Reisetipps

Urlaub Zu zweit allein an der Ostsee

PETRA-Volontärin Bonnie Stenken und ihr Freund suchten die traute Zweisamkeit und fanden sie in dem kleinen Künstlerort an der Ostsee. Dort scheint die Zeit stehen zu bleiben.
Ahrenshoop Winter
  

Ein Straßenschild steht da. Mit der Aufschrift „Otter können den Weg kreuzen“. Als ich das sehe, wird mir klar: Das Meer kann nicht mehr allzu weit entfernt sein – und mein Herz macht einen Hüpfer. An der Ostsee war ich schon lange nicht mehr, und den Ort Ahrenshoop kenne ich gar nicht. Das Erste, was mir an Ahrenshoop auffällt, sind die vielen bunt leuchtenden Reetdachhäuser. „Nach der Wende haben die Einwohner ihre Farbtöpfe wiedergefunden“, erklärte uns gestern ein Taxifahrer.

Daraufhin stellte ich mir vor, wie man in dem 700-Seelen-Dorf über Nacht alles rot und blau malte. Gefiel mir gut. Nach einer sehr ruhigen ersten Nacht – ich war froh, wenigstens meinen Freund neben mir atmen zu hören – verschlägt es uns direkt ans Wasser. Statt Touristenmassen, die sich wie die Sardinen drängen, sieht man im Winter am Meer nur den weiten Strand. Zufrieden stelle ich mich mit meinen Gummistiefeln (der Badeanzug kommt dann halt im Spa-Bereich zum Einsatz) in die kalte Ostsee und beobachte die unzähligen Möwen auf den Buhnen, wie man die aneinandergereihten Holzpfähle im Wasser nennt. Die frische Seeluft pustet mir um die rote Nase. Ab und zu laufen ein paar Gleichgesinnte an uns vorbei, dick eingepackt wie wir beide.

Um ein bisschen was von der Gegend kennenzulernen, kehren wir dem Strand den Rücken und laufen zum Bodden – ein vom Meer durch Landzungen abgetrenntes Küstengewässer. Hier, so sagt man uns, sei der beste Platz für einen kitschig-schönen Sonnenuntergang. Ich gucke auf die Uhr: Es ist gerade mal zwei Uhr nachmittags. Was macht man also als Paar, wenn zu viel Zeit und Ruhe zur Bedrohung wird? Richtig, man geht erst ins Dorf und dann essen. Im Dorf findet man nur wenige Töpferläden, Einrichtungs- und Kleidungsgeschäfte, allerdings bin ich auch nicht zum Shoppen hierhergekommen.

Die unzähligen Restaurants bieten uns von der Fjord-Forelle bis zum Räucheraal-Rührei alles, was die Ostsee bereithält. Und wie es immer so ist: Uns gelüstet es mehr nach Schnitzel mit Pommes. Schlecht fühlen müssen wir uns deswegen nicht, schließlich steht gleich noch ein Wellness-Besuch an. Schneller, als man gucken kann, müssen wir wieder zurück. Am Hamburger Hauptbahnhof wühlen wir uns durch die Menschenmassen. Oje, so ein entschleunigendes Wochenende kann auch ganz schön sein, denke ich. Und plötzlich fehlt mir der salzige Geruch des Meeres und das Rauschen der Stille.

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