Psychologie

Optimismus Schluss mit jammern!

Eurokrise, viel zu viel Arbeit, Lebensmittelskandale… Gibt es auf dieser Welt eigentlich auch noch was Positives? Es macht nicht so den Eindruck. Doch das ist völlig falsch. Wir haben nachgeforscht – und die gute Nachricht: Es gibt 1000 Gründe für Optimismus. Hier kommen schon mal die wichtigsten.
Junge Frau mit rosa Brille
  

Wenn ich morgens Zeitung lese, hat das mittlerweile den großen Vorteil, dass mein Frühstück eher bescheiden ausfällt. Die geballte Ladung schlechter Nachrichten schlägt mir auf den Magen. Und anscheinend bin ich nicht die Einzige, die mit guter Miene und grummelndem Magen durchs Leben geht. "Eigentlich okay, aaaber…" oder "Ach, na ja, muss ja" höre ich oft, wenn ich frage, wie das Leben meiner Mitmenschen aussieht. Selbst die Optimisten unter uns ertappen sich ja immer wieder dabei, wie sie lauthals in den Chor der Miesepeter einstimmen: Alles wird immer teurer, Gehaltserhöhung Fehlanzeige, die Grundstückspreise was für Millionäre. Wer kann sich dieses Leben denn noch leisten?

Frau mit Globus
Wo wir gut leben...

Weltmeister im Schwarzsehen. Ist wirklich alles mies?

Aktuelle Umfragen zeigen: Wäre unsere Gesellschaft ein Schüler, er hätte keine Aussicht auf Versetzung, denn er bekäme von uns in fast allen Fächern eine Sechs. Familie, Bildung, Jobs, Sicherheit? Alles im Niedergang begriffen! Im Schwarzsehen jedenfalls sind wir Deutschen die Weltmeister, wie das Rheingold Institut kürzlich herausfand. Das ist deprimierend, dachte ich irgendwann. Nach dem letzten Lebensmittelskandal (ich glaube, es ging um Pferdefleisch) war ich endgültig bedient. Und fragte mich: Gibt es auch gute Nachrichten? Ich begann zu recherchieren – und war überrascht: Wir haben es uns ganz schön kuschelig gemacht im schönen Jammertal. Die Wahrheit ist, wir sehen die Welt viel düsterer, als sie ist. Im Vergleich zum Gestern leben wir sogar in einem goldenen Zeitalter. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Rest der Welt, zumindest zeigen die langfristigen Trends für die Mehrheit in eine positive Richtung. Klar, nicht alles ist rosig, aber unterm Strich geht es uns sehr gut.

War früher alles besser als heute?

Betrachten wir das Leben unserer Großeltern, gleicht unseres einem bunten Jahrmarkt voller unbegrenzter Möglichkeiten. Auf Hochzeitsreise ging es für Oma und Opa mit dem Auto (Navi, Klimaanlage, Servolenkung?) an den Gardasee, der erste große Urlaub! Heute fahren Jugendliche das erste Mal mit 16 allein in die Ferien – dann aber mit dem Flieger nach Thailand. Oder Thema Ernährung. Was darf es heute sein: hyperregional, vegan, New Fusion Food, Slow Food oder lieber senegalesisch? Alles ist möglich. Noch nie gab es so viele Alternativen. Und laut Trend- und Zukunftsforscher Horx steht nun auch "der 'Female Shift', der wachsende Einfluss von Frauen in Wirtschaft, Politik und Kultur, unmittelbar vor dem Durchbruch".

Warum gibt es gefühlt nur schlechte Nachrichten?

Warum nur tun wir uns so schwer, das Gute zur Kenntnis zu nehmen? Weil es viel leichter fällt, aktuelle Probleme zu sehen, hinter denen alles andere verblasst. "Bad news is good news. Unser Gehirn gibt negativen Signalen den Vorrang", sagt der amerikanische Psychologe Martin Seligman. Die digitalen Medien dürften unseren Hang zum Alarmismus noch anheizen. Diskussionsforen, Blogs und das Gezwitscher der Massen auf Twitter machen aus einer Nachrichtenwelle schnell einen Tsunami. Nicht zuletzt steckt hinter unserem Hang zum Mosern aber auch ein Erbe der Evolution. "Wer das Schlechte stärker im Blick hatte, erhöhte dadurch seine Überlebenschancen. Außerdem bringt Meckern kurzfristig einen entlastenden Effekt", so Seligman.

Frau im Regen
Glück lernen

Optimismus lässt sich trainieren

Langfristig lähmt eine solche Haltung eher. Obwohl er das im Hinterkopf hat, begründete Seligman die Strömung der Positiven Psychologie. Er sagt: "Optimismus lässt sich trainieren. Wer bewusst nach guten Nachrichten sucht, findet weniger Gründe, sich zu beschweren, und sieht die Welt in einem besseren Licht." Fangen wir gleich damit an. In die nächste Meckerrunde werfen wir ein: Good News! Wir leben länger und gesünder als jemals zuvor, wir arbeiten viel weniger als noch vor 40 Jahren und sind dennoch reicher. Hier kommen die Beweise. Wir haben für Sie die besten Argumente gesammelt, optimistisch zu sein – happy-go-lucky!

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Schlagworte
Charakter | Kultur | Lifestyle | Persönlichkeit | Psychologie
Autor
Friederike Schön