Sex

Sex Die neuen Erotiktrends

Gestern lesbische Abenteuer, heute Soft-Sadomaso: Was in unseren Betten passiert, ist (auch) eine Frage der Mode. Wie gesellschaftliche Trends unsere Fantasie beflügeln – und warum wir trotzdem unserem persönlichen Erotik-Stil treu bleiben...

Die neuen Erotik-Trends
  

Beerentöne, Pastellfarben, Neon – alles Mode für Angezogene. Wenn’s ums Ausziehen geht, ist die aktuelle Trendfarbe Schwarz: schwarzer Lack und schwarzes Leder, kombiniert mit neunschwänziger Peitsche und Gesichtsmaske. In nur wenigen Wochen verkaufte sich der erste Band der „Shades of Grey“-Romantrilogie allein in Deutschland 1,2 Millionen Mal – mit Folgen für das, was in unseren Betten passiert. Denn was für die einen nur eine heiße Fantasie ist, nehmen andere als konkrete Spielanleitung: Erotik-Versender melden ein Umsatzplus bei einschlägigen Artikeln, Bondage-Workshops boomen. Wer hip ist, haut sich.

fussfetisch
Fußfetisch – wenn Füße zum Lustobjekt werden

Sex ist nicht gleich Sex

Das ist aufregend und sexy, das bietet Stoff für heiße Diskussionen (sehnen sich starke Frauen insgeheim nach Unterwerfung?), aber eines ist es nicht: neu. Schon einmal in den 90er-Jahren zierten Leder-Ladys die Titelseiten von Szenemagazinen, saßen Pärchen in quietschenden Anzügen in Late-Night-Talkshows. SM ist so etwas wie die Schlaghose unter den Sexpraktiken: kommt immer wieder, fällt auf, steht aber nicht jedem. Vielleicht sind Trends im Liebesleben ein bisschen langlebiger als im Kleiderschrank, aber einem ähnlichen Rhythmus unterworfen: mal futuristisch, mal Retro, mal neu kombiniert. 


Häufig sind es Bücher oder Filme, die unserem gemeinsamen Begehren ein Ventil bieten. Die aufgreifen, wovon unsere Fantasien handeln, die Bilder und eine Sprache dafür finden – und schließlich einen Einfluss darauf haben, was passiert, wenn’s zur Sache geht. In den 70er-Jahren lasen Millionen von Frauen Erica Jongs Roman „Angst vorm Fliegen“, träumten von hemmungslosem Gruppensex oder vom legendären „Spontanfick“ mit dem attraktiven Fremden – ohne moralische Bedenken und späteres Heiratsversprechen. In den 80ern zeigten Kim Basinger und Mickey Rourke in „9 1⁄2 Wochen“, was zwei erwachsene Menschen mit dem Inhalt eines Gemüsefachs anfangen können und wie lange man beim privaten Strip seinen Hut aufbehalten muss. In der vergangenen Dekade kokettierte halb Hollywood mit lesbischem Sex – vom öffentlichen Zungenkuss zwischen Madonna und Britney Spears über die Serie „The L Word“ bis zu Katy Perrys rotzig-trotzigem Hit „I Kissed a Girl (and I Liked It)“.

Und genau wie in der Mode gibt es auch im Bett häufig mehrere Trends parallel: Derzeit ist nicht nur Sex mit Schmerz-Appeal angesagt, auch „Slow Sex“, eine Art erotische Meditation, die auf die kalifornische Sextrainerin Nicole Daedone zurückgeht; „Karezza“ (Sex ohne Orgasmus); „Vampir- Sex“, bei dem Opfer und Täter auf einschlägigen Partys übereinkommen, wer wen beißen darf; oder gar „Air Sex“, eine skurrile Erotikmode aus Japan, die sogar in internationalen Meisterschaften ausgelebt wird. Ziel: möglichst authentisch auf der Bühne Sex simulieren – im Alleingang, ohne Partner.

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