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Talk about Brauchen wir die Ehe noch?

Was sind wir nicht weltoffen und modern – aber wenn es um die Liebe geht, halten wir uns mehrheitlich an 
ein Modell, das es schon Hunderte Jahre gibt. Aber macht die Heirat die Liebe denn besser? Wie sie unsere Gefühle wirklich verändert – und was Psychologen sagen.
Hochzeitstorte
   

Der Mann, den ich geheiratet habe, nimmt seinen Ehering ab, wenn er zum Sport geht. Er sagt, der würde stören, wenn er mit Gewichten herumhantiert. Ich bin nie in dem Studio gewesen, deshalb weiß ich auch nicht, wie viele schöne Frauen dort so trainieren. Vermutlich viele. Die denken dann, er sei noch zu haben. Und das stört mich dann ein kleines bisschen. Schließlich trägt der Ring ein Versprechen: dass wir uns immer lieben und füreinander da sein möchten – und das der Welt auch zeigen wollen. Und sei es – wenn wir mal nicht zusammen sind – auch nur mit dem Goldstück von Tiffany.

Ehe als ewiger Liebes-Schwur

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich vertraue ihm natürlich – auch wenn er mit den fitten Frauen flirten sollte. Eigentlich ist das Vertrauen sogar noch gewachsen, seit er vor einer großen Schar Gäste, einem Beamten und zwei Priestern "Ja" zu mir gesagt hat. Dass er sich entschlossen hat, nicht auf eine "Bessere" warten zu wollen, gibt mir ein grundgutes Gefühl. Für mich war sein Antrag das kolossalste aller Komplimente – weil es bedingungslos ist, verbindlich und ohne Verfallsdatum. In unserem Freundeskreis waren wir die Ersten, die sich in Kleid & Cut geschmissen haben. Und selbst heute, fünf Jahre später, sind nicht sonderlich viele "unter der Haube".

Heiraten - kann, aber muss nicht

Einige meiner Freundinnen singlen und tingeln so herum, haben ab und zu eine heiße Affäre, kriegen aber kalte Füße, wenn sie sich vorstellen sollen, mit Kandidat X zusammenzuziehen – oder mit Kandidat Z gar Kinder zu kriegen. Ob sie jemals heiraten werden, wollen sie frühestens dann entscheiden, wenn überhaupt mal einer kommt, der für den Traualtar taugt. Auch viele befreundete Paare, die über die "Probezeit" längst hinaus sind, sehen sich nicht veranlasst, künftig in Fragebögen das "verheiratet"-Kreuzchen zu machen.
 Die Entscheidung für (oder gegen) eine Ehe vertagen – das wollen auch 57 Prozent der Befragten unserer aktuellen PETRA-Umfrage. Zu den ultimativen "100 Things to Do Before You Die" scheint die Hochzeit nicht mehr zu gehören: Gerade mal 24
 Prozent der ledigen Frauen möchten unbedingt heiraten. Für 19 Prozent kommt der Traum in Weiß dagegen einem Albtraum gleich. Was einst selbstverständlich schien, ist nur eine von vielen Optionen geworden.

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Schlagworte
Beziehung | Hochzeit | Lifestyle | Partnerschaft | Talk About
Autor
Katja Bosse