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Singles Dating-Trend Pheromon-Party

Speed-Dating ade! In den USA versuchen Singles mithilfe von Pheromon-Partys, ihr Liebesglück zu finden. PETRA-Volontärin Bonnie Stenken schaute sich den Flirt-Trend einmal genauer an, der jetzt auch nach Deutschland hinüber schwappt.
Pheromon-Party
  

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin noch nicht in den Genuss einer Pheromon-Party gekommen. Aber blicke ich auf meine kläglichen Versuche zurück, Mister Right zu begegnen, wäre mir diese Art des Kennenlernens eine willkommene Abwechslung gewesen. In Solo- Zeiten – und wir reden hier von einem sehr langen Zeitraum – unternahm ich so gut wie alles, um den Traummann endlich zu finden. Ich steckte mir auf Singlepartys herzförmige Nummern an den Pullover, meldete mich bei Online-Portalen an, um dort – wie ich hinterher herausfand – liierte Männer zu treffen. Einmal sprach ich am Gemüsestand über Paprika und Gurken hinweg einen schnuckeligen Supermarktverkäufer an, gab ihm meine Nummer – und hatte ein mieses Date.

In Sachen Liebe folgt man der Nase

Im Nachhinein würde ich sagen, dass alle Männer, an die ich mein Herz ernsthaft verlor, etwas gemeinsam hatten – mal abgesehen davon, dass sie nicht zu mir passten. Sie rochen gut. Beim Verlieben spielt der Körpergeruch einfach eine entscheidende Rolle. Wenn man einen Typen kennenlernt, kann sein Lächeln noch so strahlend und die Rose, die er mitbringt, noch so rot sein – wenn man ihn nicht riechen kann, kann er seine Rose gleich wieder ins Zellophanpapier einpacken.

Wahrscheinlich kam Judith Prays genau aus diesem Grund die Idee mit den Pheromon-Partys: Die Kalifornierin erwischte sich nämlich dabei, dass sie mit ihrer Nase permanent an ihrem damaligen Freund klebte. Warum nicht damit Geld verdienen? „Pheromone sind der chemische Auslöser für sexuelle Anziehung“, erklärt die Amerikanerin. Und auf diesen sexuellen Botenstoff fliegen Braunbandschaben, Bienen, Borkenkäfer, Blauwale – und stinknormale Menschen.

Und so funktionieren Pheromon-Partys

Die erste Pheromon-Party
 veranstaltete Prays 2010
 in New York. Der Ablauf
 ist recht simpel: Die 
Singles schlafen drei Tage
 hintereinander in einem 
sauberen Baumwoll-Shirt. 
Tagsüber verstaut man es 
in einem Plastikbeutel im
 Kühlschrank, damit der
 Körpergeruch erhalten 
bleibt. Dann bringt man es im Beutel mit zur Party
 und bekommt eine Nummer zugeteilt, die auf einem roten oder blauen Post-it steht, je nach Geschlecht. Für umgerechnet 23 Euro können sich die Singles nun durch den Stapel schnüffeln – und sich zwischendurch (falls es zu viel wird) an der Bar einen Drink genehmigen. Gefällt ein Geruch, lässt man sich mit dem Plastikbeutel fotografieren. Die Bilder laufen als Diashow auf einer Leinwand, entdeckt man auf einem Foto seine eigene Nummer auf einem Beutel, kann man die Person kennenlernen, indem man sie sucht und anspricht.

Und was, wenn man die Nase nicht findet, die so begeistert von einem war? „Dann kann man trotzdem Kontakt zueinander aufnehmen. Wir erstellen nach jeder Party ein Album bei Facebook“, erklärt Prays. Natürlich stellt sich die Frage, warum man um alles in der Welt dafür bezahlen soll, dass man seine Nase in nicht gewaschene Kleidungsstücke steckt. Ging Erotik nicht irgendwie anders? „Es geht dabei um Romantik“, so Judith Prays. Auch wenn das Shirt nach Hawaii-Pizza, Fisch oder einer Mischung aus Plastik und Stoff riecht. Kaum zu glauben, dass da rosarote Schwingungen entstehen. „Doch“, wirft die 25-Jährige ein. „Unterschwellig hilft das Ganze bei der Kommunikation.“

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