Modetrends

Eindrücke von der Pariser Fashion-Week Tagebuch einer Modebloggerin

9.700 Bilder in neun Tagen und unzählige Nachtschichten: Barbara Markert steht während der Pariser Modewoche ziemlich unter Strom - sie muss ihren Fashionblog www.modepilot.de täglich mit News füttern. Exklusiv für PETRA führte sie ein Tagebuch.
    

30. September

Ein Start mit Hindernissen

Ich liebe den ersten Tag der Modewoche. Die Stimmung ist gelöst, erst wenige Besucher sind da und die Türsteher haben noch beste Laune - und drücken bei Leuten ohne Einladung mal ein Auge zu.

Doch diesmal geht mein Start gründlich daneben: Gleich bei der zweiten Show des Tages, Tim Van Steenbergen, explodiert direkt über mir ein Scheinwerfer - es regnet Glassplitter, alles flüchtet. Nur eine Show später, bei Limi Feu, der Tochter von Yohji Yamamoto, versagt meine Spiegelreflex. Gerade noch liefen ein Clochard und ein Herr mit Hund auf dem Laufsteg, als der Hinweis "Fehler 99" im Sucher meiner Kamera erscheint. Was heißt das? Und steht mir etwa eine Modewoche ohne Kamera bevor? Ich werde panisch, denn ohne Bilder bin ich als Bloggerin aufgeschmissen. Eine Lösung muss her. Schnell. Ich renne in mehrere Fotoläden, doch überall heißt es nur: "Die müssen wir einschicken."

Ich hole meine Lumix-Kompaktkamera und fahre zu Gareth Pugh. Ohne Karte, aber bisher bin ich immer reingekommen. Heute nicht. Die verrückt angezogenen Pugh-Fans neben mir haben auch Pech, Na, dann knipse ich eben die.

01. Oktober

Es geht bergauf

Der Tag beginnt offiziell und ohne mich mit Balenciaga, eine der Topshows der Woche. Dort gilt: ohne Karte kein Reinkommen. Ich nutze die Zeit und fahre mit meiner kaputten Kamera zum Louvre, wo die Firma Cañon während der Schauen einen Servicestand hat. Guy, der nette Herr hinterm Tresen, fragt: "Brauchen Sie für heute eine Ersatzkamera?". Ich nicke wie ein trauriger Dackel. Das wirkt: Er zieht aus zieht aus dem Schrank hinter sich das gleiche Modell wie meine heraus. Mein Tag ist gerettet!

Bester Laune fahre ich zu Manish Arora. Der indische Designer zeigt im Cabaret Crazy Horse. Mit meiner Standing-Karte komme ich so spät rein, dass mir circa 20 Köpfe die Sicht versperren - aber egal. Die Lichtshow ist toll, die Mode spaßig. Die ersten Bilder für meinen Blog habe ich im Kasten. Bei Sharon Wauchob, gleich danach, folgen schöne Spitzen-Tops und Wickel-Minikleider. Auf meinem Programm stehen heute noch Bruno Pieters, Lutz und AF Vandevorst. Alles gute Schauen, doch mir fehlen Rico Owens und Nina Ricci. Soll ich es dennoch versuchen? "Vergiss es!", sagt eine befreundete Fotografin aus Israel und zerstört meine Hoffnungen. " Bei Ricci haben sie nur fünf offizielle Schauen-Fotografen zugelassen. Die spinnen doch!"

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