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Sex Kopfkino-Männer und der Sex in Gedanken

Paar küsst sich

Mads Mikkelsen fällt mir sofort ein. Früher dachte ich oft an Johnny Depp. Es muss aber kein Star sein. Alex ist der Beste von allen. Wir trafen uns irgendwann in einer Bar. Es wurde eine dieser Nächte, nach denen man sich am nächsten Morgen fragt, ob man getrunken, gegessen oder überhaupt geatmet hat. Ich hatte einen Gefühlsfilmriss. Von diesem Sex, der einen so zufällig überfüllt, so ungeahnt mächtig, wie es vielleicht nur passieren kann, wenn man nichts erwartet. Die Sonne ging auf, wir tranken noch einen Espresso, ich ging und sah ihn nie wieder. Genau darum wurde Alex der beste Kopfkino-Mann in meinem Leben.

Sex, der das Leben verändert

fussfetisch
Fußfetisch – wenn Füße zum Lustobjekt werden

"Life changing sex" nennt man dieses Phänomen. Nicht, weil wir es ab morgen nur noch auf diese eine Art und Weise tun. Sondern weil sich unsere Maßstäbe verändern. Weil wir Grenzen überschreiten, die vorher festgemauert schienen. Weil wir den Horizont anfassen und merken, dass es dahinter weitergeht. „Diese ultimativen sexuellen Erfahrungen können ganz unterschiedlich sein“, sagt Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin und Paarberaterin bei ElitePartner. „Die einen brauchen dafür den Halt und die Sicherheit einer festen Partnerschaft. Sie können sich nur ganz fallen lassen, wenn sie Vertrauen entwickelt haben. Anderen aber gefällt im Bett der Bad Boy, mit dem sie nie eine Beziehung eingehen würden.“ Darum eignen sich diese Typen optimal als Kopfkino-Männer. Laut einer britischen Studie träumen 90 Prozent der Frauen davon, Sex mit Männern zu haben, mit denen sie gar nicht zusammen sind, geduldige Projektionsflächen unserer stillen und geheimen Lust. Dieser eine Mann, der uns immer wieder gefährlich werden kann – unabhängig davon, ob wir Single, frisch verliebt oder schon ewig verheiratet sind. Egal, wie harmonisch und leidenschaftlich wir lieben, es bleiben Seiten unserer Sexualität, die in der aktuellen Beziehung ungelebt sind – und das ist ganz normal.

Kopfkino-Männer oder feste Partner?

Warum hat es der eigene Partner so schwer, den Kopfkino-Mann verschwinden zu lassen? „Weil Leidenschaft und prickelnder Sex ein Gegengewicht haben. Das sind Vertrautheit und Intimität“, weiß die Sexualwissenschaftlerin. Unsere Kopfkino-Männer kennen wir meist nicht sonderlich gut, oder haben noch eine Rechnung mit ihnen offen. Sie sind die klassischen Mistkerle, die uns abserviert oder schlecht behandelt haben. Die wir zwar ins Bett kriegten, aber nicht gezähmt. Wieso taucht gerade dieser Typus Mann so oft in unseren erotischen Träumen auf? „Weil auch wir Frauen es mögen, wenn die Jagdinstinkte angesprochen werden. Einen unerreichbaren Mann zu erlegen, wertet uns auf. Und: Mit diesem Mann laufen wir gar nicht Gefahr, in einen routinierten Alltag zu kommen“, sagt Lisa Fischbach. Wir können ganz gefahrlos von ihnen träumen. Es ist wie mit den Hollywood-Blockbustern, die nach dem Happy End ausblenden. „Weil es danach in den Alltag geht. Aber der interessiert die sehnsuchtsvolle Seele nicht. Die möchte glauben, dass die Liebe das ganze Leben so romantisch und exzessiv bleiben kann.“ Ja, das wäre schon toll, ist aber leider eine Utopie.

Was uns der Sex im Kopf bringt

Aber was tut der Kopfkino-Mann denn nun für uns, außer von der aktuellen Liebe abzulenken? Wenn wir es richtig anstellen, macht er unsere Beziehung spannender. Denn: „Paare glauben ja immer, den anderen in- und auswendig zu kennen. Aber was den Sex angeht, kennen sie ihre sexuelle Schnittmenge, den gemeinsamen Nenner, das, was beide mögen. Mehr oft nicht. Doch jenseits davon gibt es so viel zu entdecken“, sagt Lisa Fischbach. Und den Weg über die Grenze zeigt uns der Kopfkino-Mann. Was spricht dagegen, den Liebsten in unsere Fantasien einzuweihen – natürlich ohne den Namen zu erwähnen? Wie oft fühlen wir uns besser, attraktiver, anziehender, weil wir für einen kurzen Moment an einem verregneten Arbeitstag voller Meetings mal ein paar Sekunden unsere erotische Fantasie aktivieren? Und dann ganz fest an diesen einen Mann und diesen einen Sex denken. Bekommen wir da nicht gleich Lust auf ein erotisches Sahnehäubchen an diesem durchschnittlichen Tag? Oder auf ein Experiment, das wir schon lange mal wirklich ausprobieren wollen. Wenn wir den Traum umsetzen, machen sich die Botenstoffe in unserem Körper selbstständig: Dann sprudeln Adrenalin und Dopamin, alles fühlt sich frisch und neu an. Dass wir es je wieder mit diesem Once-in-a-life-sex-Mann tun, ist unwahrscheinlich. Nicht einmal zwanzig Prozent von uns steigen wieder mit dem Ex ins Bett – schon gar nicht, wenn sie gebunden sind. Aber trotzdem kann er noch etwas für uns tun, kann uns fliegen lassen. Also, ich empfehle jeder Frau einen Alex. Leider kann ich die Adresse von meinem nicht weitergeben. Ich wusste sie noch nie.

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Schlagworte
Erotik | Liebe | Männer | Sex
Autor
Stefanie Lindenberger