es gibt aber unter Frauen auch die Situation, dass eine einfach fragt: "Hey, Lust auf vögeln?"

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Wie definiert sich eigentlich Sex unter Frauen genau – wann hatte man welchen?

Ich definiere Sex nach Orgasmen. Hatte ich einen oder meine Partnerin, dann ist es irrelevant, ob ich ihn durchs Küssen oder durch den Akt an sich hatte. Dann hatte ich Sex. Und: Ich definiere Sex zwischen zwei Frauen auch nicht über penisähnliche Hilfsmittel wie etwa Vibratoren. Sobald primäre Geschlechtsmerkmale berührt werden und Lust empfunden wird, ist es Sex.

Ist lesbischer Sex intensiver?

Meiner Meinung nach ist guter Sex unabhängig vom Geschlecht. Ich allerdings empfinde lesbischen Sex als definitiv länger, da Frauen in der Lage sind, multiple Orgasmen zu haben. Und: Es ist ein vertrauter Anblick. Man ahnt, was die andere fühlen könnte. Das befriedigt ungemein. Frauen sind im Bett leidenschaftlicher und durchaus hemmungsloser.

Sie sind sozusagen in einer Nacht bekehrt worden. Was hat den Ausschlag gegeben?

Ich war nie besonders berauscht vom männlichen Körper und auch nicht befriedigt, obwohl der Sex objektiv wohl nicht schlecht war. Nach der ersten Nacht mit einer Frau öffnete ich die Augen und wusste es. Es fühlte sich wie Fliegen an, und das Herzklopfen war plötzlich auch da. Niemals zuvor und auch im Laufe der Jahre konnte ein Mann solche Verliebtheitsgefühle in mir hervorrufen. Frauen hingegen schon. Ich denke, dann ist es klar, dass es nicht nur der Reiz war.

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Schlagworte
Erotik | Frauen | Liebe | Lust | Sex
Autor
Lisa Leonard