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Drehbuchautorin Porträt: Anika Decker

Wetten, dass Sie auch schon über Anika Decker gelacht haben? Die Drehbuchautorin schreibt die zurzeit charmantesten Komödien, zum Beispiel „Rubbeldiekatz“.
Anika Decker
  

Es gibt drei Sorten von Männern. Die, die’s dir gar nicht machen, die Wühler und die Pieker.“ Erinnern Sie sich an diese Szene in „Keinohrhasen“? Wo die blondbezopfte Miriam dem Macho Ludo schonungslos erklärt, wie Frauen die Sache mit dem Oralsex so sehen. Der Film lockte über sechs Millionen Zuschauer in die Kinos. Schätzungsweise drei Millionen hauten sich an dieser Stelle vor Lachen auf die Oberschenkel und dachten: „Ha, ha! Genau!“ Die anderen drei Millionen, nämlich die Männer, waren etwas stiller, die mussten erst mal überlegen. Die Erfinderin dieser legendären Szene sitzt in einem Berliner Café auf einem geblümten Sofa und trinkt Limonade. „Ich dachte mir: Der Film braucht noch eine pädagogisch wertvolle Note“, lacht Anika Decker, die vor fünf Jahren gemeinsam mit Til Schweiger das Drehbuch zu dem Kinohit geschrieben hat. Seitdem haben sich zwei Dinge geändert. Erstens: Wir gehen wieder wahnsinnig gern in deutsche Komödien. Und zweitens: Anika Decker kann inzwischen sehr gut vom Schreiben leben.

„Ich habe mir damals ein Jahr gegeben, um zu gucken, ob’s läuft.“ Vorher hatte sich die 36-Jährige einmal quer durch die Filmbranche gejobbt, unter anderem als Aufnahmeleiterin und Dramaturgin gearbeitet. Und dann saß sie eines Abends mit Til Schweiger bei einem Glas Rotwein zusammen. „Wir kannten uns schon länger und wussten, dass wir den gleichen Humor haben.“ Als Schweiger hörte, dass sich Decker als Autorin selbst - ständig gemacht hatte, zog er sich gleich alle möglichen Texte von ihrem Laptop auf einen Memorystick. „Am nächsten Tag hatte ich einen Vertrag in der Tasche“, erinnert sie sich.

Nach „Zweiohrküken“ (wieder mit Schweiger, gerade arbeiten sie an Teil drei) schrieb Decker mit Detlev Buck die Komödie „Rubbeldiekatz“ (Start: 15.12.) Darin geht es um den erfolglosen Theater-Schauspieler Alex (Matthias Schweighöfer), der in Frauenkleider schlüpft, um die weibliche Hauptrolle in einem Hollywood-Film an Land zu ziehen. Da verliebt er sich in Superstar Sarah (Alexandra Maria Lara). So weit, so …, na ja, wenig originell. Aber das Duo Buck/Decker fand einen genialen Dreh: Alex verwandelt sich nicht nur in eine Frau, sondern in ein strammes, arisches Vorzeigeweib. Denn der Film, für den er vorspricht, spielt in Nazi-Deutschland. Prompt wird Alex vom Hitler-Darsteller (Max Giermann) angegraben, der auch in seiner Freizeit nicht recht von seiner Rolle loskommt. Zu komisch, wenn „Hitler“ in einer coolen Bar steht und sich mit schnarrendem „rrr“ an Small Talk versucht.

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