Karriere

Dr. Job: "Warum hört mir keiner zu?"

Warum hört mir keiner zu?

Annette H., 32, Marketingassistentin Liebe Frau Knaths, egal, wie gut ich mich auf eine Konferenz vorbereite – niemand hört mir richtig zu. Dauernd werde ich unterbrochen, vor allem von den männlichen Kollegen. Es ärgert mich wahnsinnig, dass ich alles dreimal sagen muss, damit es ankommt!

Liebe Frau H., vermutlich handelt es sich um drei klassische Missverständnisse, die eintreten, wenn Frauen und Männer gemeinsam in einem Meeting sitzen. 1.: Sie sprechen zu früh. 2.: Sie sprechen in die gesamte Runde, statt nur zum Chef. 3.: Sie sind zu höflich. Männerrunden funktionieren nach dem System der Rangordnung. Damit andere Ihnen zuhören, ist es wichtig, dass Sie Ihre Inhalte direkt an den Ranghöchsten richten – also unmittelbar den Chef fokussieren. Sie werden feststellen: Alle anderen sind sofort still. Frauen sprechen gern in die Runde, weil ihnen das höflicher erscheint. Im Beruf müssen Sie umdenken!

Wenn Sie sprechen, achten Sie auf Ihre Stimme: Sagen Sie es kurz und klar – und senken Sie am Ende die Tonlage. Versuchen Sie, locker hinten im Stuhl zu lehnen, die Ellenbogenweg vom Körper. Wichtig: immer Blickkontakt zum Chef halten! Sollte es dennoch jemand wagen, Sie zu unterbrechen, gehen Sie blitzschnell dazwischen, mit einem scharfen Blick in Richtung Störenfried. Und unterbrechen Sie diesen ebenfalls, etwa mit dem Satz: „Um meinen Gedanken zu Ende zu führen…“ Fangen Sie bloß keine Diskussion mit dem Störer an! Unterbrechungen sind ein klares Signal im Rangordnungssystem. Da müssen Sie sich kurz und schmerzlos wehren. Noch ein Tipp: Lassen Sie die Kollegen beginnen. Beobachten Sie, auf welche Inhalte der Chef positiv reagiert, welche Signalwörter er selbst sendet. Dies können Sie dann gut für Ihre eigene Argumentation verwenden. 

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Schlagworte
Karriere | Beruf | Job | Kolumne | Persönlichkeit | Charakter | Lifestyle
Autor
Marion Knaths