Kultur

Kino-Tipp Milde Frauenpower

Die elegante Pippa (Robin Wright) und der charismatische Verleger Herb (Alan Arkin) führen eine Bilderbuch-Ehe. Dass er 30 Jahre älter ist als sie, war nie ein Problem. Bis jetzt jedenfalls. Als sie in einen noblen Rentner-Vorort ziehen, bekommt die perfekte Fassade tiefe Risse. Pippa fühlt sich gefangen in einem Leben, in dem sie bloß noch Komparsin ist. In Chris (Keanu Reeves), dem depressiven Nachbarn, der wie sie durch einen freudlosen Alltag dümpelt, findet Pippa unverhofft einen Verbündeten. Und stellt sich endlich ihrer Vergangenheit, die so viel wilder war, als man ihr zutraut und die in Rückblenden erzählt wird: Pippas frustrierte Mutter (Maria Bello) erträgt ihr Hausfrauen-Dasein nur mit Pillen, Teenager Pippa (Blake Lively aus "Gossip Girl") landet in der Hippie- und Kunstszene, experimentiert mit Sex und Drogen. Bis sie schließlich Herb kennenlernt. Aber hat er sie damals wirklich "gerettet"? Regisseurin Rebecca Miller und Robin Wright wissen, wie es ist, über die Männer in ihrem Leben definiert zu werden: Miller, die mit "Pippa Lee" ihren eigenen Roman verfilmte, ist die Tochter des Literaten Arthur Miller und mit Schauspieler Daniel Day-Lewis verheiratet. Robin Wright trennte sich 2009 von Oscar-Preisträger Sean Penn. Ihre "Pippa Lee" ist das präzise Porträt einer Frau, die sich selbst (wieder-) finden muss - melancholisch, bissig und weise. Ein angenehm unaufgeregter Frauenpower-Film.

Rebecca Miller: "Pippa Lee", ab dem 1. Juli im Kino

Promotion
Anzeige
Schlagworte
Film | Lifestyle