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Porträt: Michael Fassbender

Michael Fassbender hat es geschafft: Der Deutsch-Ire gehört mittlerweile zu den gefragtesten Schauspielern in der Traumfabrik. Höchste Zeit, ihn endlich näher kennenzulernen.
  

Das war knapp: Michael Fassbenders Karriere verlief so schleppend, dass er hinschmeißen und eine Kneipe eröffnen wollte. Gut, dann wäre er eben Londons attraktivster Barmann geworden, aber so haben wir mehr von ihm. Endlich hat er sich die Aufmerksamkeit erkämpft, die er verdient, und wird als „Hollywoods neue Allzweckwaffe“ gehandelt.

Wenn er lacht – so wie bei unserem Treffen in Venedig, wo er in diesem Jahr zum besten Schauspieler gekürt wurde –, zeigt er Zähne wie ein Krokodil. Seine Augen sind blau, aber eben nicht einfach blau: Sein Blick wechselt von stechendem Eisblau zu tiefem Veilchenblau; dazu diese Denkerfurche zwischen den Brauen. Fassbender ist hot, aber eben nicht auf diese vordergründige Weise. Und er mag unbequeme Filme, die unter die Haut gehen. Welche mit echten Menschen. „Ich will nicht nur ihre Kleider tragen, sondern in ihre Haut schlüpfen“, sagt Fassbender. Das tut er bis zur Selbstaufgabe, bis zur Unkenntlichkeit. Nur so ist auch zu erklären, dass er nicht längst ein Star ist.

In „Hunger“ beispielsweise: Da spielte er 2008 einen IRA-Kämpfer im Fastenstreik. Für die Rolle verlor Fassbender, der ohnehin kein Gramm Fett am Körper hat, 20 Kilo. Er wurde mit Kritikerpreisen überschüttet, aber ein Publikumshit war das harte Gefängnisdrama natürlich nicht. Und seine prächtigen Muskeln waren nach der Radikaltortur auch zum Teufel – die hatte er sich extra für das Schlachtenspektakel „300“ ein Jahr zuvor antrainiert. Mit dem wurde übrigens nicht er, sondern Kollege Gerard Butler berühmt. Aber woher kennt man Michael Fassbender dann? Am ehesten aus „Inglourious Basterds“ von 2009. Quentin Tarantino engagierte ihn, weil er Deutsch spricht. Eigentlich sollte er für die Rolle des SS- Generals Landa vorsprechen. Doch als er ankam, hatte Tarantino sich bereits für Christoph Waltz entschieden. Trotzdem ist Fassbender als britischer Offizier, der sich in einer Kellerbar voller Nazis verplappert, im Gedächtnis geblieben – und es ging ab mit der Karriere.

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