Sex

Sex-Tipps Quickie vor!

Der Sommer ist kurz genug, und guter Sex muss auch nicht lange dauern. Lieber mal schnell zwischendurch als nie Zeit zu zweit, findet Autor Kai Franke. Hier sein Plädoyer für den Quickie. 90 Prozent aller Männer würden es unterschreiben …
Sex im Wasser
  

Der Quickie ist das schwarze Schaf des Beischlafs und teilt sich gemeinsam mit dem Sex im Auto von jeher das böse Vorurteil, in der Theorie weitaus reizvoller zu sein als in der Praxis. Beschimpft als schmuddelige Männerfantasie oder gar würdeloses Mittel zum Zweck des Besenkammer-Samenraubes, dümpelt der Quickie seit Jahren am Rande des ruhigen Gewässers, auf dem sich Liebende im Rausch des Endlos-Vorspiels lustvoll treiben lassen. Ich finde das nicht fair. Warum hat es der Quickie so schwer, sich gegen seine langatmige Konkurrenz durchzusetzen? Das größte Problem des Quickies ist vermutlich, dass wir ihn schon lange kennen. Damals, als Handys noch Telefonkarten hießen, und Elton John noch eine Glatze hatte, da war der Quickie unser Einstieg in alles, was später einmal richtig guter Sex werden wollte.

Das erste Mal

Die wenigsten haben doch von einem „ersten Mal“ zu berichten, das länger als fünf Minuten dauerte und aus mehr als schwitzigem Gefummel bestand. Pate für eine dermaßen unbeholfene Veranstaltung zu stehen, machte dem Quickie seit dieser Zeit das Leben schwer und ließ ihm eigentlich wohl nie eine Chance. Denn Geschlechtsverkehr in unseren frühen Jahren hatte gefälligst einen ganzen Vormittag zu dauern – oder zumindest doch die halbe Nacht.

Später dann, als wir die Sache technisch so gut drauf hatten, dass wir die schnelle Nummer zwischendurch mit Bravour hätten hinlegen können, da legten wir aus anderen Gründen Wert auf ein Vorspiel in Blockbuster-Länge. Rein, raus – danke, Klaus? Dafür wart ihr Frauen euch meistens zu schade. Während euch bei der Suche nach Mr. Right erstmals der betörende Duft der lebenslangen Liebe in die Nase stieg, da müffelte der Quickie nach einer unbefriedigenden Affäre ohne echte Zukunft. Ihr fühltet euch damit irgendwie schnell abgefertigt, nicht richtig geliebt, nicht ernst genommen. Logisch, dass auch wir damit nicht glücklich sein konnten.

Und schließlich war da noch die miese Presse. Wann immer in den letzten Jahren der halbgare Versuch unternommen wurde, die flotte Kopulation zurück ins heimische Schlafzimmer zu lotsen, kam sie am Ende mehr schlecht als recht weg. Als Notlösung, als müde Nummer, mit der gestresste Paare ihre ehemals ungezügelte Leidenschaft noch zwischen das späte Meeting und das RTL Nachtjournal quetschen konnten, mehr nicht. „Halt!“ möchte man als Mann da schreien. Das hat auch dieser Sex nicht verdient. Bei dem wir uns nämlich sehr wohl Gedanken machen, wo und wie wir uns und auch euch effektiv zum Ziel führen.

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Liebe | Sex