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Beziehung Was tun gegen die Fashion-Faux-pas des Liebsten?

Mode-Ausrutscher von Männern

Als ich meinen Mann zum ersten Mal traf, war es Liebe auf den ersten Blick. Das blonde Haar, die blauen Augen und dieses verschmitzte Lächeln, hach… Dann rutschte mein Blick etwas tiefer – und da war er, dieser Pulli. Oder soll ich besser sagen, dieser modische Totalschaden? Ein ausgeleiertes Kapuzen-Dingsbums, auf dem ein merkwürdiger Comic-Kopf zu sehen war, der an irgendwas erinnerte, das normalerweise reglos neben der Autobahn liegt. Ich brauchte ziemlich lange, um mich von dem Schreck zu erholen, dann beschloss ich, vernünftig zu sein und dem jungen Mann mit den schönen blauen Augen doch eine Chance zu geben. Über den Pulli konnte man ja später noch reden.

Die Frau und der Mode-Muffel

Später, das bedeutet im Schnitt 6,5 Monate. So lange dauert es nämlich einer Umfrage der britischen Einzelhandelskette Marks and Spencer (M&S) und der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam zufolge, bis die Partnerin mit den blumigen Säuseleien aufhört und endlich Klartext redet, was sie von seinem Styling hält. Was jetzt allerdings nicht bedeutet, dass der Partner die deutlich formulierten Mode-Empfehlungen gleich in die Tat umsetzt. Schließlich trägt Mann das ausgebeulte Cordsakko und die fleckige Tarnhose schon seit Jahren. So treue Bande lassen sich nicht von einem Tag auf den anderen zerschlagen! Womit er natürlich irgendwie recht hat – doch für derart störrisches Verhalten haben wir Damen selbstverständlich eine Lösung parat: Laut der Studie von M&S und Oxfam gestanden 44 Prozent der befragten Frauen, sich regelmäßig über den Kleiderschrank des Liebsten herzumachen und heimlich den einen oder anderen Modeschocker in den Müll zu befördern. Etwa ein Drittel geht sogar so weit, den Lieblingspulli auf, uuups, 90 Grad zu waschen, damit kein ausgewachsener Mensch mehr hineinpasst. Je schlimmer das modische Verbrechen, desto schwerer die Strafe.

Wir Frauen machen doch modisch alles richtig

Das mit dem heimlichen Aussortieren probierte ich übrigens auch schon. Immerhin ertrug ich besagten Pullover wie eine Cargohose und eine graue Übergangsjacke in Altherrenoptik ganze drei Jahre! Welch heroischer Akt meinerseits! Doch wurde er mir gedankt? Nein! Dummerweise habe ich nämlich nach dem Aussortieren die Altkleidertüte offen im Flur stehen gelassen. Obenauf und gut sichtbar – der Pulli. Ein klassischer Anfängerfehler. Natürlich wurde er empört wieder herausgezogen. Unter Stottern versuchte ich die passende Ausrede zu finden. Leider fiel mir keine ein. Erst als ich einwilligte, dass mein Mann im Gegenzug etwas aus meinem Schrank entfernen darf, nahm sein Gesicht langsam wieder Normalfarbe an. Ich fühlte mich trotzdem als Siegerin. Was sollte ihm an MIR schon nicht gefallen? Es traf meine heiß geliebte Blouson-Lederjacke. "Aber die trug ich doch an dem Tag, als wir uns kennenlernten!" schrie ich. "Ja, und ich habe dich trotzdem angesprochen." Autsch!

Wie viel meckern ist erlaubt?

Manchmal ist die Wahrheit eine Erfahrung, auf die man getrost verzichten kann. Ich zum Beispiel hätte mir gerne weiter eingebildet, dass ich in meiner Lederjacke wahnsinnig stylish aussah und nicht wie Lotto King Karl in "Der letzte Lude". Und allen ausgeleierten Jogginghosen und Cordsakkos zum Trotz – ist der Kleiderschrank am Ende nicht auch der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit? Wie soll ein Mann das finden, wenn seine Frau ständig an seinem Kleidungsstil herummäkelt? Meint sie die Mode? Oder doch den Mann an sich? Oder ist sie am Ende einfach nur eine oberflächliche Ziege? Auf Dauer vergiftet man so seine Beziehung – und eigentlich gibt es Schlimmeres im Leben, als ab und an den Anblick eines hässlichen Pullovers zu ertragen. Ich beschloss nach dem Lederjacken-Zwischenfall, nichts mehr heimlich zu entsorgen. Wenn er mal wieder mit einem Ringelpulli vor mir steht, setze ich auf höfliche Ehrlichkeit oder verweise auf Ryan Gosling, der so was sicher nieeeee anziehen würde. Leider hält dieses Argument meinen Mann nicht immer davon ab, derart gekleidet auf die Straße zu gehen. Nun ist er aber ein eigenständig denkendes Wesen und kein Taschen-Wau-Wau. Und ein Mann mit eigener Meinung ist allemal besser als ein charakterloses Fashion-Accessoire.

So sagen Sie es richtig:

Wecken Sie positive Gefühle: Wenn Sie ihm die ausgebeulte Jeans schon nicht ausreden können, dann versuchen Sie es mit einem Kompliment für jedes Outfit, das schicker aussieht. Aber nicht zu überschwänglich, sonst schöpft er Verdacht!

Stellen Sie Vergleiche an: "Also, der Jens geht da ja auch im Anzug hin." Nichts wirkt auf ihn überzeugender als andere Männer, mit denen er sein Schicksal teilen kann. Diese Methode funktioniert besonders gut bei feierlichen Anlässen.

Machen Sie ihn zum Star: Wenn Sie das nächste Mal durch eine Promi-Zeitschrift blättern und Ryan Gosling oder David Beckham sehen, sagen Sie einfach Folgendes: "Guck mal! Das kannst du doch auch tragen. Ihr seid ja ungefähr der gleiche Typ."

Machen Sie Schluss mit lustig: Bevor Sie mit einem Mann in Dreiviertel-Hose auf die Straße müssen, seien Sie lieber ehrlich. Wir empfehlen den kurzen, aber wirkungsvollen Satz: "Ja, kannst du anziehen, sieht aber erbärmlich aus.

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Schlagworte
Beziehung | Liebe | Mode | Männer | Partnerschaft
Autor
Yvonne Adamek