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Erotik-Tipps Wie verführe ich meinen Mann?

Frisch Verliebte gucken sich nur einmal tief in die Augen, schon fliegen die Klamotten 
in die Ecke. Wie aber verführt man einen Mann, mit dem man schon lange zusammenlebt – und ohne dass es peinlich wird?
Frau sexy Unterwäsche
  

Es war ein Freitagabend, ich lag in der Wanne und las zu Recherchezwecken (wirklich!) einen Ratgeber mit dem Titel "Die feine Art des Vögelns". Da platzte mein Mann ins Bad und bekam diesen vorfreudigen "Oho! Da geht heute wohl noch was!"-Gesichtsausdruck. Und ich? Guckte über den Buchrand und sagte: "Nee, das lese ich für die Arbeit. Kannst du schon mal die Kartoffeln in den Ofen schieben?" Spulen wir kurz zurück. Und noch mal von vorne. Mann kommt ins Badezimmer. "Oho!" Die geborene Verführerin steigt langsam aus der Wanne, kleine Schaumberge perlen an ihrem Körper ab. Sie sagt mit rauchiger Stimme: "Reich mir das Handtuch, und danach werden wir uns mal gemeinsam Kapitel acht widmen." Oder irgendeinen anderen blöden Satz, der am Ende zu hemmungslosem Sex führt, bei dem niemand an Kartoffeln oder Wasserflecken auf dem Parkett denkt.
 Leider sieht die Realität anders aus. Vielen Frauen fällt es nämlich verdammt schwer, sich in eine Femme fatale zu verwandeln. Dabei war früher, als wir noch jünger waren, alles so einfach: Eine Flasche Asti Spumante und ein roter Stringtanga (hui, wie verrucht!) galten da schon als das Nonplusultra der Verführung. Und heute? Hmm. Die Nummer mit den Rosenblättern, der Kuschelrock-CD und den Teelichtern ist ungefähr genauso subtil wie eine blinkende Neonreklame mit der Aufschrift: "Hallo! Hier wird jetzt gef***t!"

Mit Vorspiel verführen - aber richtig

Da muss man schon zu besonderen Hilfsmitteln greifen, die Auswahl ist schließlich riesig. Nur wo fängt man an? In jedem gut sortierten Erotikshop gibt es inzwischen Stangen fürs heimische Pole-Dancing zu kaufen. Kurse dazu werden an der Volkshochschule angeboten. Sexy? Sicher, aber ist das gut für den Rücken? Oder ausgefallene Kostüme: Welche Frau, die eben noch die Spülmaschine ausgeräumt und die Kinder zu den Großeltern kutschiert hat, möchte nach Feierabend noch in das frivole "Zimmermädchen"-Outfit schlüpfen? Zumal schon ein simpler Negligé-Auftritt dadurch versaut wird, weil sie höchstwahrscheinlich auf einen Legostein tritt, der beim Aufräumen vergessen wurde. Dabei wären wir alle gerne mal einen Abend die mit allen Wassern gewaschene Mega-Sirene, bei der jeder Mann Stielaugen und Schnappatmung bekommt. Sie steckt ja in uns – nur, wie holen wir sie heraus? Und: Wie knipst man die innere Stimme aus, die immer wieder leise nörgelt "Och, nö, lass das mal, das ist jetzt irgendwie peinlich."?

Sinnlichkeit im Alltag

Aphrodisierende Lebensmittel
Liebe geht durch den Magen
Fragen wir mal jemanden, der sich damit auskennt – zum Beispiel die Autorin Regina Swoboda ("Die Raffinesse einer Frau: Werden Sie Männerflüsterin", Kösel, 272 S., 16,95 Euro ). Sie sagt: "Zur Verführung gehört eine Menge. Eine leichte spielerische Kommunikation, Akzeptanz und Bewunderung. Überraschung, Neugierde und sinnliche Wahrnehmung. Das alles kann und sollte auch in längeren Beziehungen gepflegt werden." Das bedeutet also konkret: Wenn wir unsere Partnerschaft verlottern lassen, brauchen wir am Wochenende erst gar nicht die Strapse aus dem Schrank holen. Das sieht die Hamburger Burlesque-Tänzerin Belle La Donna ("The Sinderellas") ähnlich. Sie plädiert dafür, sich im Alltag eine gewisse Sinnlichkeit zu bewahren. Dann müsse man auch keine großen Geschütze auffahren: "Da reicht es manchmal schon aus, den Mann, den man liebt, an der Haustür abzuholen und ihm einfach mal wieder zu sagen, wie toll er ist." Beide Expertinnen raten zu Dates außerhalb der eigenen vier Wände. "Inszenieren Sie ein Treffen in einer Bar, ziehen Sie ein tolles Kleid an, High Heels und vergessen Sie nicht die roten Lippen", sagt Belle La Donna. Und Regina Swoboda fügt hinzu: "Wenn man zweimal im Monat einen Abend vereinbart, wo jeweils einer die Gestaltung übernimmt und der andere sich überraschen lässt, werden solche kleine Fluchten etabliert und man setzt einen sicheren Raum, um neue Sachen auszuprobieren."

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Schlagworte
Beziehung | Erotik | Liebe | Partnerschaft | Sex
Autor
Iris Soltau