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Star-Styling Interview: Katherine Heigl

Katherine Heigl

Berlin, Cannes, L.A. – aber seit wann trifft man Hollywoodstars in Stuttgart? Kein Wunder, dass Katherine Heigl mit ihrem Besuch das schwäbische Ländle völlig aufmischte. In Esslingen wollte die 33-Jährige mit ihrer Mutter ihren Wurzeln nachgehen. Die Folge: aufgeregte Lokal fotografen, schwänzende Schulkinder und ein stolzer Bürgermeister. Ihre neue Krimikomödie „Einmal ist keinmal“ (Start: 19.4.) stellt sie dann auch praktischerweise gleich in Stuttgart vor. Wir treffen unsere Coverfrau zum Interview im Hotel „Le Méridien“ – und unser Blick fällt sofort auf ihre hammerschönen, aber auch atemberaubend hohen schwarzen Pumps…

PETRA: Wie haben Sie es geschafft, mit 12-cm-Stilettos heil über deutsches Kopfsteinpflaster zu stöckeln?

Katherine Heigl: Ich hab mich eben auch schon gefragt, wie ich das ohne Knöchelbruch überstanden habe! Morgen trage ich definitiv flache Schuhe.

Auf wessen Spuren wandeln Sie hier in der Region eigentlich?

Mein Großvater ist hier geboren, aufgewachsen und in den 20er-Jahren ausgewandert. Meine Mutter Nancy stand ihrem Vater sehr nah und wollte mit mir die Reise in die Vergangenheit antreten.

Was meinen Sie, haben Sie von ihm deutsche Eigenschaften geerbt?

Vielleicht, dass ich es mit Ordentlichkeit und Sauberkeit sehr genau nehme. Aber das ist wohl weniger deutsch als weltweit weiblich, oder? Gründlich bin ich. Wenn ich etwas schaffen will, dann kremple ich die Ärmel hoch und gehe es richtig an. Auch in meiner Karriere.

Vor Ihnen liegt schwäbischer Leb kuchen. Wie verträgt der sich mit Ihrem Traumbody?

Verdammt mies. Wenn ich vor der Kamera halbwegs ordentlich aussehen will, heißt das leider: kaum etwas essen und viel Sport. Das halte ich auch nur durch, wenn ein Ende absehbar ist, also während eines Drehs. Denn ich esse schrecklich gern und verabscheue Sport. Aber einen Monat vor Drehbeginn gibt’s nur noch Salat und manchmal Sushi.

Das klingt nach harter Disziplin…

Leider. Bei meinem neuen Film „Einmal ist keinmal“ habe ich es geschafft, dreimal die Woche Sport zu treiben und so meine persönliche Bestform erreicht. Das fand ich schon scharf, aber ich konnte das Gewicht nicht halten. Ich werde dann doch wieder schwach…

…und ärgern sich über das branchenübliche Schönheitsdiktat, oder?

Ach, ich bin da pragmatisch. Das gehört halt zum Job. Aber es gibt auch Monate, wo ich mit meinem Mann (dem Coukontrysänger Josh Kelley; die Red.) und unserer Tochter Naleigh in den Bergen von Utah auf unserer abgeschiedenen Farm bin und nur reite, Jeans trage und abends deftig koche. Da ist mir komplett egal, wie ich aussehe.

Naleigh ist jetzt drei Jahre alt. Fällt es Ihnen nicht unheimlich schwer, die Kamera Ihrer Tochter vorzuziehen?

Ich musste tatsächlich lernen, das auf die Reihe zu kriegen. Anfangs war ich als Mutter schlecht, weil ich vom Drehen gestresst war, und als Schauspielerin, weil ich Naleigh gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Jetzt mache ich nur noch eins, aber das richtig. Bin ich zu Hause, kümmere ich mich nur um Naleigh. Drehe ich, sorge ich dafür, dass jemand für sie da ist, dem ich blind vertraue.

Das klingt nach einem ziemlich harten Erziehungsprozess für beide…

War’s auch. Und weil ich nur drehen kann, wenn ich mir keinerlei Gedanken um mein Kind machen muss, arbeite ich nur noch halb so viel. Sonst hätte ich nicht erst Mutter zu werden brauchen.

Wollen Sie noch mehr Nachwuchs?

Und wie! Am liebsten würde ich auf der Stelle noch ein Baby bekommen.

Naleigh ist adoptiert. Wünschen Sie sich nun ein leibliches Kind?

Das ist mir völlig egal. Ich bin selbst mit einer Adoptivschwester aufgewachsen, daher ist das für mich völlig selbstverständlich. Erst als Teenie ist mir aufgefallen, dass meine Schwester, die aus Seoul in Südkorea stammt, mir kein bisschen ähnlich sieht.

Ungefähr zu der Zeit hat auch Ihre Karriere begonnen, oder?

Ach, damals war alles nur ein Riesenspaß. Mit 14 spielte ich auf den Bahamas Gérard Depardieus Tochter, hatte endlich einen Mini-Busen und stolzierte im Bikini umher. Dann wollte ich das auch beruflich machen – aber die Anfangsjahre von 18 bis 25 waren ein Krampf!

Wie meinen Sie das?

Die Konkurrenz in L.A. war hart, es gab nie die Sicherheit, dass du morgen einen Job hattest oder die Miete zahlen konntest. Es war sehr schwer, mit all dem Frust und der Ablehnung zu leben.

Verstehe. Waren Sie schon mal drauf und dran, alles hinzuschmeißen?

Einmal? Das bin ich zu 90 Prozent noch heute! Aber ich konnte halt nie etwas anderes als spielen…

…und sind seit Jahren erfolgreich. Was haben Sie aus der Zeit mitgenommen?

Wie viel Familie bedeutet, ihr Halt, die Loyalität, ihre bedingungslose Liebe. Ich war so lange nur auf meine Karriere konzentriert. Durch das berufliche Auf und Ab war ich immer nervös. Jetzt fühle ich mich durch Josh und Naleigh behütet und stark. Eine Familie zu gründen, war das Sinnvolls te, was ich je getan habe.

Das sieht man Ihnen an. Sie wirken hemmungslos positiv…

Das habe ich von meiner Mutter. Sie ist offen, aufgeschlossen und orientiert sich stets an den guten Seiten statt an den schlechten. Dabei hätte sie genug Gründe, keine Optimistin zu sein.

Das müssen Sie uns erklären.

Ich war neun, als mein Bruder Jason mit 15 nach einem Unfall starb. Danach erkrankte meine Mutter an Krebs, später ließen sich meine Eltern scheiden. Unsere Familiengeschichte war nicht nur zuckersüß.

Aber Sie bleiben eine unverbesserliche Optimistin…

…anstatt zynisch zu werden, ja. Denn ich bin davon überzeugt, dass es die gesündere Lebenseinstellung ist. Hoffnung ist ein schöneres Handlungsmotiv als Bitterkeit – selbst wenn einen andere für naiv halten.

Glauben Sie, dass harte Zeiten einen stärker prägen?
Vor allem rücken sie alles ins richtige Verhältnis und machen einen dankbar und demütig. Ich bin glücklich, dass ich dieses schöne Haus in Utah habe, dass ich mir spannende Rollen aussuchen kann, dass mein Erfolg mir einigen Luxus erlaubt, der mir Spaß macht, und dass ich mein Kind und meine Familie versorgen kann. Das ist ein wunderbares Gefühl. 

VIDEOS ZU KATHERINE HEIGL:

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