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Bad Boy der Herzen Porträt: Sean Penn

Er trinkt, er raucht, er prügelt sich und tritt unmissverständlich für seine Ziele ein. Sean Penn ist der letzte Cowboy Hollywoods. Ist das der Grund, warum die Frauen auf ihn fliegen?
Sean Penn
    

Wenn Sean Penn im August seinen 51. Geburtstag feiert, wird niemand rufen: „Ach nee, wirklich? Der sieht aber viel jünger aus.“ Falten in seinem Gesicht erzählen, dass er oft die Stirn runzelt und den Hollywood-Jugendwahn ganz schön beknackt findet. Die grauen Strähnen im Haar verleihen ihm eine gewisse Würde. Und doch wirkt er immer noch wie jemand, den man besser nicht blöd von der Seite anquatschen sollte. Mit Kabbala-Wasser und anderem Eso-Schnickschnack hat Sean Penn auch nichts am Hut, seine Diät besteht aus Whiskey und Kippen. Wahrscheinlich müsste man ihn, falls er mal zu Besuch käme, erst eine Weile zum Auslüften auf den Balkon stellen.

Trotzdem hat er geschafft, dass die bildhübsche, hochtalentierte und vor allem gerade mal 26-jährige Scarlett Johansson mit Sack und Pack in sein Haus in Malibu gezogen ist. Als sie geboren wurde, bandelte Sean Penn gerade mit Madonna an. Wenn er Scarlett also heute über die wilden Achtziger berichtet, könnte das für sie ein bisschen nach „Opa erzählt aus dem Krieg“ klingen. Aber auch das wird ihr egal sein, weil Sean Penn nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Eine repräsentative Umfrage in der PETRA-Redaktion ergab: Zehn Kolleginnen würden sofort nachrücken, falls Frau Johansson es sich anders überlegen sollte. Was finden wir Frauen nur an diesem Typen? Er ist schließlich nicht mal ein Garant für heitere Kinoabende. Im Gegenteil. Nach neunzig Minuten mit Sean Penn kommt man meistens verstört oder verheult aus der Vorstellung. Und muss ganz viel reden. Über die Todesstrafe („Dead Men Walking“), Kriegsverbrechen („Die Verdammten des Krieges“) oder Selbstjustiz („Mystic River“). In seinem neuen Film „The Tree Of Life“ (Start: 16.6.) spielt er einen Mann, der erst seine traumatische Beziehung zum Vater (in Rückblenden gespielt von Brad Pitt) aufarbeiten muss, um glücklich zu werden. Schwieriger Stoff. Trotzdem werden wir wieder wie festgetackert in den Kinosesseln sitzen.

Er hat die Kurve bekommen

Mögen wir es vielleicht, dass Penn mit den Jahren – scheinbar zumindest – milder geworden ist, dass ein wilder Rebell zur Besinnung kommt? Früher ließ er Paparazzi an den Füßen vom Balkon baumeln, heute baut er Krankenhäuser in Haiti. Verglichen mit dem gestörten Charlie Sheen, seinem Kumpel aus Kindertagen, hat Sean Penn also die Kurve gekriegt. Und erscheint auf einmal ordentlich gekämmt bei Hollywood-Events, die er jahrelang gemieden hat. Bevor die Damenwelt jetzt aufjubelt („Yes! Männer können sich doch ändern!“), müssen wir Sie leider (oder zum Glück) enttäuschen. Sean Penn ist immer noch ein Bad Boy, er hat es nur nicht mehr nötig, sich danebenzubenehmen. Kürzlich irritierte er die Gäste (darunter auch US-Präsident Obama) eines edlen Dinners in Washington, weil er während des Essens für ein Stündchen mit Scarlett Johansson verschwand. Als Penn wieder auftauchte, hing seine Krawatte zwar ein wenig schief, aber ein Skandal? Also bitte schön, es wurde ja noch nicht einmal jemand verhaftet.

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