Kultur

Lifestyle Vergessen Sie den 100-prozentigen Einsatz - 80 tun es auch

Wer denkt, er müsse ständig 100 Prozent geben, irrt (und powert sich auf Dauer aus). 80 Prozent Einsatz tun es auch, um erfolgreich UND zufrieden zu sein. Wir haben acht gute Gründe, ein bisschen lockerer zu lassen, und zwei Situationen, in denen man Vollgas geben sollte
Stress vergessen
    

Schlaf? Davon brauche ich nur sehr wenig.“ Wenn Yahoo-Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer über ihr Arbeitsbeziehungsweise Ruhepensum spricht, wird schnell klar: Diese Frau gibt immer alles – und wenn es darauf ankommt, wahrscheinlich noch ein bisschen mehr. Damit passt sie hervorragend in unser aktuelles Bild einer Leistungsgesellschaft, deren Streben nach Erfolg einen Hauptteil des täglichen Lebens ausmacht. Schon in der Schule und später im Studium lernen wir, dass nur die ganz Fleißigen irgendwann an ihr ersehntes Ziel kommen. Wer sich auf die faule Haut legt, wird abgehängt und verliert den Anschluss. Deshalb schicken übereifrige Eltern ihre Kleinkinder schon zum Chinesischunterricht, und wir selbst arbeiten bis zum Umfallen, um wenigstens ein bisschen so erfolgreich zu sein wie Frau Mayer.

Alles Blödsinn! Zum einen hat dieser Leistungswahn ziemlich starke Nebenwirkungen. Schon ein Viertel der bis zu 18-Jährigen reagiert beispielsweise auf den hohen Druck mit psychosomatischen Problemen bis hin zu Depressionen. Bei den bis zu 30-Jährigen ist es sogar knapp ein Drittel. Zum anderen bedarf es gar nicht unzähliger Überstunden, um wirklich erfolgreich zu sein. 80 Prozent tun es auch. Glauben Sie nicht? Stimmt aber! Waldkita-Kinder zum Beispiel hecheln Studien zufolge ihren Altersgenossen, die in derselben Zeit mit Chinesischoder Englischvokabeln gefüttert wurden, in der Schule nicht einen Deut hinterher. Eher im Gegenteil. Aber auch für uns Erwachsene gibt es genug Gründe, öfter die Füße hochzulegen und einen Gang zurückzuschalten. Werfen Sie einfach mal einen Blick auf unsere acht Relax-Formeln für einen erfolgreichen, aber stressfreien Alltag. 

Karriere-Tipps bei einer Kündigung
Karriere-Tipps bei einer Kündigung

1 WER WENIGER ERWARTET, HÄLT LÄNGER DURCH

Wer immer 110 Prozent geben will, tut das meistens aus einem Grund: Perfektionismus. Doch was in unserer Gesellschaft häufig als durch und durch positive Charaktereigenschaft gehandelt wird, hat einen großen Nachteil. Perfektionisten sind immense Energieverschwender. Zwar erzielen sie oft tolle Ergebnisse, nur leider kosten sie diese meistens unverhältnismäßig viel Kraft. Anstatt also auch die nächste Nacht zu opfern, um noch die letzten fünf Prozent rauszukitzeln, ist es völlig in Ordnung, ein unperfektes Ergebnis abzuliefern. Und das muss nicht mal schlechter sein. Eines der größten Probleme von Perfektionisten ist nämlich die diffuse Angst, etwas falsch zu machen. Die führt schnell dazu, frustriert aufzugeben, wenn etwas nicht so klappt, wie man es sich vorstellt. In so einer Situation ist es am besten, die Arbeit nicht nach den eigenen Ansprüchen, sondern nach denen des Vorgesetzten oder Kunden zu richten. Merken diese nie oder nur selten, wie viel Aufwand in ein Projekt investiert wurde, ist das der ideale Zeitpunkt, um sich auf eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung einzulassen. Wichtig ist, dass Sie am Ende schwarze Zahlen schreiben.

2 VON DER ARBEITSBIENE ZUR KÖNIGIN? DENKSTE!

Das mag jetzt oberflächlich klingen, entspricht aber leider der (Arbeits-)Realität: Viel wichtiger als die Leistung ist die Selbstdarstellung. Laut Studien kommt es bei der Beurteilung von Mitarbeitern nur zu 10 Prozent auf die Leistung an, aber zu 60 Prozent auf den Bekanntheitsgrad im Unternehmen. Schalten Sie also ruhig mal den Arbeitsbienen-Modus aus und setzen Sie auf ein gutes Netzwerk. Anstatt sich immer nur hinter Ihrem Schreibtisch zu verstecken, sollten Sie sich ruhig auf den ein oder anderen Plausch mit Kollegen einlassen. Dazu gehört manchmal auch ein gemeinsames Mittagessen oder sogar ein Feierabend-Bier. Das steigert nicht nur Ihren Bekanntheitsgrad, sondern auch Ihr Wohlbefinden. Und Menschen mit guten Kontakten zu ihren Kollegen sind nachweislich glücklicher und sogar produktiver – ganz ohne Überstunden.

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Schlagworte
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Autor
Yvonne Adamek