Psychologie

Psychologie Warum macht Shoppen glücklich?

Frau mit Einkaufstüten

Morgens nach dem Aufstehen ist das erste, was ich mache nicht etwa einen guten Kaffee zu trinken oder im Kühlschrank nach dem Pizzarest von gestern zu suchen, sondern meinen Schrank zu öffnen. Was zieh ich denn heute bloß an? Dort grinst mich unter anderem das, sagen wir mal "interessante", neonfarbene Top an, was ich aber bestimmt irgendwann noch brauchen werde, sonst hätte ich es ja nicht gekauft, oder?! Daneben fällt mein Blick auf das Shirt, was einfach nur in der richtigen Kombination tragbar ist, und überhaupt, ist es heute viel zu warm dafür.

Weil Shoppen Spaß macht

Nachdem ich alle Schubladen durchwühlt und Kleiderstücke gefunden habe, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass ich sie besitze, entscheide ich mich dann doch für meine Lieblingsjeans und ein schlichtes T-Shirt plus Lederjacke. Warum also habe ich diese ganze Sachen damals gekauft? Ganz einfach: Weil Shoppen einfach Spaß macht! Und dieses Gefühl kennt doch Jeder - egal ob Frau oder Mann.

Frau mit Laptop auf Sofa
Richtig Online-Shoppen

Beim Shoppen überkommen uns auch plötzlich ungeahnte Kräfte. Wir können mehr tragen, als wir immer dachten. Wenn es um die zahlreichen Shoppingtüten vom Samstagnachmittag geht, sind wir in dieser Disziplin unschlagbar. Die Euphorie über den Einkauf ist sogar so groß, dass wir den Rest des Tages mit einem dicken Grinsen durch die Gegend laufen und wir es kaum erwarten können zu Hause anzukommen, um die neuen Errungenschaften noch einmal vor unserem Spiegel anzuprobieren. Doch warum macht uns Shoppen so unheimlich glücklich?

Belohnungen machen glücklich

Experten vermuteten lange Zeit, dass die als Glückshormon bekannten Endorphine daran schuld sind. Nach dieser Theorie verfallen wir in einen Kaufrausch, der unser Gehirn so sehr reizt, dass Endorphine ausgeschüttet werden und so ein Gefühl der Euphorie entsteht. Nach neusten Erkenntnissen spielt die Endorphienausschüttung aber eher eine untergeordnete Rolle beim Einkaufen. Vielmehr greifen Werbepsychologen und Marktforscher nun auf tiefsitzende psychologische Denkmuster zurück. Denn seien wir mal ehrlich, shoppen kann ganz schön

PetraShop
anstrengend sein. Und damit dieses Erlebnis uns postiv in Erinnerung bleibt, belohnen wir uns mit schönen Einkäufen. Auch nach einem schlechten Tag möchten wir uns etwas Guten tun und belohnen uns mit Einkäufen, die wie kleine Wunscherfüllungen wirken und uns so glücklich machen. Dabei spielen vorallem die Faktoren der Markenprodukte und der Preisreduzierung eine entscheidende Rolle. Entspricht das Produkt unserem Geschmack und ist obendrein noch reduziert, legt sich ein Schalter in unserem Gehirn um. Der Belohnungsaspekt siegt über den "Preisschmerz" und wir verfallen in einen euphorischen Zustand. Das Belohungsgefühl wird mit dem Glücklichsein und der Wunscherfüllung gleichgesetzt und dominiert das vernünftige Denken. So passieren schnell Fehlkäufe, die nachher als Kleiderleichen in Schrank landen. 

Das Gefühl des Glückes ist jedoch leider nicht von langer Dauer. Am glücklichsten fühlen wir uns, wenn wir mit dem Artikel an der Kasse stehen und die Vorfreude Überhand nimmt und kurz nach dem Bezahlen. Und kaum hat man das neue Kleid einmal getragen, wird es zur Gewohnheit und stellt keine Besonderheit mehr da. Bei uns entsteht dann das Gefühl wieder einkaufen gehen zu müssen, weil wir ja nichts zum Anziehen haben. 

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Schlagworte
Psychologie | Shopping
Autor
Angela Galliard