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Vampire, Serien, Psychologie Vampire - Die neuen Sexsymbole

Erinnern Sie sich? Früher galten Vampire als böse, blutleere Gestalten, die das Licht scheuten. Doch plötzlich sind die Untoten in Büchern, Kino und TV Sexsymbole, die alle anderen blass aussehen lassen. Warum nur sind Blutsauger so angesagt?
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Sex sells – aber kein Sex verkauft sich noch besser! Das gilt zumindest für den Mega-Erfolg der „Bis(s)“- Vampirsaga. Erotisch gesehen passiert in der Bestseller-Reihe  der US-Kultautorin Stephenie Meyer wenig Handfestes. Die 35-Jährige, die mit ihren Vampir-Epen über Nacht zum Shootingstar wurde, schafft das Kunststück, ein fast 1.800 Seiten langes Vorspiel zu beschreiben. Vier Bände handeln von dem Spaß, den Vampir Edward und seine große Liebe Bella nicht haben. Das zieht: Über 40 Millionen Bücher wurden bislang weltweit verkauft, „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“, die Verfilmung von Teil eins, führte monatelang die Kino-Charts an. 

Literaturkritiker, Psychologen und sonstige Auskenner zerbrechen sich verzweifelt den Kopf, was die Faszination dieser Liebesgeschichte ausmacht. Und können den herrlich emotionalen Schauder, der den Zuschauer ergreift, wenn er oder sie leidenschaftlich über den anderen herzufallen droht, letztlich immer nur ansatzweise erklären. Allenfalls der Grund, warum sie „es“ nicht tun, findet sich leicht: Edward ist ein Vampir, Bella ein Mensch. Hätten sie Sex, würden seine animalischen Triebe mit ihm durchknallen, er würde sie beißen – und zum Vampir machen. Aber da Edward, der sexy Dracula des 21. Jahrhunderts mit James Dean-Frisur, Hipster-Klamotte und melancholischen Augen, seine Bella aufrichtig liebt, möchte er ihr die zermürbende Existenz als Untote heldenhaft ersparen. Und tut den ganzen Film deshalb nichts anderes, als sich sexuell zu kasteien. Aber: Dürfen die beiden im vierten Teil doch endlich übereinander herfallen, zerlegen sie gleich das Mobiliar. Schnappatmende Schlussfolgerung des Publikums: Sex ist wie ein Rockkonzert, animalisch, unberechenbar. Faszinierend!  

Bücher: Schluss mit Niedlichkeit à la „Harry Potter“! Die „Bis(s)“- Romane von Stephenie Meyer haben den dezenten Sex-Appeal in die Bestsellerlisten zurückgebracht. Spannend, wenn man bedenkt, dass Meyer eigentlich erzkonservative Mormonin ist… 

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