Kultur

Film-Tipp Briefe an Julia von Gary Winick

Eigentlich sollten es vorgezogene Flitterwochen werden. Doch die angehende New Yorker Journalistin Sophie (Amanda Seyfried aus „Mamma Mia!“) flaniert solo durch Veronas Gassen, ihr Verlobter (Gael García Bernal) interessiert sich nur für die italienische Gastronomie. Unter dem Balkon, auf dem einst Julia Capulet gestanden haben soll, entdeckt sie eine Art Klagemauer für unglücklich Verliebte – und eine Gruppe patenter Kummerkasten-Tanten. Ratsuchende aus aller Welt hinterlegen im Gemäuer Briefe an Shakespeares Heldin, die von den erfahrenen Signoras des „Club petras Welt di Giulietta“ beantwortet werden. Zufällig findet Sophie einen Brief, der dort vor fast 50 Jahren deponiert wurde. Damals ließ die Britin Claire ihre große Liebe Lorenzo in Italien zurück. Sophie, von den Signoras animiert, schreibt Claire, für wahre Liebe sei es nie zu spät. Kurz darauf reist die betagte Lady (Vanessa Redgrave) mit ihrem Enkel (Christopher Egan) tatsächlich an, um Lorenzo zu suchen. Doch der Name kommt in der Toskana so häufig vor wie Weintrauben… „Julias Sekretärinnen“ sind keine romantische Erfindung: Ehrenamtliche „Giuliettas“ beantworten jährlich Tausende Briefe und mittlerweile auch E-Mails. Gefühlsecht wird es in der charmanten Komödie jedoch erst, als Claire der schmuckste aller Lorenzos auf einem Schimmel entgegenreitet. Denn er wird von Franco Nero gespielt, der wahren großen Liebe von Vanessa Redgrave. Die beiden sind – mit Unterbrechungen – seit über 40 Jahren ein Paar und haben vor vier Jahren doch noch geheiratet. Die Intimität ihrer Szenen verleiht dem sommerleichten Liebesabenteuer eine Romantik, die über jedes toskanische Postkarten-Idyll weit hinausgeht.

Gary Winick: Briefe an Julia, Ab 19. August im Kino

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