Karriere

Leben Profil im Internet

Vergessen Sie Stellenanzeigen: Die besten Jobs werden unter der Hand vergeben – und das immer häufiger über Social Networks wie Facebook und Twitter. Aber was sollte man beim eigenen Profil im Internet eigentlich beachten?
Social Networks Jobs
  

Vitamin B war gestern, jetzt kommt Vitamin I – wie Internet: Denn Social Networks, von der traditionellen Business-Plattform Xing bis zu Facebook und der Online-Fotopinnwand Pinterest, sind die Jobmarktplätze der Zukunft. In den USA gehen bereits 80 Prozent der Unternehmen dort selbst aktiv auf Bewerber zu, in Deutschland immerhin 40 Prozent, Tendenz steigend. Wie Sie sich finden lassen und wie Sie selbst auf Suche gehen, erklärt Simone Janson, eine der meistgelesenen Job-Bloggerinnen Deutschlands (berufebilder.de), Social-Media-Expertin und Sachbuchautorin. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen zur Traumjobsuche im Web.

1 Finde ich in den SOCIAL NETWORKS konkrete Jobangebote, oder dient das eher dem gegenseitigen Beschnuppern von Bewerber und Arbeitgeber?

Jobs in Echtzeit gibt’s z.B. auf www.jobtweet.de. Entscheidend ist aber, dass sich im Network unkompliziert Kontakte knüpfen lassen, und zwar mittel- und langfristig. Sprich: Per Facebook beim eigenen Wunsch-Unternehmen nach freien Stellen vorfühlen, auf Xing interessante Kontakte ins eigene Netzwerk einladen, Blogs und Diskussionsgruppen zu Fachthemen starten. Jobbörsen wie www.jobbotschafter.de oder www.tibuga.de funktionieren nach dem Motto „Also, ich kenn da wen, der würde super passen“ – ganz wie in der Offline-Welt. Das Prinzip: fähige Bewerber für freie Jobs empfehlen und selbst empfohlen werden. Und: Manchmal ergibt sich per Social Media ein Traumjob, von dem Sie noch gar nicht wissen, dass es ihn überhaupt gibt. Beispiel: Eine Berliner Webentwicklerin twitterte häufig zu ihrem Hobby „Geocaching“, eine Art Smartphone-Schnitzeljagd – und bekam deshalb einen Lehrauftrag an einer Uni, die jemand mit genau der Wissens-Kombi suchte.

2 Xing, LinkedIn, Facebook – muss ich ÜBERALL mitspielen?

Nein, keine Sorge: Sie müssen keine Nachtschichten schieben, um acht verschiedene Profile zu pflegen. Beschränken Sie sich aufs Wesentliche. Eine gute Selbstdarstellung auf Xing, bei international ausgerichteten Jobs auch auf LinkedIn, ist Pflicht, an- dere Networks sind Kür. Mit etwas Mühe ist das schon die halbe Bewerbung: So kann man sich z. B. mit www.vizualize.me den eigenen Lebenslauf aus LinkedIn als Infografik darstellen lassen.

Wichtige Ausnahme: Im Gegensatz zu konservativeren Branchen spielen in kreativen Jobs auch die Online-Pinnwand Pinterest und Facebook eine Rolle – als Schaufenster für eigene Arbeitsproben, von der Werbe-Illustration bis zur coolen Decke für Hunde. Grundsätzlich gilt: Egal in welchem Rahmen Sie Selbstmarketing betreiben, Aktualität zählt! Ein Blog-Eintrag alle drei Monate gibt eher Minus- als Pluspunkte.

3 Wie trenne ich Berufliches und PRIVATES in Social Networks?

Partywochenende, Freundinnen-Knatsch – Ihr künftiger Chef (oder Ihre Chefin) muss nicht alles von Ihnen wissen. Das lässt sich steuern: Überprüfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen (etwa bei Facebook) und legen Sie sich eventuell eine zweite Seite für berufliche Belange zu. Allerdings: Aus Datenschutzgründen sollten Sie sowieso mit Postings von der letzten Liebesnacht oder Fotos vom neuen Tattoo vorsichtig sein. Selbst gewissenhafte Privatsphäre- Einstellungen garantieren Ihnen nicht, dass nicht doch etwas digital weitergereicht wird. Harmlose Blödeleien, geistreicher Schlagabtausch oder ein paar Sätze über den Kurztrip nach London sind dagegen okay. Haben Sie sich mit einem Personaler aus ihrem Wunsch-Unternehmen „befreundet“, schaut der sich Ihre Facebook-Chronik auch an, weil er wissen möchte, was für ein Mensch Sie sind, was Sie bewegt und zum Lachen bringt. Noch ein Tipp: Auch wenn der Ton auf Facebook und Co. lockerer ist und je nach Branche im Netz auch schnell geduzt wird (etwa in Medien oder bei Reiseunternehmen) – trotzdem sollten Sie im Austausch mit möglichen Arbeitgebern nicht zu kumpelhaft auftreten.

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