Psychologie

Gelassen durch Mentaltechnik Entspannt durch Introvision

Redeangst, Unsicherheit, Zweifel – oft stecken verborgene Ängste dahinter. Introvision bringt sie ans Licht und hilft uns dabei, in brenzligen Momenten cool zu bleiben.
Illustration Introvision
   

Wieder dieser Traum. Ich sitze in einem Konferenzraum und soll meine Ideen präsentieren. Schon zu Beginn des Vortrags verliere ich den Faden. Blackout. Verkrampft versuche ich mich an ein paar Einleitungsworten, um Zeit zu gewinnen. Doch meine Stimme quietscht wie eine alte Schranktür. Die Blicke der Kollegen fühlen sich an wie ein Sonnenbrand dritten Grades. Und dann schaue ich an mir herunter und habe noch nicht mal eine Hose an …

Dieser Traum ist so etwas wie ein alter Bekannter, den ich schon seit Jahren kenne – und gerade verschämt der Frau erzähle, die eigentlich ich interviewen wollte: Angelika Wagner ist Professorin an der Universität Hamburg und hat eine gefeierte und vor allem wissenschaftlich erprobte Mentaltechnik zur Auflösung innerer Ängste, Probleme und Blocka den entwickelt. Diese sogenannte Introvision lässt sich angeblich ganz leicht anwenden – und ich bin ganz offensichtlich ihr Versuchskaninchen. „Was fühlen Sie, wenn Sie mir den Traum erzählen?“, fragt sie mich. Nun gut, denke ich mir, spiele ich mal mit, dann sehe ich gleich, ob das hier wirklich klappt. Ich schließe die Augen und betrachte wie ein Zuschauer die Szene. Mir schießen diewildesten Gedanken durch den Kopf: „Ich schaffe das nicht!“ – „Ich werde versagen, mich unsäglich blamieren.“ – „Mein Chef setzt mich auf die Abschussliste!“ Ich spüre eine Hand auf meinem Arm und mache die Augen auf, mein Herz pocht wie verrückt … Frau Wagner möchte nun wissen, ob ich das aus dem echten Leben kenne, Redeangst, die Sorge zu versagen. „Ein bisschen schon“, gebe ich zu. „Gut, dann kommen wir dem Problem näher“, sagt sie.

Und das ist also Introvision? „Richtig! Wir richten den Blick nach innen“, erklärt die Professorin. „Es geht darum, innere Konflikte aufzulösen, die uns daran hindern, in schwierigen Situationen gelassen zu sein.“ Schwierige Situationen? Davon haben wir wohl alle jede Menge im Alltag. Wie oft ärgert man sich, ist wütend oder genervt? Traurig, ängstlich? Gestresst, hektisch? Und dazu diese Sorgen und ewigen Gedanken, die in den immer gleichen Bahnen kreisen („Schon wieder hat er sein Wochenende verplant, ohne mich zu fragen. Was ich will, zählt gar nichts. Liebt er mich nicht mehr?“). „All das lässt sich mit der Introvision bremsen und steuern“, verspricht die Expertin.

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