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Liebes-Trends im Check Sex mit einem guten Freund

Ist doch eigentlich nichts dabei, so lange beide Single sind. Aber taugt „Casual-Sex“ als Alternative zu One-Night-Stands? Oder müssen wir Freundschaft und Liebe trennen? Darüber macht sich PETRA-Redakteurin Katja Kullmann so ihre Gedanken.
Sex mit einem guten Freund
     

Sex mit einem guten Freund

"Casual-Sex", "Fucking Buddies" und "Friends with benefits"


„Casual-Sex“ nennen es die Briten, uncharmant „Fuck Buddies“ die Amerikaner, von „Friends with benefits“ reden feinfühligere Englisch-Muttersprachler, und alle meinen das Gleiche: ein lockeres, aber intimes Verhältnis zwischen zwei Menschen, die sich mögen. Die sich vertrauen, gut miteinander auskommen – sonst nichts. Keine Eifersuchtsanfälle, keine emotionalen Erpressungsversuche. Nur Kumpanei.Und eben gelegentlicher Geschlechtsverkehr in aller Freundschaft. Etliche Psychologen, Soziologen und Paartherapeuten haben sich des Phänomens bereits angenommen. Als „neue urbane Kultur“ bezeichnet etwa der renommierte Sexualwissenschaftler Ulrich Clement die freundschaftlich-sportlichen Dauer-Verhältnisse. Studien zufolge sind sie unter großstädtischen Mittdreißigern besonders weit verbreitet. Eine große Tageszeitung wucherte gar mit der Schlagzeile: „Unverbindlicher Sex als Merkmal unserer Zeit.“Aber eben darum geht es nicht beim „Casual-Sex“. Nicht kühle Unverbindlichkeit flirrt zwischen den Beteiligten, sondern das Gegenteil: Vertrauen, das Vermögen, sich lustvoll fallen zu lassen und zu entblößen – eine Sehnsucht, die viele Singles umtreibt und die sich mit One-Night-Stands kaum erfüllen lässt. Denn bei aller Aufregung, die Spontan-Aufrisse so mit sich bringen: Irgendwann wird auch die abenteuerlustigste Liebhaberin müde, sich jedes Wochenende neu auf den Markt der Begehrlichkeiten zu werfen, mehr oder weniger mühsam um jemanden zu werben und den dann „abzuschleppen“. Oder sich aus Internet-Portalen wie „first affair“ oder „poppen.de“ einen Anonymus nach dem anderen herauszufischen. 95 Prozent aller Sexualkontakte spielen sich laut Statistik in dauerhaften Partnerschaften ab. Umgekehrt bedeutet das: Auf Singles fallen nur fünf Prozent des Sexes ab, der weltweit im Umlauf ist. So wenig, dass man es kaum glauben kann. Sowenig, dass viele Alleinstehende die Sex-Losigkeit nicht länger hinnehmen wollen. Anders ausgedrückt: Nicht jeder Single mag auf das körperliche Vergnügen verzichten, nur weil gerade kein(e) feste(r) Partner(in) da ist. Doch ein zügelloses, blindes Herumturnen auf fremder Leute Matratzen – „Sex just for fun“ – gefällt vielen eben auch nicht. „Casual“ bedeutet im Wortsinn „ungezwungen“ –und es liegt nahe, dass man mit einem guten Freund letztlich tatsächlich „ungezwungener“, direkter, und in jeder Hinsicht befriedigender Sex haben kann, als mit einer zufällig mitgenommenen Bar-Bekanntschaft.

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Schlagworte
Freundschaft | Sex | Single
Autor
Katja Kullmann