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Interview Michael Michalsky über Freiheit, Stil und Zukunftspläne

Michael Michalsky

Petra: Was ist der Kerngedanke der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2014?
Michalsky: Meine Kollektionen haben ja immer ein Thema. Und dieses Mal ist das „Sweet Freedom.“ Als ich vor sechs Monaten angefangen habe, an der Kollektion zu arbeiten, habe ich festgestellt, dass sich viele Menschen auf der ganzen Welt gerade mit Freiheit - mit dem Begriff aber auch mit ihrer eigenen Freiheit - beschäftigen. Dass ich da nicht so ganz falsch liege sieht man daran, was vor wenigen Tagen in Ägypten passiert ist oder vor zwei Wochen in der Türkei oder beim obersten amerikanischen Gerichtshof - wo es um die Gleichstellung von homosexuellen Ehen geht.

Die aktuelle Kollektion
Das lag irgendwie in der Luft. Ich habe eben auch festgestellt, dass wir sehr privilegiert sind, weil wir in einem Land leben, wo Freiheit gesetzlich verbrieft ist. Es gibt aber auch viele Orte, wo das nicht so ist, oder auch Bereiche in der Gesellschaft. In manchen Ländern zum Beispiel für Frauen oder eben auch für Homosexuelle. Und da dachte ich, das ist eigentlich eine tolle Inspiration. Es ist also eine Ode an die Freiheit, um wertzuschätzen, wie gut es ist, wenn man in Freiheit lebt.

Petra: Ist es Ihnen wichtig, mit Ihrer Mode eine Message zu transportieren? Das haben Sie ja schon mit früheren Kollektionen getan.
Michalsky: Ja, das ist mir wichtig. Das ist auch immer der Anfang, wenn es mit dem Design-Prozess losgeht. Dann suche ich ein Thema, das mich interessiert. In diesem Fall habe ich das so umgesetzt, dass ich mir überlegt habe: Was symbolisiert für die meisten Menschen Freiheit? Und wenn man die Leute fragat, sagen viele: Das Meer. Dementsprechend habe ich viele Design-Anleihen aus dem Meer. Das sind zum einen die Farben – Blau und Koralle - zum anderen habe ich einen Korallen-Druck auf Seide für die Evening-Wear. Außerdem benutze ich Spiegel-Leder. Wenn man auf’s Meer guckt und sieht, wie es das Licht reflektiert, dann hat man das Gefühl es ist ein endloser Spiegel.

Petra: Designen Sie für einen bestimmten Typ Mensch?
Michalsky: Natürlich. Das ist aber keiner, den man visualisieren kann. Das Mantra meiner Firma ist ja „Real Clothes for Real People“ und ich habe in meinem Freundeskreis dunkelhaarige und blonde Frauen, kleine und große, füllige genauso wie sehr dünne, junge sowie alte, um das Aussehen geht es also nicht. Die Michalsky-Frau hat aber eine bestimmte Attitude. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie ist erfolgreich im Beruf, jongliert aber gleichzeitig das Privatleben mit Kindern und geht abends gerne weg und zieht sich sexy an. Sie ist sehr modeinteressiert, aber kein Modepüppchen. Sie steht auf Qualität und hat eine ganz eigene Identität.

Petra: Was muss man als Frau tun, um sich perfekt zu stylen?
Michalsky: Das kommt natürlich auf den Körpertyp an. Das ist immer eine Personality-Sache. Stil ist dann toll, wenn Einklang besteht zwischen der Persönlichkeit und dem, was man nach außen transportiert.

Petra: Gibt es einen Faux-Pas, den man auf keinen Fall begehen sollte?
Michalsky: Ja. Wenn man offene Schuhe anhat, Riemchensandalen oder Peeptoes, dann darf man keine fleischfarbenen Strumpfhosen anhaben. Das wird leider noch viel zu oft gemacht. Wenn man friert, dann soll man geschlossene Schuhe anziehen.

Petra: Was können wir als nächstes von Ihnen erwarten?
Michalsky: Als nächstes möchte ich erst einmal ausschlafen – das klappt hoffentlich am Samstag – und dann möchte ich erst mal wieder ein bisschen relaxen und danach bin ich eigentlich schon wieder mitten drin in der neuen Kollektion. Außerdem arbeite ich weiter an meinen Interior-Projekten. Michalsky soll ja eine komplette Lifestyle-Marke sein. Da mache ich als nächstes eine Vinothek und launche Tapeten in meinem Living-Bereich. Die kommen dann im September.

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