Karriere

Arbeitsexperten über die neuen Spielregeln im Job Wohlfühlen im Büro

Das Leben ist kein Strandurlaub – und das Office nun mal keine Wellness-Lounge. Von Deko-Wahn bis Facebook: Wir haben Arbeitsexperten gefragt, wie viel privater Schnickschnack im Job erlaubt ist – und ab wann Vorgesetzte und Kolleginnen zu Recht genervt reagieren.
   

Wie viel Facebook steht mir zu?

Neue Foto-Kommentare bei Facebook, Bücher bestellen bei Amazon oder eine dringende Überweisung via Online-Banking: Muss ich darauf wirklich verzichten? Besser wär’s wohl. „Arbeitnehmer haben keinen Rechtsanspruch auf privates Surfen“, betont Martin Römermann, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Tatsächlich sind private E-Mails in knapp der Hälfte der deutschen Unternehmen strikt verboten – auch nach Dienstschluss. Und in wiederum 50 Prozent dieser Firmen wird das auch kontrolliert! Fehlt eine klare Ansage zur privaten Nutzung des Internets, entscheiden Arbeitsgerichte meist nach der Formel: Was nicht verboten ist, ist erlaubt – solange es nicht zulasten der Arbeitsleistung geht. Also übertreiben Sie es nicht. Falls der Chef murrt: Studien belegen, dass gelegentliches privates Surfen die Arbeitsmotivation fördert.

Darf mein Bärchen mit? 

Ein Plüschtier neben dem PC-Schirm, Bikinifotos vom Karibikurlaub auf dem Schreibtisch: Die nüchterne Büroatmosphäre weckt bei vielen die Lust, sich’s gemütlicher zu machen. Doch da die Geschmäcker auseinandergehen, besteht Mobbing-Gefahr, warnt Arbeitspsychologe Klaus Mucha aus Berlin. Falls Kollegen spitze Bemerkungen anbringen, erklären Sie, warum Sie persönliche Sachen aufstellen: „Dieses Foto gibt mir Kraft.“ Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr! Je privater die Einblicke in Ihr Leben, desto größer die Angriffsfläche für Sticheleien.

Kantine oder Käsebrot?

Schimmelalarm im Bürokühlschrank! Und die Frage: Wer ist die Übeltäterin, die Käse & Co. vergammeln lässt, bis es über den Flur müffelt? Unser PETRA-Tipp (aus eigener Büroerfahrung): Treten Sie gar nicht erst ein in die Hickhack-Kühlschrank-Gemeinschaft und schlemmen Sie Ihren Lieblingsjoghurt besser daheim. Denn ähnlich wie in einer Studenten-WG birgt das Thema Essen auch im Büro einiges Ärger- Potenzial. Wer etwa einen Döner am Schreibtisch verzehrt, muss damit rechnen, dass empfindsame Naturen dies als Anschlag auf die Geruchsnerven einordnen. Und: Fettige Finger auf der Tastatur sind ein „Don’t“. Und auch wenn alle anderen zum Abmarsch in die Kantine antreten, müssen Sie sich nicht automatisch anschließen. Achten Sie auf Ihr Hungergefühl und erklären Sie das den Kollegen, damit Ihre Absage nicht als unfreundlich aufgefasst wird. Anspruch auf 30 Minuten Pause haben Sie übrigens spätestens nach sechs Arbeitsstunden. Nicht erlaubt ist es, auf Pausen zu verzichten, um so Überstunden zu sammeln.

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