Psychologie

Persönlichkeit Ich wäre so gerne anders

....Ich komm nur nicht dazu. Zu schüchtern, zu unsportlich, zu sensibel: Irgendwas hat doch jeder an sich zu kritteln. Katja Bosse verrät, wie man eine "WOW-Frau" werden kann und sich dabei trotzdem treu bleibt.
    

Komisch eigentlich, dass ich noch nie geträumt habe, ich sei ein Schlittenhund der hat bestimmt das dickste Fell, das man sich nur wünschen kann. Und so eins hätte ich auch gern. Dann wäre es mir endlich egal, was andere über mich denken. Kritik würde ich mir nicht so zu Herzen nehmen. Ich könnte öfter mal Nein sagen. Und hätte nicht ständig das Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Ich bin wohl aber eher ein Windhund: zu dünnhäutig, zu sensibel, zu sehr auf Anerkennung erpicht. Zu, zu, zu. Klingt ein bisschen nach Komplexen. So schlimm ist es zwar nicht, aber ich frage mich schon manchmal, ob ich nicht leichter durchs Leben käme, wenn ich etwas anders wäre. Selbstsicherer, souveräner, schöner; gelassener, geordneter, geselliger; lustiger, lauter, lockerer. Oder eben: dickfelliger. Es wäre doch zum Beispiel besser, wenn mir ein schnippischer Kommentar nicht gleich den Tag verderben würde. Ein Streit mich nicht schlaflos machen würde. Ein misslungener Text mich nicht zweifeln ließe. Aber ich kann ja nun mal nicht aus meiner Windhund-Haut. Oder?

Sich selber erforschen

„Wer sich selbst erforscht hat und weiß, wie er tickt, kann sich auch verändern“, sagt Karin Krümmel (www.lifecoach-berlin.de). Die Berliner Diplom-Psychologin hat sich darauf spezialisiert, andere beim Anderswerden zu unterstützen – beruflich wie privat. Die meisten, die sich für ein Coaching bei ihr entscheiden, wissen allerdings noch gar nicht, was genau sich verändern soll – nur, dass sie halt anders werden wollen. Weil sie gerade in einer Sackgasse stecken, andere toller finden als sich selbst, oder weil sie den Mecker-Modus nicht mehr abschalten können. Ein erster Schritt zur Selbsterkenntnis: „Sich selbst erforschen, immer wieder. Und liebe Menschen darum bitten, ehrliche Einschätzungen abzugeben.“ Eine langjährige Freundin, den Partner, die Schwester. Und vielleicht noch jemanden, der einen noch nicht so lang begleitet, sich aber schon ein Bild machen konnte. Ein Kollege zum Beispiel. Wie nimmt er mich wahr? Welche Eigenschaften schreibt er mir zu? Und würde er das bitte an Beispielen festmachen? „Sich so ein Feedback einzuholen, erfordert Mut“, weiß Karin Krümmel. Viele hätten Angst, sich mit den Rückmeldungen zu konfrontieren: „Aber der Blick von außen ist wertvoll, weil man ein klareres Bild von sich bekommt und nicht mehr so im Gefühlsnebel feststeckt.“

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