Kultur

TV-Serie Die "Misfits" erobern Deutschland

Misfits

Wie im Sturm eroberte die BBC-Serie die Herzen der britischen Fernsehzuschauer. Jede Staffel erzielt höhere Einschaltquoten als die davor und 2012 erhielt die Serie den BAFTA Award als beste Drama-Serie. Auch hier in Deutschland finden sich immer mehr Anhänger der gewöhnungsbedürftigen Show. Obgleich sie nicht im Deutschen TV ausgestrahlt wird sondern lediglich über iTunes zu beziehen ist, belegt sie dort die vorderen Ränge der Download-Charts. Jetzt kommen die ersten beiden Staffeln auf DVD in den Handel (erhältlich ab dem 24. Februar 2012).

Fünf Jungkriminelle bilden den Kern der Serie. Curtis, Nathan, Kelly, Alisha und Simon könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie alle sind straffällig geworden, da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Vom vorlauten Nathan über den eigentlich anständigen Curtis bis hin zum schüchternen Simon erstreckt sich das Spektrum und doch finden sie sich in einer Situation, in der sie zusammenhalten müssen. Durch ein Gewitter bekommen die fünf übernatürliche Kräfte und finden sich auf einmal in einer erstaunlichen Situation wieder: sie, die Außenseiter, stehen nun vor der Wahl ihre neugefundenen Kräfte für gutes oder weniger gutes einzusetzen. Klingt nach SciFi-Teenie-Spaß, ist es aber nicht. Die Serie ist knallhart, schwarzer Humor paart sich mit harter Realität. Blut spritzt, ist aber nie wirklich ernst zu nehmen. Aufgrund dessen (und vermutlich aufgrund der vielen Schimpfwörter und sexuellen Anspielungen) ist die Serie in Deutschland erst ab 18 freigegeben. Ein abgefahrener Spaß also für all diejenigen, die amerikanische Superhelden-Shows wie "Heroes" zwar mögen, aber auch nichts gegen etwas mehr Authentizität und den berüchtigten britischen Humor haben.

Im Petra.de-Exklusivinterview erzählt uns Curtis-Darsteller Nathan Stewart-Jarrett, was die Serie so besonders macht und warum er Berlin so schön findet:

Nathan Stewart-Jarrett
Petra.de: Hallo. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst mit uns zu sprechen.
Nathan: Klar, gerne.

Petra.de: Was ist das Besondere an „Misfits? Warum sollten unsere Leser es sich ansehen?
Nathan: Die Show ist ein Komplettpaket. Du hast Science Fiction Aspekte, aber auch Drama und Comedy. Es ist also alles dabei und macht richtig Spaß. Also schaut es Euch an, es ist wie eine Achterbahnfahrt.

Was ist Deiner Meinung nach das Hauptthema der Sendung?
 Es ist merkwürdig, weil es eine Show über Superkräfte ist. Aber ich finde es geht eigentlich viel mehr um die Individuen, ihre Probleme und Kämpfe, ihre Persönlichkeiten. Sie haben das gleiche durchzumachen, was alle jungen Leute durchmachen, nur dass sie zusätzlich noch Superkräfte haben. Die können für Gutes und Schlechtes eingesetzt werden, ihnen helfen oder sie behindern. Aber eigentlich geht es um ganz banale Dinge: Dass man auf jemanden steht, oder dass man nicht auf jemanden steht, ganz normale Teenager-Probleme. Es geht um ihre Träume und Hoffnungen und ihre Entwicklung zu jungen Erwachsenen.

Du spielst Curtis. Magst Du ihn? Identifizierst Du Dich mit Deiner Rolle?
Ja, ich mag ihn. Es macht viel Spaß ihn zu spielen. Er ist sehr anders als ich, sehr moralisch. Ich bin nicht sehr moralisch. Das ist, glaube ich, das beste an dieser Figur, dass ich jemand ganz anderes sein kann. Und er ist fit (lacht).

Ja, Curtis war Hochleistungssportler. Was tust Du, um Dich fit zu halten?
Gar nichts (lacht). Wenn ich müde bin oder mich langweile, dann mache ich Push-Ups am Set. Ich kann jedenfalls nicht auf Croissants verzichten. Das sollte ich, aber ich halte einfach keine Diät durch.

In der Serie geht es ja um Superkräfte. Wenn Du Dir eine aussuchen könntest, welche wäre das?
Ich weiß nicht. Ich habe immer gedacht, Teleportation wäre eine ziemlich coole Sache. Aber jetzt finde ich auch die Idee gut, Dinge mit der Kraft der Gedanken bewegen zu können.

Hast Du einen Lieblings-Schauspieler? Ein Vorbild?
Ja, mehrere. Das ändert sich ständig. Derzeit würde ich sagen Philip Seymore-Hoffman. Er hat keine Angst davor hässlich oder unsympathisch in Filmen zu sein. Und er hat etwas magisches: Er kann total grotesk und gleichzeitig sehr charismatisch sein.

Ihr seid schon in Vorbereitungen zur vierten Staffel von „Misfits“. Worauf freust Du Dich am meisten?
Oh, das ist schwer. Ich hab keine Ahnung, was sie vorhaben. Ich bin auch sehr gespannt und freue ich mich einfach wieder am Set zu sein.

FAKTEN ÜBER NATHAN

  • geboren 1985 in Wandsworth (England)
  • besuchte die Central School of Speech and Drama
  • Lieblings-Fernsehserie: Comedy! „Arrested Development“, „Modern Family“ und „Fawlty Towers“
  • Lieblingsmusiker: Etta James, Chet Baker
  • Must-see-Movie: Ich habe „The Artist“ verpasst. Den will ich unbedingt sehen.
  • Reiseziel: Argentinien. Weil mir der Südamerikanische Lifestyle sehr gefällt. Und wegen der Steaks – ich liebe Steaks – und dem Rotwein. Ich könnte so immer weiterreden. Ich will da hin.
Welche anderen Projekte stehen bei Dir derzeit an?
 Ich spiele im Moment wieder Theater. Ich bin in einem sehr lustigen Stück "The Pitchfork Disney", das vor ein paar Wochen Premiere in London hatte. Das macht viel Spaß und es ist schön, wieder auf der Bühne zu stehen.

Gefällt Dir das Theater besser als das Fernseh-Set?
 Ach, ich hab da keine Vorlieben. Weil ich derzeit nicht drehe, muss ich nicht um fünf Uhr morgens aufstehen, das ist schon sehr angenehm. Aber beide haben ihre Vorzüge und stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an mich als Schauspieler. Dadurch wird es nicht langweilig.

Warst Du schon einmal in Deutschland?
Ja, ich war schon in Berlin, Hamburg und Frankfurt. Berlin ist einfach großartig. Wir waren während einer Hitzewelle da und jeder Schritt hat uns zum Schwitzen gebracht. Aber es ist wirklich eine tolle Stadt mit wunderschöner Architektur. Und man kann super feiern gehen. Ich fahre mit Sicherheit wieder hin.

Vielen Dank für dieses Interview.
 

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