Karriere

Job Mehr Zeit für mich

Träumen Sie auch von der 4-Tage-Woche? Ein Jahr voller langer Wochenenden für die schönen Dinge des Lebens – ist das eigentlich realistisch? Dafür unser Check: Wer heute einen guten Plan macht, hat morgen mehr Freiraum.
Mein Tag für mich
   

Sonntagabend auf dem Sofa. Ein tolles Wochenende war das. Wir haben gefeiert, gefaulenzt und geklönt. Wie easy das Leben sein kann! Doch nun klopft ein neuer Montag an unsere Tür – und mit ihm eine lange Arbeitswoche. Fünf Tage, an denen wieder kaum Zeit bleiben wird. Work-Life-Balance? Fühlt sich anders an. Und dann, ja, dann blitzt dieser Tagtraum wieder auf: Was wäre, wenn wir uns einen Tag vom Job loseisen könnten? Nicht nur ausnahmsweise, sondern auf Dauer. Jede Woche, das ganze Jahr lang. Den Vollzeitjob gegen eine Vier-Tage-Woche eintauschen – oh ja, das wäre ein echtes Glück! Einen ganzen Tag für kleine Wunder und große Vorhaben. Für all das, wofür sonst nie genug Zeit bleibt... Aber geht die Glücksformel „Weniger Arbeit = mehr Leben“ auch wirklich auf? Wir wollen uns ja nicht unbedacht in etwas Neues stürzen, das wir später bereuen. Checken wir also den Traum auf Alltagstauglichkeit. Es könnte der Beginn einer herrlichen neuen Freiheit sein.

1. Carpe diem: Wofür will ich den Tag?

Damit die Vier-Tage-Woche gefühlt etwas bringt, sollte man den Tag erst einmal einem Thema widmen. Sonst besteht die Gefahr, dass er dahin- plätschert und wir uns abends fragen: Wie, das war’s schon? Egal ob Sie sich Zeit reservieren für Charity, Städtetrips oder das Lernen einer neuen Sprache: Horchen Sie in sich hinein, was in Ihrem Leben bisher zu kurz kommt. Dann steht Ihr Thema schnell fest.

2. Finanz-Check: Kann ich mir das leisten?

Eine Gehaltskürzung von 20 Prozent ist ein Einschnitt. Um zu klären, ob man damit über die Runden kommt, empfiehlt Finanzexpertin Heide Härtel-Herrmann, sich ein „Teilzeitgehalt auf Probe“ aufzuerlegen. Das funktioniert so: „Ein halbes Jahr vor dem geplanten Start geben Sie nur 80 Prozent Ihres Gehalts aus, der Rest kommt auf das Sparkonto“, erklärt die Inhaberin des Frauenfinanzdienstes in Köln. Nicht vergessen: Auch die Altersvorsorge schnurrt bei der Arbeitszeitreduzierung zusammen. Beispiel: Beate Imglück verdient 5600 Euro brutto im Monat plus ein 13. Monatsgehalt. Wenn sie fünf Jahre lang 80 Prozent arbeitet, verringert sich der Rentenanspruch aus dieser Zeit um etwa 11,30 Euro pro Jahr, bei fünf Jahren also um etwa 56,50 Euro für die monatliche Rente.

3. Habe ich einen Rechtsanspruch auf Teilzeit?

Ja, haben Sie – zumindest wenn Sie mindestens sechs Monate bei einem Betrieb mit mehr als 15 Angestellten gearbeitet haben. Und mit Ihrem Teilzeitwunsch sind Sie in bester Gesellschaft. „Die individuelle Arbeitszeitgestaltung liegt im Trend“, so Dr. Christian Schlottfeldt, Rechtsanwalt und Inhaber der „Arbeitszeitkanzlei“ in Berlin. 46 Prozent der Frauen in Deutschland arbeiten auf einem Job light. „Unternehmen zeigen sich derzeit offen für Anfragen", weiß Schlottfeldt. Das liegt am drohenden Fachkräftemangel. Spätestens drei Monate vor dem angepeilten Tag X sollte man dem Chef seine Wünsche mitteilen. Wenn es keine betrieblichen Gründe gibt, die dagegensprechen – wie unverhältnismäßige Kosten etwa –, muss er nach geltendem Gesetz zustimmen. Wichtig: „Eine Rückfahrkarte von Teilzeit auf Vollzeit gibt es nicht", warnt Schlottfeldt. Wer schon bei der Reduzierung weiß, dass er später wieder aufstocken will, sollte das offenlegen. Dann lässt sich ein befristeter Teilzeitvertrag schließen – das ist alles Verhandlungssache.

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