Stars

Mode und Musik Designer und Musiker

Immer mehr Designer lassen sich von Musikern inspirieren – und machen diese im Gegenzug zu Stars. Selten zuvor waren Mode und Pop so eng verbunden wie heute. Eine glamouröse Spurensuche. 
Karl Lagerfeld
   

Natürlich hatte sich Lady Gaga genau überlegt, welches Outfit sie zur Verleihung der MTV Video Music Awards 2010 in Los Angeles anziehen würde. Schrill und avantgardistisch sollte es sein, das erwartet man von einer Queen of Pop. Doch dann der Schock-Moment: Süffisant lächelnd stöckelte die Sängerin über die Bühne, auf dem Kopf ein flaches Mützchen, das sich bei genauerem Hinsehen als rohes Schnitzel entpuppte. Ihren Körper hatte sie in ein eng anliegendes Rinder-Rouladen-Kleid gezwängt, sogar die Füße steckten in hochhackigen Stiefeletten aus Fleischfladen. Skandal! Unerhört! Die Medien kochten, die Tierschützer tobten. Doch war das Outfit überhaupt echt? Der Designer Franc Fernandez, der den Look zusammen mit Lady Gagas Stylist Nicola Formichetti entworfen hat, erklärte jedenfalls: „Das Fleisch stammte von meinem Haus-Metzger. Toll, dass es so hübsch geworden ist.“ Die Zusammenarbeit zwischen Modedesignern und einem Popstar ist selten so drastisch und plakativ wie bei Lady Gaga. Doch der Trend ist Hipklar: Es reicht nicht mehr, in hübschen Kleidern nette Songs zu singen. Wir sehnen uns nach immer neuen, immer grandioseren Spektakeln und Tabubrüchen. Im kleinen Schwarzen über den roten Teppich? Ach Gottchen, wie langweilig! Das Wechselspiel zwischen Mode und Musik hat da schon deutlich mehr zu bieten: hemmungslose Jugend, radikale Outfits und natürlich die altbekannte Formel „Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll“.

Viele Designer lassen sich deshalb von Musen aus der Welt des Pops inspirieren: Karl Lagerfeld liebt Beth Ditto, die mit ihrer Köperfülle so überhaupt kein Problem hat. Er zeigt sich aber auch gern mit der androgynen Anzugträgerin Janelle Monae – vielleicht weil ihr Vorname wie Chanel ausgesprochen wird? Auch was Frida Giannini, Creative Director bei Gucci, über Florence Welch sagt, klingt atemlos begeistert: „Ich war überwältigt von ihrem exzentrischen Stil und dem Willen, etwas zu wagen.“ Die letzte Herbstkollektion von Gucci war deshalb eine Hommage an die rothaarige Sängerin. „Sie verkörpert einen Zauber, den man sonst nur im Kino findet, und die Kraft der Verführung, die dahintersteht“, schwärmt Giannini, die auch die Kostüme für die aktuelle Konzerttour von Florence & The Machine entworfen hat.

Promotion
Anzeige
1 von 3
Schlagworte
Designer | Designermode | Mode | Stars