Oktoberfest

Oktoberfest Bayrisch für Anfänger

Bayrisch für Anfänger

Die Damen haben sich in ihr neues Deandl (Dirndl) geschmissen, die Herren tragen ihre Janker (eine Trachtenjacke) und das Charivari (Schmuckgehänge an der Lederhose). Es kann losgehen mit der Wiesn in München! Der kleine Hunger wird mit einer Brezn (Brezel) gestillt, dazu werden ein paar Muichkaramäin (Sahnebonbons) für später besorgt. Im Festzelt angekommen gibt es dann direkt mal eine Maß (ein Liter Bier) und ein knuspriges Hendl (Grillhähnchen). Die Stimmung steigt mit jeder neuen Maß, die Feiernden haben eine Fetzngaudi (Heidenspaß). 

Wörterbuch Grafik

„Schau da de Gaudinockerln o!“

Doch je mehr das Bier fließt, desto größer ist der Druck auf der Blase. Standesgemäß zieht man sich dann mit den Worten "I geh amoi auf's Heisl" auf die Toilette zurück. Wenn Sie auf dem Weg dorthin einen Herren mit breitem Dialekt ausrufen hören „Schau da de Gaudinockerln o!“, meint er damit, dass Sie eine ansehnliche Oberweite haben. Auch, wenn Ihr Kleid als „dandschigs Deandl“ betitelt wird, ist das durchaus als Kompliment aufzufassen – es bedeutet „hübsches Dirndl“. Kaum sind Sie zurück an Ihrem Tisch, werden Sie aufgefordert, doch bitte eine Maß Bier aufzustöin (auszugeben). Eigentlich würden Sie selbst jetzt gerne eine „Spezi“ (Mischung aus Cola und Orangenlimo) trinken, denn alles dreht sich schon ein bisschen. Aber das halten ihre Tischnachbarn heute nicht für angemessen, und so schwenken Sie auf Weißbia (Weizenbier) um. 

"Des is hoid aba a Prüglhitz."

Die Prüglhitz (unerträgliche Hitze) im Zelt treibt Sie an, noch mehr zu trinken. Am Tisch nebenan findet ein Maßkruagstemma (Wettbewerb, bei dem eine Maß mit ausgestrecktem Arm gehalten werden muss) statt. Auf dem Tisch stehend feuern Sie die Herren kräftig an. Nun befinden Sie sich im absoluten Fetznrausch (Sie sind total betrunken). Ihr Bier ist mittlerweile richtig lack (abgestanden), deshalb trinken Sie das Noagerl (den Getränkerest im Glas) nicht mehr aus. Sie wollen nur noch nach Hause!

"Ma war so schlecht, daß i gschbie'm hab“

Vor dem Zelt diskutieren ein paar Gäste mit dem Türsteher und mandeln auf (machen sich wichtig), weil sie keinen Tisch mehr bekommen haben. Sie möchten noch einen Steckerlfisch (Fisch am Stiel) essen, weil Sie denken, dass es Ihnen dann nicht mehr so schlecht geht. Als Ihr Partner aber anfängt, eine Ziegarn (Zigarre) zu rauchen, wird Ihnen so schlecht, dass Sie hinter das nächste Gebüsch schbei’m (sich übergeben). Beim Ozapfa (Bierfass-Anstich) am nächsten Tag sind Sie trotzdem dabei. Schließlich können sie nur ein Mal im Jahr auf die Wiesn.
Lust bekommen auf bayrische Speisen? Probieren Sie doch mal dieses Rezept für bayrischen Wurstsalat! >>
Promotion
Anzeige
Schlagworte
Anleitungen | Events | Kultur | Oktoberfest