Kultur

TV-Serie Neue Serie "Girls"

Das Schönste an verregneten Herbsttagen? So ganz ohne schlechtes Gewissen auf dem Sofa rumlümmeln und Serien-Marathon gucken. Unsere neuen Lieblings-Serien werden angeführt von: "Girls“. Es geht um vier junge Frauen in New York. Erinnert uns an... Und doch ist diesmal alles anders.
"Girls"
  

Für meinen Fernsehabend verzichte ich gern auf den Gang ins Fitnessstudio. Das kleine Workout geht auf der Couch eh viel besser. Oberkörper anspannen, Arm vor, Pistazien aus der Tüte angeln, wieder hinlegen und essen. Es ist Herbst und es gibt so viele heiße neue Serien zu sehen. Bei „Girls“ sind mir die Pistazien allerdings fast im Halse stecken geblieben, weil mich die Erfolgsserie aus den USA so gefesselt hat. Dort schalteten fast vier Millionen Zuschauer bei den ersten Folgen ein. Und ich weiß jetzt auch, warum. Im Zentrum: vier junge Frauen – in Amerika nennt man diese Spezies gerne „Twentysomethings“ –, die in New York City leben. Vier Frauen und ihr Leben in Manhattan. Äh? Das kennen wir doch ... Wer sofort an perfekt gestylte Damen à la Carrie Bradshaw denkt, liegt falsch: „Girls“ hat mit dem Glamour von „Sex and the City“ so viel gemein wie Chips mit Gemüsesticks.

Diese Serie lässt die Glitzerfassade von New York bröckeln und zeigt ungeschönt, wie unsexy die Stadt sein kann, wenn die Kohle fehlt. Denn Hannah, Marnie, Jessa und Shoshanna leben nicht im angesagten Viertel Soho, sondern in Greenpoint, dem günstigen Teil von Brooklyn. Bestens an der Uni ausgebildet, haben sie trotzdem schlecht bezahlte Jobs – oder vielmehr nicht bezahlte Praktika und keine Idee, wohin das Leben sie bringen wird.

Das Liebesleben

"Girls"

Mädchen unter sich: Hannah (li.), Shoshanna und Jessa (re.)

Außerdem ist das Liebesleben der vier, nun ja, sagen wir mal, kompliziert: Perfektionistin Marnie möchte endlich wieder Sex haben – bloß nicht mit Langzeitfreund Charlie. Die britische Bohemienne Jessa stellt nach ihrer Reise um die Welt fest, dass sie ungewollt schwanger geworden ist. Shoshanna, die jüngste aus dem Gespann, ist mit Anfang 20 immer noch Jungfrau. Dabei träumt das süße All-American Girl eigentlich von einem wilden Leben. Die schwierigste Konstellation bilden jedoch Hannah und ihre „Ich melde mich auf keine Nachricht“-Affäre Adam: Nachdem Hannah ihren Job verliert, weil sie nach einem Jahr für ihre unbezahlte Arbeit ein Gehalt verlangt, flieht sie in sein Künstler- Apartment. Hier wird sie von Adam allerdings nicht etwa liebevoll in den Arm genommen, sondern in der Doggy-Stellung „getröstet“. Selten habe ich Sex so unromantisch und plump gesehen und so geschmunzelt dabei. Bei den weiteren Folgen saß ich dann gern nebenbei mal am Laptop, um Begriffe zu googlen, die ich noch nie gehört hatte, um dann festzustellen, dass es sich dabei um Geschlechtskrankheiten handelt. Uuups!

Lustigerweise geht es Hannah in der Serie wie uns, nur dass sie so schlaue Fragen wie „Was macht man, wenn das Kondom überläuft?“ in die Suchmaschine eintippt. Da kommt einem als Zuschauer dann doch ein Zitat der schillernden Carrie Bradshaw in den Kopf: „Es gibt Schlimmeres, als ein 35-jähriger weiblicher Single in New York zu sein – nämlich ein 25-jähriger weiblicher Single. Da schläft man mit den falschen Männern, trägt die falschen Kleider, wohnt mit der falschen Freundin zusammen und sagt die falschen Sachen.“

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