Reisetipps

Reise Urlaub in Norwegen

Zum ersten Mal flog PETRA-Redakteurin Katja Kullmann nach Norwegen – und kehrte begeistert zurück. Ob in der Trend-Metropole Oslo oder beim Natur-Flash am Polarkreis: Haben Sie keine Angst vor Kälte und Kabeljau, packen Sie einen wasserdichten Anorak ein und kommen Sie mal mit!  
Urlaub in Norwegen
    

Mit dem Horizont ist es ja so eine Sache: Angeblich wird er größer, weiter, magisch, wenn man reist. Bis jetzt dachte ich allerdings immer: Himmel ist Himmel – und überall gleich. Irgendwer hat ihn oben festgemacht, nun hängt er da eben herum, und nachts schaltet einer die Sterne an. Aber dann geschieht etwas Seltsames. Ich stehe im Sand, an einer perfekt gerundeten Meeresbucht, mehr als 1.000 Kilometer entfernt von zu Hause, schaue nach oben – und heule. Einfach so! Mein Blick gleitet über das Blau, das Silber, das Gold, folgt den Kurven eines Seeadlers, und alles verschwimmt vor meinen Augen in Tränen der Rührung.

Ein Super-Himmel und tolle Typen – ich heule vor Glück

Denn plötzlich weiß ich: Genau so sollte ein Himmel aussehen, genau so war das gedacht vom lieben Gott oder wem auch immer. Endlich habe ich es begriffen. Die Bucht mit dem Wahnsinnshimmel trägt einen Namen, den ich kaum aussprechen kann: Gimsøysand. Doch obwohl der Traumstrand auch noch menschenleer ist, kann ich mich nicht zum spontanen Nacktbaden entschließen. Denn ich befinde mich knapp oberhalb des Polarkreises, auf der Inselgruppe der Lofoten, und leider hat es nur zehn Grad. Tja, so ist das hier oben: „Hjertelig velkommen til Norge!“ Herzlich willkommen in Norwegen! Sehr viel wärmer wird es im nördlichen Landesteil selten, weder im Mai noch im August. Trotzdem würde ich jederzeit wieder hinfahren. 

Zum ersten Mal habe ich meine mitteleuropäischen Tippelfüße auf skandinavischen Boden gesetzt, und ich gebe zu: Vorher hatte ich fast ein wenig Angst und wirklich die absurdesten Fantasien. Norwegen – ein Land mit dunklen Wäldern, Walfleisch zum Frühstück, Rentierhoden zum Abendessen. Ein Volk, das zwar die neuesten Technik-Gadgets besitzt und alle Tricks der supermodernen Ultraleichthandys beherrscht – letztlich aber in Thermohosen und albernen Strickmützen herum läuft. Ich selbst sehe mich als Sommer-Typ, Bikinis stehen mir besser als Daunenjacken. Doch kaum bin ich in der Hauptstadt Oslo gelandet, steht mir erst einmal der Mund offen. Denn statt Grobstrickpullis sehe ich elegante, aber nicht übertrieben geschniegelte Anzüge. In den Anzügen stecken Männer – und was für welche! Weder sind sie alle blond noch alle bärtig, die meisten kleiden sich ultramodisch und weltmännisch. Und wenn so ein Norweger einem zublinzelt… „Hui, sieht der gut aus“, entfährt es mir ein paarmal, gleich beim ersten Bummel durch die Innenstadt. Auf alles war ich gefasst, aber bestimmt nicht auf diesen nonchalanten Schick, erst recht nicht auf nordisches Kampf-Flirten. Und auch nicht auf den schrägen Humor und die feine (Selbst-)Ironie, die mir in den kommenden Tagen immer wieder begegnen werden, auf Straßenschildern, Plakaten und in Zufallsgesprächen. 

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