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Jagertee und und Buckelpisten – für manche ein Horror, für viele das Paradies. Wir überzeugen die letzten Zweifler: Wedeln Sie sich glücklich auf unseren fünf günstigen Geheimrouten abseits der gängigen Gebiete
Ski fahren
   

An zu Hause zu denken, macht 1.800 Meter über dem Meeresspiegel doppelt Spaß: Wie trist und deprimierend ist es jetzt daheim in Ostwestfalen! Die Wiesen braun, der Himmel taubengrau, schmuddelig der Winter im Flachland. Wie gut, dass ich stattdessen hier sitze! In einem Sessellift, der mich behutsam den Berg hinaufträgt. Die frische Luft wirkt wie eine Luxus-Beauty-Maske auf mein Gesicht, wahrscheinlich strahle ich von einem Ohrläppchen zum anderen. Ich lehnebequeminmeinemTransportmöbel und fühle mich schonamersten Morgen topfit. Klonk, klonk, klonk, klonk, klonk: Wann immer die Rollen einen der Liftmasten passieren, rüttelt mich der Sitz zärtlich durch. Sonst: Stille. Unter mir sucht eine Gämse Schutz im Wald, huscht ins Dickicht.

Wahrscheinlich ahnt sie, dass etwa zwei Stunden später, wenn das Trinkgelage vom Vorabend verdaut ist,auch der Herren-Kegelklub „Die Riesen-Garnelen-Schwänze“ aus Wuppertal in ihr Alpenidyll einfallen wird. Aber ich bin früh unterwegs, noch unberührt funkeln die Pisten in der Morgensonne. Ungezählte Schneekatzen – so nennen Alpinisten ihre Pistenraupen – haben Nachtschicht gefahren und die Flockenprachtplattgewalzt,ummirdieses Vergnügen zu verschaffen: Heute als Erste die Abfahrt hinunterzujagen und jungfräuliche Wedelspuren ins weiße Glitzern zu setzen.

Märchenhaft! Für diesen Moment würde ich jeden Sommerurlaub absagen. Ja, wirklich jeden. Das geht an dich, liebe Freundin! An dich und deine Pisten-Phobie! An die nette und etwas verrückte Großstadtpflanze, die bei „Skifahren“ nur an Frostbeulen und Gehirnerschütterungen denkt. Die die Alpen bloß aus der Bottroper Skihalle kennt. Der schon auf der Wasserkuppe im nordhessischen Mittelgebirge die Luft knapp wird. Die hinter Après-Ski und Hüttenzauber nichts anderes als eine noch billigere Variante des Kölner Karnevals vermutet. Die nicht will, dass eine warme Daunenjacke ihre schlanke Silhouette ruiniert und der Fahrtwind ihren Eyeliner.

Und die gerade nicht weiß, was sie tun soll,weil ihr Herr Wunderbar,den sie im Sommer aufgegabelt hat, jetzt im Winter mit ihr in den Skiurlaub will. „Komm doch mit ins Stubaital, Baby. Du wirst sehen, es gibt nichts Schöneres.“ Genau das hat der Super-Lover zu meiner Freundin gesagt –worauf sie telefonisch bei mir Rat suchte. Ich fand den Mann auf Anhieb sympathisch: „Morgens gehst du in den Skikurs, mittags kupetrasscheln wir uns in die Sonnenstühle auf der Alm, am Nachmittag fahr ich mit dir nur die leichten blauen Pisten und abends, da ist dann Relaxing im Wellness- Hotel angesagt.“

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Schlagworte
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Autor
Stefanie Hadding