Kultur

Kino-Tipps Filmstarts vom 1. März 2012

Diese Woche ist voller Action. Und voller Emotionen. Große Kinofilme mit beeindruckenden Performances. Unter der Galerie finden Sie Trailer zu "Shame", "Die Eiserne Lady" und "Das gibt Ärger".
Shame
     

SHAME

Gnadenloser Seelenstriptease erwartet die Besucher des neuen Films von Kultregisseur Steve McQueen. Michael Fassbender (für diese Rolle für einen Golden Globe nominiert) und Carey Mulligan spielen Bruder und Schwester, die eine selbstzerstörerische Hass-Liebe verbindet.

Brandon (Fassbender) lebt ein Junggesellen-Dasein in New York. Seine Schwester Sissy (Mulligan), deren Anrufe er stets ignoriert, taucht plötzlich in seiner Wohnung auf und bittet ihn, sie für eine Weile bei sich wohnen zu lassen. Sie beginnt eine kurzlebige Affäre mit seinem Boss und dringt immer weiter in das geheimgehaltene Privatleben ihres Bruders ein, bis es schließlich zum Eklat kommt. Eigentlich sind sich die beiden gar nicht unähnlich. Von Vorkommnissen in der Kindheit traumatisiert, haben beide starke Bindungsprobleme. Sissy springt von einer Beziehung in die nächste, wechselt laufend ihre Jobs, Lebensziele und Wohnorte, immer auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit. Brandon kapselt sich emotional von seiner Außenwelt ab. One-Night-Stands, Internet-Sex, Pornos und Prostituierte leisten ihm Gesellschaft, zu wahrhaftigen Beziehungen zu anderen Menschen ist er nicht in der Lage, Nähe wird wahllos durch Sex in jeglicher Form sublimiert. Die beiden fordern sich gegenseiten, zeigen sich ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten auf, versuchen sich füreinander zu ändern und treiben sich doch gegenseitig in den Wahnsinn. In einer Nacht eskaliert die Beziehung, das wacklige Geflecht aus Liebe, Hass, Scham, Geheimnissen und Wünschen bricht zusammen und treibt die Geschwister an ihre Grenzen.

Fassbender soll bei den Dreharbeiten selbst kurz vorm Nervenzusammenbruch gestanden haben. Verständlich, wenn man den Film gesehen hat. Nahtlos reihen sich sexuell explizite Szenen und emotional geladene Sequenzen aneinander. Den Werbejuppi, der seine Gefühle unterdrückt und langsam aber sicher an der Entfremdung von seiner Umwelt zerbricht, stellt Fassbender perfekt dar.

"Shame" ist ein Film der unter die Haut geht, der berührt, der aber auch abstößt. Das Lob für Inszenierung und Schauspieler ist hochverdient. Kein Samstagabend-Popcornkino, aber ein Werk, dass sich mit den essenziellen Fragen über Liebe, Nähe und Sexualität besonders in unserer heutigen Gesellschaft befasst.

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